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Die DVDs werden von arsenal edition gemeinsam mit der Filmgalerie 451 herausgegeben und sind für jeweils 16,90 Euro per E-Mail mail(at)arsenal-berlin.de oder an der Abendkasse sowie über www.filmgalerie451.de - external-link-new-window>Filmgalerie 451 erhältlich. Detaillierte Informationen zu den einzelnen DVDs finden Sie unter arsenal edition / DVD. Philip Scheffner: THE HALFMOON FILES (D 2007) & DER TAG DES SPATZEN (D 2010)
Philip Scheffner realisiert in seinen Filmen eine ganz eigene Art des politischen Denkens, durch das Sichtbarkeiten und Unsichtbarkeiten neu verteilt werden. Er lässt vielschichtige Seh- und Hörräume entstehen, verwebt Geschichten und betreibt intensive Spurensuchen mit stets offenen Anschlusspunkten. THE HALFMOON FILES ist ein Film über die Verflechtung von Politik, Kolonialismus, Wissenschaft und Medien. Ein Film über Lücken, Auslassungen und die Konstruktion von Geschichte. Kurz gesagt: eine Geistergeschichte. DER TAG DES SPATZEN ist ein politischer Naturfilm. Er handelt von einem Land, in dem die Grenze zwischen Krieg und Frieden verschwindet. Laura Mulvey / Peter Wollen: RIDDLES OF THE SPHINX (GB 1977) & AMY! (GB 1980)
Laura Mulvey und Peter Wollen haben mit ihren theoretischen Arbeiten zum Feminismus und zur Semiologie des Films die Filmtheorie entscheidend beeinflusst und nachhaltig verändert. Ihre Arbeit war zugleich Teil einer sozialen Bewegung, die im Zeitkolorit der 1970er Jahre eine neue gesellschaftliche Praxis anvisierte. Hierzu zählt auch ihre gemeinsame Filmarbeit, in der sie ihre filmtheoretischen Positionen mit der Filmpraxis verbinden. In dieser Edition werden erstmals ihre Filme RIDDLES OF THE SPHINX und AMY! auf DVD zugänglich. Deepa Dhanraj: KYA HUA IS SHAHAR KO? (What Has Happened to this City?, Indien 1986)
Eine film-politische Pionierarbeit von aktueller Relevanz: Ausschreitungen zwischen Hindus und Muslimen im Jahre 1984 sind der Ausgangspunkt dieses Films mit immenser politischer Kraft, die er durch seine Vielschichtigkeit erreicht. Durch einen engagierten Kommentar gewinnt der Film seine historische Perspektive, die der besonderen Präsenz der Kamera die notwendige Tiefe und Komplexität verleiht. Mechanismen politischer Machtkämpfe, die Dynamik zwischen Machtträgern sowie die Instrumentalisierung ökonomischer Verhältnisse und städtischer Armut führen zu einer eindrücklichen Analyse und einzigartigen Vorausschau auf die Entwicklung kommunalistischer Konflikte und Marginalisierungspolitik. Aufnahmen inmitten ausbrechender Gewalt stehen neben ruhigen Beobachtungen der verheerenden Konsequenzen eines Alltags im Ausnahmenzustand, wodurch der Film eine respektvolle Poesie und kontemplative Ebene erreicht, die weit über eine wertvolle Reportage hinausreicht.

Filme von Sheila McLaughlin und Lynne Tillman:
INSIDE OUT (Sheila McLaughlin, USA 1976/78)
COMMITTED (Sheila McLaughlin, Lynne Tillman, USA 1980–84)
SHE MUST BE SEEING THINGS (Die Last der Gefühle, Sheila McLaughlin, USA/BRD 1987)
Die drei Filme der amerikanischen Filmemacherin und Schauspielerin Sheila McLaughlin stehen für eine in den 70er und 80er Jahren stattgefundene Entwicklung des Experimentalfilms weg von einer radikal materialbetonten, selbstreflexiven Filmform hin zu den Erzählformen des independent films, in denen neue Formen filmischer Repräsentation und Dokumentation erarbeitet wurden. Der Kurzfilm INSIDE OUT zeigt in drei stummen Sequenzen Momente einer gehaltenen, inneren Spannung vor einem emotionalen Ausbruch seiner Protagonistinnen. COMMITTED, der in Zusammenarbeit mit Lynne Tillman entstand, versteht sich nicht als Biografie der Schauspielerin Frances Farmer, sondern als fiktionale Analyse. Er behandelt die gestörte Beziehung zwischen Farmer und ihrer Mutter, das sozial-politische Klima in den USA der 30er und 40er Jahre, die Rolle der Psychiatrie als zunehmend mächtiger Determinante darin und die destruktive Liebesgeschichte zwischen einer Frau (Schauspielerin) und einem Mann (Regisseur). SHE MUST BE SEEING THINGS verwebt die Arbeit einer Regisseurin an der Verfilmung eines Romans von Thomas de Quincey mit der konfliktreichen Beziehung zu ihrer Geliebten, die sich vor Eifersucht verzehrt und in Tagträumen und Rachefantasien ergeht.

Filmisches Gesamtwerk Riki Kalbe:
IM PRINZIP HABEN WIR NICHTS GEGEN MÄDCHEN (BRD 1976), DER LETZTE KUSS (BRD 1977), HEXENSCHUSS (BRD 1979), DIE OPTISCHE INDUSTRIEGESELLSCHAFT ODER DARF'S EIN VIERTEL PFUND MEHR SEIN? (BRD 1983), BODENPROBEN (BRD 1987), OHNE NACHTIGALLEN (BRD 1987), KNOTEN SONNBORN (BRD 1988), KAMEN SÜD (BRD 1989), ZWEI ZU EINS (D 1991), VON DER REICHSKANZLEI BIS PARAGUAY (D 1992), DENKMALPFLEGE (D 1993), FUSSVOLK (D 1994), BERLINER LUFT (D 1996), DER HORIZONT (D 1996), EIN GLEICHES (D 1998)
Riki Kalbe (1941–2002) war Filmemacherin und Fotografin, Netzwerkerin, Geschichten- und Bildersammlerin. Sie liebte konkrete Dinge und entdeckte in ihnen metaphorische Universen, erfand die feministische Hackerin und kam damit der Realität zuvor, sie erforschte Alltagsgeschichten und die Frage, was wie erinnert werden kann, und sie widmete sich der Erinnerung an das durch die Erinnerung verschwundene. Zwischen 1976 und 1998 hat sie 15 Filme realisiert, einige davon in Zusammenarbeit, u.a. mit Barbara Kasper, Bettina von Arnim. 
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