juni 2019, berlinale forum

Hauptpreis für "Olanda" in Karlsruhe

„Für seinen filmischen Wagemut, seinen Respekt und seine Sensibilität gegenüber den Protagonisten“ hat OLANDA von Bernd Schoch aus dem diesjährigen Programm des Forums den Hauptpreis des Dokumentarfilmfestiavls in Karlsruhe, dokKa, erhalten.

Die ausführliche Begründung der Juror*innen Jide Tom Akinleminu, Esther Buss und Rilo Chmielorz lautet: "Eine faserige Struktur, ein Sternenhimmel, eine Gruppe von Menschen an einem schwach beleuchteten Zeltlager in tiefschwarzer Nacht: Mit Bildern, die schwer fassbar sind, rätselhaft und auf etwas Größeres verweisen, beginnt dieser Film und nimmt uns mit: in die Pilze. Zweieinhalb Stunden begleitet Bernd Schochs 'Olanda' Saisonarbeiter – Frauen, Männer, Kinder – in den steilen Hängen der rumänischen Karpaten beim Sammeln von Pilzen und Blaubeeren. Die Arbeit ist hart und der Film zeigt diese Härte. Er zeigt auch Momente von Solidarität, familiärer Gemeinschaft und Selbstbestimmung. Vieles zeigt er auch nicht. Dennoch ist alles da, im Myzel des Films: der ökonomische Kreislauf, die Armut, die Asymmetrie in der Verwertungskette.

So wie Pilz und Baum Allianzen bilden, so sind auch Inhalt und Form von Schochs Film untrennbar miteinander verbunden. 'Olanda' macht sich die rhizomatische Struktur des Pilzes zu eigen, spannt unsichtbare Verbindungen zwischen Mikrostruktur und gesellschaftlichen Zusammenhang, verliert Fäden, nimmt andere auf, befreit sich für kurze Zeit sogar mit einem halluzinogenem Bildertrip."

mai 2019, berlinale forum

Cristina Nord wird neue Leiterin des Berlinale Forums

Bild von Cristina Nord

Die Filmkritikerin, Autorin und Kuratorin Cristina Nord übernimmt ab dem 1. August 2019 die Leitung der Sektion Forum, die seit 1971 im Rahmen der Berlinale stattfindet und in eigener Verantwortung vom Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V. kuratiert und organisiert wird.

Cristina Nord (geboren 1968) war von 2002 bis 2015 als Filmredakteurin im Kulturressort der „taz. die tageszeitung“ in Berlin tätig. Ihre Veröffentlichungen beschäftigen sich mit einem breiten Spektrum filmischer Formen aus Gegenwart und Filmgeschichte. Neben ihrer mehrfach ausgezeichneten publizistischen Tätigkeit war Cristina Nord als Dozentin sowie als Kuratorin für unterschiedliche Institutionen tätig, u.a. für die Freie Universität Berlin, das Haus der Kulturen der Welt und die Duisburger Filmwoche. Nach ihrem Wechsel zum Goethe-Institut im Jahr 2015 verantwortete Cristina Nord die Leitung der Programmarbeit mit regionalem Fachauftrag für Südwesteuropa in Brüssel, wo sie Projekte aus allen kulturellen Sparten konzipierte und umsetzte, Film und Kino jedoch eng verbunden blieb.

mai 2019, berlinale forum

"From Tomorrow on, I Will" und "Querência" in Jeonju ausgezeichnet

Beim Internationalen Filmfestival in Jeonju haben zwei Filme aus dem Programm des diesjährigen Forums die wichtigsten Preise erhalten: FROM TOMORROW ON, I WILL (Chun nuan hua kai) von Ivan Marković und Wu Linfeng wurde mit dem Grand Prix des Internationalen Wettbewerbs ausgezeichnet. QUERÊNCIA (Homing) von Helvécio Marins Jr. erhielt den Best Picture Prize.

