Arsenal: Programm https://www.arsenal-berlin.de/ en Arsenal: Programm https://www.arsenal-berlin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif https://www.arsenal-berlin.de/ 18 16 TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Sun, 07 Feb 2106 07:28:15 +0100 Technologien der Gewalt https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7216/2803.html Die von Maria Morata und Piedad Solans kuratierte Kurzfilmreihe erforscht in fünf Programmen die Beziehungen zwischen den Künsten, den digitalen Technologien und der zeitgenössischen Produktion von Gewalt. Die Technologie als System von Organisation, Dienstleistungen und Kontrolle hält in den Maschinen, im Internet und in den elektronischen Systemen die Werkzeuge einer globalen Beherrschung bereit – für eine neue Ära politischer Sicherheit, deren Repräsentationsfeld der Cyberspace ist. Im Semio-Kapitalismus werden digitale Bilder durch den militärischen Komplex, die Freizeitindustrie und die Medien produziert, manipuliert und verbreitet und sind mächtiges Instrument ideologischer Propaganda. Die Rolle des technologischen Bildes im digitalen Kontext eröffnet eine kritische Reflexion über die Paradoxien der Technosphäre, in der sie eingerahmt sind: zwischen Transparenz und Unsichtbarkeit, zwischen Kontrolle und Optimierung, zwischen Utopie und Dystopie. kino arsenal spalte rechts vorschau Wed, 30 May 2018 23:09:00 +0200 Retrospektive Pietro Germi https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7213/2803.html Pietro Germi (1914–1974) war eine der herausragenden Persönlichkeiten des italienischen Films der 40er bis 70er Jahre. Der in Genua geborene Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor zählte neben Visconti, De Sica und Rossellini zu den Neorealisten der ersten Stunde. Germis Regiearbeiten stellen – ähnlich denen von Antonio Pietrangeli – ein Bindeglied zwischen dem Neorealismus und der Commedia all’ italiana dar, „die nicht etwa deren Verrat, sondern vielmehr ihre volkstümlich satirische Fortsetzung ist.“ (Gerhard Midding) Internationale Anerkennung und Bekanntheit erlangte Germi durch seinen dritten Film IN NOME DELLA LEGGE (1949), ein Meilenstein des Mafiafilms, gleichzeitig eine Reverenz an John Ford und Sizilien, wo Germi insgesamt fünf Filme drehte. IL CAMMINO DELLA SPERANZA (1950) sowie IL FERROVIERE (1956) und die Literaturverfilmung UN MALEDETTO IMBROGLIO (1959), in denen Germi auch als Hauptdarsteller agierte, etablierten ihn als bedeutenden Autor des italienischen Kinos. 1961 folgte der oscarprämierte Welterfolg DIVORZIO ALL’ITALIANA als Auftakt einer Reihe sozialkritischer Komödien über italienische Sitten, Bräuche und Gesetze, die gegen die Diskriminierung der Frau und die Doppelmoral des Bürgertums polemisierten. Charakteristisch für Germis Filme sind die genaue Beobachtung des italie-nischen Lebens, seine Begeisterung für die Ausdruckskraft von Gesichtern und das humanistische Weltbild des Regisseurs – für Otar Iosseliani „einer der edelmütigsten Filmemacher, die je existiert haben“. Bei aller Bitternis in der Darstellung der sozialen Lebensumstände der Menschen sind es vor allem Filme, „in denen die Beschwernis des Lebens aufgehoben wird in einer reichen Tiefe des Gefühls, einer wärmenden Reife des Herzens.“ (Martin Schlappner) Wir präsentieren in Kooperation mit dem Italienischen Kulturinstitut elf Filme Pietro Germis aus den Jahren 1948 bis 1972. Die Retrospektive wird durch vier Einführungen sowie einen Vortrag von Mario Sesti (19.5.) begleitet. kino arsenal spalte normal vorschau Tue, 29 May 2018 22:39:00 +0200 Magical History Tour: Production Design https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7214/2803.html Das „Auge des Regisseurs“ – so lautet Ken Adams prägnant-knappe Beschreibung der Funktion des Production Designers (je nach Produktion, Land oder Zeitpunkt auch Set Designer, Szenograf oder Ausstatter genannt), der für ein breites