mai 2012, kollektion

Filmmakers' Choice im Mai

Bild aus Platzwunder

Am 21. Mai stellt Bärbel Freund im Rahmen unserer Reihe Filmmakers' Chice Filme von Karl Heil, Reinhard Kahn und Michel Leiner vor. Karl Heil ist an dem Abend zu Gast. Sein Film MMH (1981) macht uns mit einigen jungen Leuten im damaligen Westberlin bekannt, die auf der Suche nach dem Glück sind. Dabei wird ihre Existenz in diesem sommerlichen urbanen Raum fühlbar. Mit den beiden Frankfurtern Reinhard Kahn und Michel Leiner hat Karl Heil die abenteuerliche, aufsässige, träumerisch-verspielte Weise gemeinsam, in der er das Medium Film für sich entdeckte. – PLATZWUNDER (1983/84) von Kahn / Leiner bezieht sich auf Hamburg-Wilhelmsburg. Auch in RÜCKE VOR AUF: FRÜHLINGSMORGEN (1988/89), sowie ETWAS AUS GLAS (1989/95), beide von Reinhard Kahn, bezaubern uns Hamburg und seine Umgebung. Aus tiefer Dämmerung strahlt von den Personen ein feines seelisches Fluidum aus: eine Unruhe von Sehnsucht, Ausbruch und seliger Nutzlosigkeit. (Peter Nau in: Die Filme von Reinhard Kahn und Michel Leiner. Stroemfeld / Roter Stern 2010)

mai 2012, kollektion

Joyce Wieland Retrospektive

Bilder aus Sailboat und Reason over passion

"I think of Canada as female. All the art I've been doing or will be doing is about Canada. I may tend to overly identify with Canada." (Joyce Wieland, 1931–1998) Ein Segelboot zieht vorüber und zu lesen ist das Wort SAILBOAT: Der strukturelle Film reflektiert das Verhältnis von starrem Text und bewegtem Bild – bis Hollis Frampton beiläufig aus dem Off vor die laufende Kamera tritt und für einen kleinen Moment aus einer vermeintlich streng konzipierten Arbeit ein Home Movie wird. Dort, am Lake Ontario, drehten die beiden auch A&B IN ONTARIO (1966–84), eine Art Hide and Seek mit der Bolex. Diese Filme, sowie Wielands komplexe Kanada-Reflexion LA RAISON AVANT LA PASSION / REASON OVER PASSION (1969) und 1933, eine geloopte Straßenszene in New York (1967), hatte der 1993 verstorbene Arsenalmitarbeiter Alf Bold für unsere Sammlung angeschafft. Nachdem auch Joyce Wieland im Jahre 1998 verstarb, konnten wir mit Mitteln aus dem Experimentalfilmfond, den Alf Bold uns hinterlassen hatte, sieben weitere ihrer Kurzfilme erwerben. Wir freuen uns, dass das Canadian Filmmakers Distribution Centre (CFMDC) das vollständige Werk dieser herausragenden Künstlerin in einer DVD-Box herausgebracht hat. In Zusammenarbeit mit dem CFMDC und der Botschaft von Kanada präsentieren wir es vom 1.-3. Mai im Arsenal. Lauren Howes vom CFMDC sowie die Filmwissenschaftlerinnen und Kuratorinnen Tabea Metzel (FU Berlin), Robin Curtis (NYU Berlin) und Madeleine Bernstorff halten einführende Vorträge und diskutieren abschließend das Gesamtwerk. Für das dreitägige Programm sind Dauerkarten erhältlich.

