Oktober 2017, kino arsenal

Filmspotting. Erkundungen im Filmarchiv der Deutschen Kinemathek

DER LETZTE MANN, 1924

DER LETZTE MANN (Friedrich Wilhelm Murnau, D 1924) schildert das Schicksal eines alt gewordenen Hotelportiers zur Zeit der Jahrhundertwende in Berlin, der degradiert wird und seine ihn mit Stolz erfüllende Uniform abgeben muss. Murnaus herausragendes Stummfilmdrama kommt mit wenigen Zwischentiteln aus, die "entfesselte" Kamera Karl Freunds schafft eine Bildsprache, die das Innenleben des Portiers widerspiegelt. Giuseppe Becce komponierte für die Uraufführung die Musik, die für die Restaurierung des Films neu bearbeitet wurde. Becce war in den 20er Jahren nicht nur als Komponist für Spielfilme bekannt, sondern auch als Autor des "Allgemeinen Handbuchs der Film-Musik", mit dem er Standards für die Musikbegleitung für Stummfilme setzte. Die Musikwissenschaftlerin Maria Fuchs hat das Handbuch zur Grundlage ihrer Untersuchung über Theorie und Praxis der Stummfilmmusik gemacht und stellt diese vor. (ah) (30.10.)