Aufgabenspektrum verantwortlich zeichnet, beginnend bei der konzeptuellen Visualisierung des Drehbuchs, dem Entwerfen des filmischen Universums bis hin zur Umsetzung und Gestaltung von Innen- und Außenräumen. Nicht nur der Look, sondern auch Atmosphäre und Stimmung eines Films werden wesentlich von der Arbeit des Production Designers geprägt, und das nicht nur in Design-intensiven Genrefilmen. Trotz seiner „Unübersehbarkeit“ wird der zentrale Beitrag des Production Designs zum „Gesamtkunstwerk“ Film selten genug zur Kenntnis genommen. Ein Grund mehr, die Magical History Tour im Mai der im Wortsinne vielgestaltigen Welt des Production Designs zu widmen. kino arsenal spalte rechts vorschau Mon, 28 May 2018 22:42:00 +0200 Katalogpräsentation: Deborah S. Phillips – Farben, Orte & Ornamente https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7217/2803.html Deborah S. Phillips ist eine bildende Künstlerin, die mit unterschiedlichen analogen Medien arbeitet. Sie begann ihre künstlerische Laufbahn mit dem Studium der Malerei und widmete sich dann vornehmlich der Arbeit mit analogen Bildmaterialien. Aus der Malerei sind Bilderserien, dann auch 16-mm-Filme entstanden. Dank der Unterstützung durch das Künstlerinnenprogramm der Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten kann sie nun einen umfangreichen Katalog vorstellen, der einen Einblick in ihre vielfältigen künstlerischen Ausdrucksformen und die multimedialen Aspekte ihrer Arbeiten bietet. An zwei Abenden geben wir einen Einblick in Deborah S. Phillips’ Schaffen: Farben, Menschen, Orte, Ornamente auf Super 8, 16- und 35-mm und in Form von Performances. Ihre ersten 16-mm-Filme hatten ihren Ursprung in Ideen, die entstanden, als sie Kolleg*innen bei ihren Filmprojekten half, wie UNTITLED COLOURMATION. Kurz danach hat sie mit Unterstützung von Mitgliedern ihres Künstlerkollektivs in Braunschweig fast ein Jahr lang Brot animiert (BREAD). Währenddessen hat sie weiter gedruckt; irgendwann lag es nahe zu versuchen, auf Film zu drucken. BREAD und A PRINTED FILM waren dann Teil der deutschen Kulturtage in Zentralasien Mitte der 90er Jahre. Dabei hat sie angefangen, Stummfilme in Performances mit Klang zu ergänzen. Durch Gespräche mit vielen Menschen in den dortigen islamisch geprägten und ehemals sowjetischen Ländern entstand die Idee, ein Projekt zu realisieren, in dem jüdische und islamische Ornamente und Klänge ineinanderfließen, MOSAïC. Die Beschäftigung mit dem Genius Loci und den Menschen, mit denen sie zu tun hat, entfaltet hierbei eine eigene Dynamik. Wiederholt entstehen auf diese Weise Filme, die um Orte und Ornamente kreisen. Mehr auf deborahsp.wordpress.com (24. & 25.5.) kino arsenal spalte rechts vorschau Sun, 20 May 2018 23:10:00 +0200 Die DEFA-Stiftung präsentiert https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7218/2803.html Die Schauspieler Christian Steyer und Ulrike Krumbiegel lesen aus dem ersten Roman des Regisseurs und Autors Siegfried Kühn „Die Erdorgel oder Wunderbare abgründige Welt“. Das Buch beschreibt die Geschichte des Lebens seiner Hauptfigur Friedrich: von der Kindheit in Schlesien, der Arbeit in einem DDR-Bergwerk und bei der DEFA bis zum Ende der DDR. Dabei mischt Kühn autobiografische mit fiktiven Elementen. Nach der Lesung läuft Kühns satirischer Gegenwartsfilm DAS ZWEITE LEBEN DES FRIEDRICH WILHELM GEORG PLATOW (DDR 1973), die Geschichte des 57-jährigen Schrankenwärters Platow, herrlich skurril gespielt von Fritz Marquardt. Platow, der durch die Elektrifizierung der Bahn „überflüssig“ wird, lässt sich jedoch nicht aufs Abstellgleis schieben und begibt sich auf einen Qualifizierungslehrgang. Aufgrund kritischer Töne und seiner ungewöhnlichen Form erlebte der Film keine offizielle Kinopremiere und wurde mit Exportverbot belegt. (jh) (7.5.) kino arsenal spalte rechts vorschau Sat, 19 May 2018 23:11:00 +0200 UdK-Seminar FILMFILM https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7219/2803.html