Beide Filme waren im diesjährigen Forum uraufgeführt worden.

april 2019, berlinale forum

Preise für "Heimat ist ein Raum aus Zeit" in Nyon und Linz

HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT von Thomas Heise hat beim Internationalen Filmfestival Visions du Réel in Nyon den Hauptpreis des Internationalen Wettbewerbs erhalten. Der Preis ist mit 20.000 Schweizer Franken dotiert. Beim Filmfestival "Crossing Europe" in Linz wurde er mit dem Preis für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Im Film zeichnet Heise anhand von Briefen und anderen Dokumenten die Geschichte seiner Familie über vier Generationen nach und erzählt damit zugleich von der Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. Der Film war im diesjährigen Forum uraufgeführt und dort bereits mit dem Caligari-Preis ausgezeichnet worden.

april 2019, berlinale forum

Kinostart "La Casa Lobo"

Mit LA CASA LOBO (Das Wolfshaus, Chile 2018) von Cristóbal León und Joaquín Cociña bringt arsenal distribution ab dem 4. April den Caligari-Preisträgerfilm aus dem Forum 2018 in die Kinos. Die Auszeichnung ermöglicht es nun, Cristóbal León mit seinem Film auf Tour zu schicken. Am 3.4. ist der Film im Berliner Wolf-Kino zu sehen; es folgen Termine in vielen Städten bundesweit.

märz 2019, berlinale forum

Preise für "Delphine et Carole, insoumuses" und "The Chaotic Life of Nada Kadić"

Bild aus DELPHINE ET CAROLE, INSOUMUSES

DELPHINE ET CAROLE, INSOUMUSES (Delphine et Carole) von Callisto McNulty hat nach seiner Weltpremiere im Forum gleich auf zwei internationalen Filmfestivals im März wichtige Preise erhalten: beim Festival du Film et Forum International sur les Droits Humains (FIFDH) in Genf wurde er mit dem Preis für den besten Dokumentarfilm und beim Festival International du Film de Femmes in Creteil mit dem Publikumspreis in der Kategorie Dokumentarfilm ausgezeichnet. Den Großen Preis der Jury in Creteil erhielt mit KAOTIČNI ŽIVOT NADE KADIĆ (The Chaotic Life of Nada Kadić) von Marta Hernaiz ein Film aus dem Programm des Forum 2018.

märz 2019, berlinale forum

Diagonale: "Waldheims Walzer" ausgezeichnet

WALDHEIMS WALZER von Ruth Beckermann hat bei der diesjährigen Diagonale den mit 5.000 Euro dotierten Franz-Grabner-Preis für den besten Kinodokumentarfilm erhalten. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit den folgenden Worten: "Aus dem Vertrauen in die Kraft des Kinos entstand ein Filmessay, das sich mit Fakten nicht zufrieden gibt, sondern die widerstreitenden Kräfte einer Gesellschaft spürbar machen will. Historische und persönliche Wahrheiten werden gegeneinander in Stellung gebracht und die Realität entlarvt sich in ihren extremsten Formen selbst. Das aufmerksame Betrachten wird zu einem scharfsinnigen Akt der Kritik. Die Regisseurin besitzt die Courage, sich aus ihrer filmischen Ungleichung nicht herauszunehmen und positioniert sich im Widerstreit um das politische Gesicht ihres Landes unmissverständlich auf der Seite Demonstrierender. Mit ihrer Kamera steht Ruth Beckermann seit Jahrzehnten für ein österreichisches Kino, das nicht an der Seite verharrt, sondern sich mitten aufs politische Terrain begibt."

Der Film war im Forum 2018 uraufgeführt und in der Folge auf zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt und ausgezeichnet worden.

februar 2019, berlinale forum

Forum Expanded Ausstellung bis 9.3.

Die Gruppenausstellung des diesjährigen Forum Expanded in der Betonhalle des silent green sowie in der Galerie Ebensperger Rohmberg, dem Luxoom Lab und SAVVY Contemporary auf demselben Gelände bleibt noch bis zum 9.3. geöffnet.

Unter dem Titel "ANTIKINO (The Siren’s Echo Chamber)" sind dort Arbeiten von Monira Al Qadiri, Heike Baranowsky, James Benning, Félix Blume, Harun Farocki, Denise Ferreira da Silva and Arjuna Neuman, Shadi Habib Allah, Catherine Sullivan, Clarissa Thieme, Diana Vidrascu, Ute Waldhausen, Clemens von Wedemeyer, Evan Calder Williams and Anne Low, Billy Woodberry, Ala Younis, Akram Zaatari, Ritu Sarin und Tenzing Sonam versammelt.

februar 2019, berlinale forum

Wiederholung von Forum-Filmen

Wie jedes Jahr wiederholt das Arsenal im Anschluss an das Festival einige Filme aus dem Programm des Forums: BAIT von Mark Jenkin, FERN VON UNS von Laura Bierbrauer und Verena Kuri, FOURTEEN von Dan Sallitt, MAN YOU (Vanishing Days) von Zhu Xin, NOS DÉFAITES (Our Defeats) von Jean-Gabriel Périot, OLANDA von Bernd Schoch und SO PRETTY von Jessie Jeffrey Dunn Rovinelli.

februar 2019, berlinale forum

Preise der unabhängigen Jurys für "Nos défaites", "Erde" und "Monștri."