april 2012, kollektion

Filmmakers' Choice am 23. April: Cinemafia

Bild aus Pas Tout

In unserer Reihe Filmmakers’ Choice präsentiert die Künstlerin Eléonore de Montesquiou am 23. April Filme, die nach den Beweggründen für das Filmemachen fragen. Warum verwenden wir eine Kamera? Ist man Forscher im sozialen Raum, so wie es Robert Flaherty Joris Ivens vorschlug? In CINEMAFIA diskutieren Jean Rouch, Joris Ivens und Henri Storck darüber. Weitere Filme, die diese Fragen aufgreifen, sind PAM KUSO KAR von Jean Rouch über Rituale in Niger und PAS TOUT von Isabelle Prim und Ludovic Burel, ein "Familienfilm" in einer verlassenen Fabrik. 1968 bis 1970 bedienten sich die Medvedkin-Gruppen Strategien, um politische Erfahrungen filmisch aufzubereiten. LES TROIS QUARTS DE LA VIE wurde von jungen Arbeitern in der Peugeot-Fabrik gedreht, unterstützt von Chris Marker und Bruno Muel. (Eléonore de Montesquiou)

märz 2012, kollektion

Filmmakers' Choice im März: Fotofilme

Bild aus Fiasko

Im Rahmen der Reihe Filmmakers choice zeigen Gusztáv Hámos und Katja Pratschke am 20. März Fotofilme, die das Gedächtnis und die Zeit erforschen, die uns Kino denken lassen. In LA JETÉE (Chris Marker, F 1962) experimentieren Überlebende eines Atomkriegs mit einem Gefangenen, um in der Zeit zu reisen. Durch die Erinnerung an ein besonders starkes mentales Bild, das Gesicht einer Frau, gelingt es dem Mann, in die Vergangenheit zu reisen und sie zu treffen. In (NOSTALGIA) (Hollis Frampton, USA 1971) beschreibt eine Stimme 13 Fotos. Nach einer Weile verbrennt das jeweils gezeigte Bild und transformiert zu Asche. Kommentar und Bild sind tektonisch verschoben. In FIASKO (Janet Riedel, K. Pratschke, G. Hámos, D 2010) kommt der Auschwitzüberlebende Steinig an einen gespenstisch fremden, zugleich merkwürdig vertrauten Ort, erlebt Déjà-vus, gerät in den Strudel eines undurchschaubaren Systems (stalinistisches Ungarn), erzählt in Splitscreen-Fotografien. (Katja Pratschke)

februar 2012, kollektion

Filmmakers' Choice am 20. Februar

In unserer Reihe Filmmakers' Choice präsentiert die Frankfurter Künstlerin Anja Czioska Filme, die unsere Wahrnehmung durch das künstlerische Medium Film erweitern. MÉNILMONTANT (Dimitri Kirsanoff, F 1926) hat durch seinen radikalen Schnitt und das Einsetzten von impressionistischen Stilelementen die Nouvelle-Vague-Bewegung der 60er Jahre vorweggenommen, Maya Derens AT LAND (USA 1944) führt durch seine konstruierte surreale Wirklichkeit in eine neue, erweiterte und erlebte Zeit-Raum-Dimension. Jonas Mekas fängt in seinen Tagebuchfilmen in Echtzeit Bilder aus seiner erlebten Realität mit seiner Bolex-Kamera ein und verändert diese soweit, dass ein filmisches Gedicht daraus wird. JONAS MEKAS, FRIDAY THE 13TH OCT N.Y.C. (Anja Czioska) ist eine ungeschnittene performative Filmskizze, die sich zu einem litauischen Tanz intensiviert. ONE PUSSY SHOW (Anja Czioska) ist ein im Zeitraffer gefilmter trance-artiger Performancefilm, in dem ich meine Kleidersammlung 1988–1989 zu 60s Musik an- und ausziehe. (Anja Czioska)

januar 2012, kollektion

Filmmakers' Choice: Films to Listen

In einer neuen Reihe präsentieren FilmemacherInnen, deren Arbeiten wir verleihen, alte und neue Filme von KollegInnen. Am 9. Januar setzt Karø Goldt diese Reihe mit Filmen fort, die dem Hören gewidmet sind. Stumme Filme wie BARN RUSHES von Larry Gottheim, TAILS von Paul Sharits, welche durch ihre Bildsprache Ton suggerieren sowie EAUX D'ARTIFICE von Kenneth Anger und ALL MY LIFE von Bruce Baillie, welche die Musik zeigen. Das besondere hierbei ist die hörbare Aufmerksamkeit des Publikums durch die Stille im Kino, wenn ein tonloser Film gezeigt wird. Zu Klassikern der 16 mm-Filmkunst zeigt Goldt eigene Videos. "Some benefits of listening are presented: as are side effects, which reflect qualities often thought of as being among the most desirable human qualities … If we want to participate, to be connected, we must learn as a priority to listen once again. We need to rediscover The Lost Art of Listening". (R. Glanville)

dezember 2011, kollektion

Filmmakers' Choice: "Route One"