Film als Zelluloid, beschichtet, belichtet, projiziert ist mittlerweile ein Medium, das – bar seiner obsoleten Selbstverständlichkeit – eine andere „Rolle“ findet. Das Programm erschließt sich Materialität und Körperlichkeit des analogen Filmemachens und -schauens: WEISSFILM besteht aus Weiß- und Blankfilm und steht am Ende der strukturellen Schaffensperiode von Birgit und Wilhelm Hein. Ohne Negativ schreibt sich jedes Screening direkt ins Material. Die Aufnahmen in PEGGY’S BLUE SKYLIGHT aus Joyce Wielands und Michael Snows Loft erfassen spielerisch-impulsiv einen Tag der New Yorker Avantgarde. In AUSTERITY MEASURES liest sich das Wirken der Kamera – dreifachbelichtet auf Film in Rot, Grün und Blau – als Kommentar gegenüber der griechischen Sparpolitik. Zu sehen ist, wie sich Technologie ins Denken einschreibt oder Ideen sich materialisieren. Einst ohne Alternative, bietet sich heute die Option der bewussten Entscheidung für dieses Material und seine Apparatur. (stg/bs) (8.5.) kino arsenal spalte rechts vorschau Fri, 18 May 2018 23:12:00 +0200 Sichtweisen https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7220/2803.html Das Filminstitut der UdK präsentiert neue Monografien von Absolventen des Studiengangs Kunst und Medien. Ljupcho Temelkovski dokumentiert in MARGINA den mühevollen Alltag einer mazedonischen Roma-Familie, deren Leben von Entbehrungen, Demütigungen und einem aus der Not geborenen Improvisations-Talent geprägt ist. Esteban Rivera Ariza verhandelt in seiner Trilogie Wissen und Glauben. DIE VERSTEINERTEN erörtert die Konservierung und Wiederbelebung von Toten. In FIRMAMENTUM CONTINUITAS berichtet ein Kosmonaut von seinen geheimen Unterredungen mit dem Papst. WISDOM TEETH beschreibt die geologischen Forschungen von Nikolaus Steno (1669) zu fossilen Hai-Zähnen auf einem Berg. Cavo Kernichs Spielfilm MIKEL schildert den Alltag des jungen Asylbewerbers Mikel (Jonathan Aikins). Er begleitet ihn bei der Arbeit und seinen Gängen durch ein unwirtliches Berlin. Außerhalb des Schattenreiches seines illegalen Jobs bleibt er allein mit seinen Wünschen und Träumen. (bs) (9.5.) kino arsenal spalte rechts vorschau Thu, 17 May 2018 23:13:00 +0200 FilmDokument: 50 Jahre 1968 https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7221/2803.html Im Herbst 1967 gründete eine Gruppe Studierender (unter anderem Helke Sander und Harun -Farocki) an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin die sogenannte Gruppe 3, um flexibel und schnell auf die politische Situation der Zeit reagieren zu können. Das erste große Projekt der Gruppe war der Agitationsfilm BRECHT DIE MACHT DER MANIPULATEURE, der die Proteste gegen den Springerkonzern reflektierte und filmisch weiterführte. Auch Dietrich Schubert suchte in DEMONSTRANTENSELBSTSCHUTZ nach neuen Formen für politische Inhalte. Der Ulmer Dokumentarfilmer Günther Hörmann dokumentierte in DJANGO UND DIE TRADITION die letzte Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) in Hannover 1968 – und damit den Zerfall der wichtigsten Organisation jener Bewegung, die „1968“ in Deutschland getragen hatte. (ft) Eine Veranstaltung von CineGraph Babelsberg in Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv-Filmarchiv und der Deutschen Kinemathek. Einführung: Fabian Tietke (14.5.) kino arsenal spalte rechts vorschau Wed, 16 May 2018 23:14:00 +0200 Cinepoetics Lecture #6: Erhard Schüttpelz https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7209/2803.html Cinepoetics Lecture #6: Erhard Schüttpelz Der Wunsch, die einseitige Beobachtung umzukehren, ist so alt wie die Anthropologie selbst. Unter den Filmemachern ist es Jean Rouch, der am konsequentesten die Inversion (post-)kolonialer Beobachtungsperspektiven in den Mittelpunkt stellte: durch improvisierte Spielfilme, die bereits die frühe Nouvelle Vague inspirierten und in ihrer Mischung aus Scherz und Ernst, Allegorie und