Die unabhängigen Jurys der Berlinale vergaben Preise an drei weitere Filme aus dem Programm des Forums. Der Internationale Verband der Filmkunsttheater, die Conféderation Internationale des Cinémas D'Art et Essai (C.I.C.A.E.), prämierte NOS DÉFAITES (Our Defeats) von Jean-Gabriel Périot. Den mit 2.500 Euro dotierten Preis der Ökumenischen Jury erhielt Nikolaus Geyrhalter für ERDE. Der Preis der Leser*innenjury des Tagesspiegel ging an MONȘTRI. (Monsters.) von Marius Olteanu.

februar 2019, berlinale forum

Caligari-Preis für "Heimat ist ein Raum aus Zeit"

HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT von Thomas Heise erhält den diesjährigen Caligari-Preis. Die Begründung der drei Juror*innen Lucas Barwenczik, Silke Johanna Räbiger und Wolfgang Peters lautet: Risse ziehen sich durch die Landschaften, welche die Kamera betrachtet. Risse ziehen sich durch die Biografien, die anhand von Fotografien und Schriftstücken erzählt werden. Historische Dokumente gewinnen Konturen und werden erlebbar. Geschichte wird hier zu einem Fluss durch ein ganzes Jahrhundert deutscher (Familien)Geschichte, die eine eindringliche Stimme erhält. Der Poesie aus Tagebüchern und Briefen fügt der Regisseur keinen weiteren Kommentar hinzu – er findet Bilder für sie. Aus dieser Fülle persönlicher Dokumente, wie es sie in Zukunft wohl nicht mehr geben wird, formt Thomas Heise einen eindrücklichen, klarsichtigen und wahrhaft großen Film.

februar 2019, berlinale forum

FIPRESCI-Preis für "Die Kinder der Toten"

Der diesjährige Preis des internationalen Verbands der Filmkritik (FIPRESCI) für einen Film aus dem Forum geht an DIE KINDER DER TOTEN von Kelly Copper und Pavol Liska. Die Jury-Mitglieder waren Eithne Mary O’Neill, Suncica Unevska und Ricardo Brunn.

Ihre Begründung lautet: The actors are amateurs, as well as the directing, the make up looks cheap, the director's didn't even read the novel they were adapting. Everything could have gone wrong with this film, but it did not fail. Instead it brings life to a novel almost impossible to transpose by doing a silent film about the rise of the living dead, which is not only the rise of the repressed past, but also a rise of cinema, using the nearly dead format - super 8, reminiscent of home movies. The result is hilarious, edgy, at times confusing, funny and something not everyone will agree on. But this is cinema: We need to disagree!

februar 2019, berlinale forum

Think Film No. 7: Archival Constellations

Im Fokus des erneut im Rahmen von Forum Expanded stattfindenden Symposiums am 14. Februar stehen unerschlossene, vergessene oder prekäre Filmarchive sowie Archivprojekte an unterschiedlichen Orten. Jedes von ihnen ist mit lokalen Aufgaben und Problemen konfrontiert, die aber stets auch globale Fragestellungen berühren und dabei überraschende Verbindungen herstellen. Dieses Jahr findet Think Film unter dem Dach des Arsenal-Projekts „Archive außer sich“ statt, das sich als kollaborative Serie von interdisziplinär angelegten Forschungs-, Veranstaltungs- und Ausstellungsprojekten mit dem filmkulturellen Erbe und seinen Archiven beschäftigt. Veranstaltungsort ist das silent green. Alle Vorträge, Diskussionen und Präsentationen finden auf Englisch statt; der Eintritt ist frei.

februar 2019, berlinale forum

Filme und Diskussionen im silent green

2019 bespielen Forum und Forum Expanded zum ersten Mal die Kuppelhalle des silent green Kulturquartier. Im dort temporär eingerichteten "Werkstattkino" finden vom 8.-13. Februar im Anschluss an die Filmvorführungen ausführliche Podiumsdiskussionen mit den Filmemacher*innen und weiteren geladenen Gästen statt, die über die regulären Publikumsgespräche hinaus gehen und Themen und Diskurse aus den Filmen aufgreifen und vertiefen.