Im Rahmen unserer neuen Reihe "Filmmaker's Choice" präsentiert am 19.12. Lior Shamriz Robert Kramers ROUTE ONE / USA (F 1989): Kramer und Paul Mc Isaac kehren nach längerer Abwesenheit in die USA zurück und bereisen die Ostküste entlang die Route 1, von Maine bis Florida. Paul Mc Isaac verkörpert dabei einen Rückkehrer, der einen Job sucht, doch eigentlich ist das nur der Vorwand, um über seine Schulter einen Blick auf die Gesellschaft zu werfen und über die Leute, die ihren Alltag und ihre Alltagsphilosophie der Kamera mitteilen, nachzudenken. Es ist ein Amerika, in dem die Fabrikarbeit immer noch ein substantieller Bestandteil der Wirtschaft ist und die Bürgerrechtsbewegung noch frisch im Gedächtnis ist.

november 2011, kollektion

Neue Reihe: Filmmakers' Choice

Die Amateure: Große Gesten, Mord und Musik. In einer neuen Reihe präsentieren FilmemacherInnen, deren Arbeiten wir verleihen, alte und neue Filme von KollegInnen. Am 21.11. machen Eva Heldmann und Sabine Schöbel den Anfang: "Die großen Gefühle und Gesten in Hollywood und (Musik-)Theater und deren anarchische Einverleibung im Experimentalfilm sind unser Thema. In DER BRÄUTIGAM, DIE KOMÖDIANTIN UND DER ZUHÄLTER (BRD 1968) dokumentieren Straub/Huillet eine Aufführung des Münchner Antiteaters. Gegen Fassbinders libertäre Entzauberung setzen sie eine Eloge auf die Liebe. HEINRICH (Sabine Schöbel, D 2011) betrachtet sezierend den singenden Helden. In 1933 (Joyce Wieland, USA 1967) probt eine New Yorker Straße zehnmal den gleichen Auftritt. Über NEURASIA (Werner Schroeter, BRD 1968) schreibt Frieda Grafe: "Idol, Anbetung, Star, Mythos, Ekstase. Es geht nur noch um letzten Sinn, um höchste Bedeutung." BACK TO NATURE (George Kuchar, USA 1967) ist eine ungenierte Hommage an Hollywood.

april 2011, kollektion

Vier Jahrzehnte Forum: Neue Kopien

Bild aus dem Film My Childhood

Anlässlich des Symposiums „Dialoge mit Filmen - Vier Jahrzehnte Forum“ (2009) wurden von ausgewählten Klassikern aus der Geschichte des Berlinale Forums neue Kopien gezogen, die Eingang in die Sammlung gefunden haben. Dazu gehören: die BILL DOUGLAS TRILOGIE (My Childhood, My Ain Folk, My Way Home, 1972-1978), D'EST von Chantal Akerman (Frankreich/Belgien 1993), SO IS THIS von Michael Snow (Kanada 1982), DIE ALLSEITIG REDUZIERTE PERSÖNLICHKEIT – REDUPERS von Helke Sander (BRD 1977) und NÔ von Sharon Lockhart (USA 2003).

juni 2011

"C'mon Babe (Danke schön)"

Dieser Film von Sharon Sandusky (USA 1988) ist wohl der einzige, den wir einmal so lang im Arsenal gespielt haben, bis das Publikum uns höflich darum gebeten hat, eine Pause...

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mai 2011

"Barn Rushes" von Larry Gottheim

Es ist eigentlich schon drei Jahre her, aber immer noch eine Meldung wert: Für die manifesta7 wählten die Kuratoren Anselm Franke und Hila Peleg fünf Filme aus der Sammlung...

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