Klamauk ihresgleichen suchen. In seinem Vortrag „Mai 1968 und die Umkehrung des ethnografischen Blicks“ führt Erhard Schüttpelz (Universität Siegen) in PETIT À PETIT (Jean Rouch, F 1971) ein, wo ein Geschäftsmann aus Niger die Pariser wie ein Anthropologe untersucht. Der Film wird im Anschluss gezeigt. Die Cinepoetics Lectures sind eine Reihe der gleichnamigen Kolleg-Forschergruppe an der Freien Universität Berlin. (cs/dd) (28.5.) kino arsenal spalte rechts vorschau Tue, 15 May 2018 16:58:00 +0200 Filmspotting: Erkundungen im Filmarchiv der Deutschen Kinemathek https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7222/2803.html Auf seiner Reise durch die ungarische Puszta lernt ein junger Maler eine geheimnisvolle Reiterin kennen. Sie scheint in mysteriöser Weise mit dem Major Murai in Verbindung zu stehen, mit dem der Maler befreundet und auf dessen Gut er zu Gast ist. Auf seinen Streifzügen durch die Natur lernt er nicht nur Land und Leute kennen, sondern nach und nach auch die Geschichte von Brigitta und dem Major, eine Geschichte über verletzte Liebe, Trennung und Wiederannäherung. BRIGITTA (Dagmar Knöpfel, D 1994), die Verfilmung einer Novelle von Adalbert Stifter, wartet mit großartigen Schwarz-Weiß-Bildern auf, die die weite Landschaft, die Gesichter der Einheimischen und die ruhige Atmosphäre der literarischen Vorlage stimmig einfangen. BRIGITTA steht seit kurzem im Verleih als digitale Kopie zur Verfügung. (ah) (28.5.) kino arsenal spalte rechts vorschau Mon, 14 May 2018 23:15:00 +0200 Öffentliche Sichtung – Das Harun Farocki Institut präsentiert https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7224/2803.html NIGHTSHIFT (1981) von Robina Rose (in Zusammenarbeit mit Nicola Lane) wurde in fünf Nächten im Portobello Hotel im Westen von London, wo die Filmemacherinnen regulär einen Brotjob hatten, als Low-no-budget-Film gedreht. Er entstand parallel zu anderen wichtigen Projekten von britischen Filmemacherinnen der 70er und frühen 80er Jahre, die sich mit der Arbeit von Frauen im Verhältnis zu Politik, Film, Begehren und Gesellschaft beschäftigten. Heute ist er nahezu unbekannt, obwohl er im Informationsblatt des 12. Internationalen Forums als der „beste britische Film dieses Jahrgangs“ des Edinburgh Filmfestivals vorgestellt wurde; mit dem Filmemacher Jon Jost an der Kamera geriet er zudem in die US-amerikanische independent film scene. Wir zeigen NIGHTSHIFT gemeinsam mit LARISSA (1980) von Elem Klimow, eine Cine-Hommage an Larissa Scheptiko, eine der bedeutendsten sowjetischen Filmregisseurinnen. (dm) (30.5.) kino arsenal spalte rechts vorschau Sat, 12 May 2018 23:17:00 +0200 Archive außer sich: Italien ’68 https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7212/2803.html In den Jahren zwischen 1968 und 1977 häuften sich nicht nur die Aktionen der Neuen Linken auf den Straßen Italiens, es entstanden auch neue Formen filmischer Massenkommunikation. Arbeitskämpfe und Polizeigewalt fanden ihren Weg in die Filme der Neuen Linken, feministische Gruppen lenkten den Blick auf Lebensrealitäten von Frauen. Stärker als in anderen Ländern wirkte in Italien die Antipsychiatriebewegung, die letztlich die Abschaffung geschlossener psychiatrischer Kliniken erreichte. Die Filme der italienischen Neuen Linken waren ein Laboratorium filmischer Formen. Kern des Programms, das Cecilia Valenti und Fabian Tietke zusammengestellt haben, bilden Kopien aus dem Archiv des Arsenals, flankiert von zusätzlichen Werken aus dem Aamod (Archivio audiovisivo del movimento operaio e democratico) und der Cineteca Nazionale, die mit Gästen und Einführungen in einem umfassenden Kontext präsentiert werden. kino arsenal spalte normal vorschau Tue, 08 May 2018 22:35:00 +0200 The Past in the Present – Neue Filme aus Algerien https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7211/2803.html In Algerien hat sich in den letzten Jahren eine junge Generation von Filmemacher*innen formiert, die sich in ihren Arbeiten auf vielfältige Weise mit der aktuellen Situation im Land befassen – und dabei zugleich Bezug nehmen auf seine Vergangenheit. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Geschichte Algeriens – wie dem historischen und kulturellen Erbe der Kolonialzeit, dem Unabhängigkeitskrieg (1954–62) und der „dunklen Dekade“ (1991–2001) – ist angesichts zahlreicher gesellschaftlicher Tabus keine Selbstverständlichkeit. Vor allem über den blutigen Terror der 90er Jahre, als der Krieg zwischen islamistischen Gruppen und dem Militär 200.000 Tote forderte, herrscht in Algerien weitgehend Schweigen. Vor diesem Hintergrund präsentiert das Arsenal sieben Filme aus den Jahren 2013 bis 2017, die die Nachwirkungen der Vergangenheit in der Gegenwart sondieren. Sie bieten Einblick in eine über verschiedene Generationen und Schichten hinweg traumatisierte Gesellschaft und zeigen ein Land im Stillstand. Die Last des Unausgesprochenen, die Narben der Geschichte und das Ausmaß der Not der jungen Generation werden in allen Filmen des Programms deutlich, ob dokumentarisch, essayistisch oder fiktional angelegt. Die Konturen des heutigen Algerien zeichnen sich in der Überlagerung von Vergangenheit und Gegenwart ab. Das junge algerische Kino hat etwas in Bewegung gebracht: Zum einen mit seinen Filmen, die international viel Beachtung finden und mit Preisen ausgezeichnet werden, zum anderen, weil sich die Filmemacher für die Wiederbelebung der Kinokultur in Algier einsetzen, indem sie Ciné-Clubs aufbauen und bespielen, in einer Stadt, in der es kaum noch Kinosäle gibt. Wir freuen uns sehr, dass dank der Unterstützung durch das Goethe-Institut Algier und das Leibniz-Zentrum Moderner Orient drei Filmemacher*innen aus Algerien im Arsenal zu Gast sein können: Narimane Mari, Djamel Kerkar und Karim Moussaoui werden ihre Filme mit dem Publikum diskutieren. Außerdem findet am 6. Mai ein Podiumsgespräch statt, das sich mit den Bedingungen des Filmemachens und der Situation der unabhängigen Kinokultur in Algerien beschäftigt. kino arsenal spalte normal vorschau Wed, 02 May 2018 18:45:00 +0200 Archive außer sich: ANNA https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7223/2803.html Im Katalog des Berlinale-Forums war 1975 zu lesen: „ANNA (von Alberto Grifi und Massimo Sarchielli) ist ein Video-Band, das 1972–73 aufgenommen wurde und das Grifi 1975 mit einem Apparat seiner Erfindung, dem ,Vidigrafo‘, auf 16mm-Film übertrug. (…) Er zeigt die reale Situation Annas, eines 16 Jahre alten drogenabhängigen Mädchens, das schwanger ist, Sarchielli auf der Piazza Navona kennenlernt und von ihm aufgenommen wird. Zur gleichen Zeit filmten die Regisseure das, was sich in Rom im Milieu der Randgruppen ereignete.“ Im Zuge ihrer Recherche stieß Constanze Ruhm im Arsenal-Archiv auf dieses zentrale Werk der italienischen (Post-)68er-Bewegung. In einem Filmessay, an dem sie zusammen mit Emilien Awada arbeitet und das sie einführend vorstellt, setzt sie die strukturgebenden psychischen Konstellationen der Figuren in ein analytisches Verhältnis zum kinematographischen Apparat und seinen Archiven. (stss) (8.5.) kino arsenal spalte rechts vorschau Tue, 01 May 2018 23:16:00 +0200 filmPOLSKA_Kamerakunst: Małgorzata Szyłak https://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/7167/2803.html Eine der Neuigkeiten der letztjährigen filmPOLSKA-Ausgabe war die Auslobung einer Wettbewerbssektion zur Stärkung des polnischen Regie-Nachwuchs’. 2017 wurde Anna Zameckas Dokumentarfilm Komunia (2016) ausgezeichnet, wobei die Jury ausdrücklich auch die beeindruckende Kameraarbeit von Małgorzata Szyłak hervorhob. Diese besondere Würdigung ist uns willkommener Anlass, die Kamerafrau und Kunsthistorikerin Małgorzata Szyłak mit zwei ihrer Filme erneut nach Berlin einzuladen und mit ihr über ihre Arbeit zu sprechen. kino arsenal spalte rechts vorschau Thu, 26 Apr 2018 19:20:00 +0200