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This Is the End

Zwei ältere Männer in inniger Umarmung auf einer Couch, beide haben graue Haare und tragen weiße Shirt. Hinter ihnen ist durch ein Fenster ein Baum zu sehen.
© La Huit 2022
  • Regie

    Vincent Dieutre

  • Frankreich / 2023
    108 Min. / OmeU

  • Originalsprache

    Französisch, Englisch

Während der Pandemie reist der europäische Filmemacher ins Spektakel- und Desaster-affine Los Angeles. Unter dem Hollywood Sign ist die permanente Bewegung vorgeschrieben: niemals anhalten, nicht genau hinschauen, kein Gefühl des Hierseins entwickeln. In langen Kamerafahrten aus dem sicheren Ford Mustang heraus gleitet der Blick durch die Stadt, deren schimmernde Oberflächen ihm seine kulturkritisch geprägte Perspektive zurückspiegeln. Die von Baudrillard und Bégout diagnostizierte Leere, die fehlenden Zusammenhänge, die Bedeutungslosigkeit, das vielleicht schon zurückliegende Ende der Welt sehen durch die müden Augen der Alten Welt überraschend aufregend aus: Eine 40 Jahre alte Liebe flammt wieder auf, die Bewegungen der Liebe fallen aus dem coolen Fluss der Zeit, Kojoten erobern die Gärten, Schlangen schwimmen im Pool. Ein Chor von Schauspieler*innen teilt Weltuntergangsgedichte von E. E. Cummings bis Ocean Vuong und Claudia Rankine miteinander, die Stimmen aus der Neuen Welt unterbrechen den französischen Kommentar. Und zwei über 70-jährige Körper aus zwei untergegangenen Welten synchronisieren sich zärtlich mit dem Kino der Attraktionen. (Jan Künemund)

Produktion Stéphane Jourdain. Produktionsfirma La Huit Production (Paris, Frankreich). Regie Vincent Dieutre. Buch Vincent Dieutre. Kamera Arnold Pasquier. Montage Matthias Bouffier. Sound Design Jean-Marc Schick. Ton Romain Cadhilac. Mischung Nathalie Vidal. Regieassistenz Joanna Grudzinska. Texte Stéphane Bouquet, Bruce Bégout. Koproduzent*in Rasha Salti. Koproduktion Fotogram, Arte France – La Lucarne. Mit Dino Koutsolioutsos, Vincent Dieutre, Eva Truffaut, Jean-Marc Barr, Nelson Bourrec Carter, Geoffrey Carey, Darrell Davis, Laurie Karp, Keja-Ho Kramer, Elina Lowensohn, Kate Moran.

Vincent Dieutre, geboren 1960 in Petit-Quevilly, Frankreich. Er studierte Film. Vincent Dieutre ist als Regisseur, Filmjournalist, Lektor und Übersetzer tätig. Seine Filme waren mehrmals zum Berlinale Forum eingeladen, zuletzt JAURÈS (2012).

Filme: 1984: Une martyre (6 Min.). 1985: Wiener Blut (11 Min.). 1986: Arrière saison (29 Min.). 1988: Lettres de Berlin (50 Min.). 1995: Rome désolée (Berlinale Forum, 70 Min.). 2000: Leçons de ténèbres / Tenebrae Lessons / Lektionen der Finsternis (Berlinale Forum, 77 Min.). 2001: Entering Difference / Lettre de Chicago (18 Min.), Bonne Nouvelle (60 Min.). 2003: Mon voyage d’hiver / My Winter Journey / Meine Winterreise (Berlinale Forum, 104 Min.), Bologna Centrale (61 Min.). 2004: Les accords d’Alba (25 Min.). 2006: Fragments sur la grâce (101 Min.). 2007: Después de la Revolución / After the Revolution (55 Min.). 2008: Ea2: 2ème exercice d’admiration: Jean Eustache (21 Min.). 2010: Toutes les étoiles tombent (10 Min.), Ea3 (45 Min.). 2012: Jaurès (Berlinale Forum, 83 Min.). 2013: Déchirés/Graves (82 Min.), Orlando Ferito – Roland Blessé / Roland Wounded (104 Min.). 2015: Viaggio nella dopo-storia / Journey into Post-History (80 Min.). 2016: Trilogie de nos vies défaites / Trilogy of Our Lives Undone (81 Min.). 2019: Berlin Based (91 Min.). 2021: Temps morts (84 Min.). 2023: This Is the End.

Bonusmaterial

Interview, Essay und Gedicht

  • Eine zweispurige Straße mit Häusern und Autos auf der linken und rechten Seite. Im Hintergrund befindet sich ein Hügel, auf dem die Hollywood Buchstaben zu sehen sind.

    Essay

    Corinne Maury entschlüsselt das Los Angeles aus Vincent Dieutres THIS IS THE END.

  • Eine Wasseroberfläche, auf der sich der blaue Himmel und die Palmen spiegeln.

    Interview

    Vincent Dieutre diskutiert THIS IS THE END mit dem Lyriker Stéphane Bouquet.

  • Es werden zwei Bilder gezeigt. Links ist eine abendliche, verregnete Stadtszene durch eine Scheibe zu sehen. Auf der rechten Seite ist ein Mann mit einer Kappe an einem Mikrofonen zu sehen, der singt. Der Hintergrund ist dunkelblau.

    Gedicht

    Ein kurzer, anspielungsreicher Text, nach einem Gedicht von Luis Rodriguez.

Gefördert durch:

  • Logo des BKM (Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien)
  • Logo des Programms NeuStart Kultur