februar 2019, berlinale forum

Preis der deutschen Filmkritik für "Aggregat"

Marie Wilke ist für AGGREGAT mit dem Preis der Deutschen Filmkritik für den besten Dokumentarfilm 2018 ausgezeichnet worden. Der Film wurde im Forum 2018 uraufgeführt und in der Folge auf zahlreichen nationalen und internationalen Filmfestivals gezeigt und ausgezeichnet. Im November 2018 hatte er seinen Kinostart in Deutschland.

februar 2019, berlinale forum

Vergünstigte Tickets für Forum und Forum Expanded

Mitglieder des Arsenal erhalten gegen Vorlage ihres Ausweises ermäßigte Tickets zum Preis von 6 Euro für alle Vorstellungen von Forum und Forum Expanded sowie Sammelkarten für 6 Vorstellungen zum Preis von insgesamt 24 Euro. Der Erwerb einer Arsenal-Mitgliedschaft (12 Euro / ermäßigt 9 Euro pro Halbjahr) ist jederzeit an der Kinokasse des Arsenal möglich.

februar 2019, berlinale forum

Forum Expanded: Ausstellungen und Eröffnungen

Mit der Eröffnung der Gruppenausstellung in der neu eröffneten Betonhalle des silent green und in der Galerie Ebensperger Rhomberg und dem Luxoom Lab auf demselben Gelände startet am 6. Februar die vierzehnte Ausgabe von Forum Expanded. Unter dem Titel "ANTIKINO (The Siren’s Echo Chmaber)" sind dort bis bis zum 9. März Arbeiten von Monira Al Qadiri, Heike Baranowsky, James Benning, Félix Blume, Harun Farocki, Denise Ferreira da Silva and Arjuna Neuman, Shadi Habib Allah, Catherine Sullivan, Clarissa Thieme, Diana Vidrascu, Ute Waldhausen, Clemens von Wedemeyer, Evan Calder Williams and Anne Low, Billy Woodberry, Ala Younis und Akram Zaatari versammelt.

Bei SAVVY Contemporary, ebenfalls auf dem Gelände des silent green, eröffnet am 7. Februar die Ausstellung SHADOW CIRCUS von Ritu Sarin und Tenzing Sonam.

Die diesjährige Videoinstallation im Marshall McLuhan Salon der Botschaft von Kanada, NOTES TO SELF von Christina Battle, ist gleichfalls ab dem 7. Februar zu sehen.

januar 2019, berlinale forum

Archival Constellations

Bild aus The Second Journey (to Uluru)

Es gehörte immer zur Programmatik des Forums Filmgeschichte aus der Perspektive des Gegenwartskinos zu betrachten. Lebendige Archivarbeit schafft Neues.

Immer mehr Filme werden digitalisiert und restauriert. Dadurch wird es nicht nur möglich, signifikante Momente des Kinos wieder in Erinnerung zu rufen, sondern auch bestehende Filmgeschichtsnarrative in einer Gegenwart zu überprüfen, die von Transmedialität und Globalisierung geprägt ist. Die Überschrift „Archival Constellations“ ist Ausdruck des Wechselverhältnisses zwischen alt und neu und verweist auf Kooperationen und Solidargemeinschaften in einem Prozess, in dem durch Digitalisierung Filmgeschichte umgeschrieben wird.

januar 2019, berlinale forum

Forum 2019: Risiko statt Perfektion

Bild aus MS SLAVIC 7

Zum 49. Mal veranstaltet das Arsenal im Rahmen der Berlinale das Forum. Das Hauptprogramm umfasst in diesem Jahr 39 Filme, darunter 31 Weltpremieren. Die diesjährigen Special Screenings werden unter dem Titel „Archival Constellations“ in einer weiteren Pressemitteilung bekannt gegeben.

Das Hauptprogramm des Forums 2019 versteht sich nicht als Bestenliste, sondern versammelt Filme, die Wagnisse eingehen, Haltung zeigen und keine Kompromisse machen. Einige schauen zurück auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts, andere widmen sich dem, was kommen wird – und sind dabei doch gegenwärtig. Zahlreiche Filme der Auswahl gehen vom geschriebenen Wort aus. Sie beziehen sich auf Literatur oder arbeiten mit Briefen, Gedichten und anderen Schriften.

januar 2019, berlinale forum

14. Forum Expanded: ANTIKINO (The Siren’s Echo Chamber)

Bild aus The Mermaids, or Aiden in Wonderland

In einer Zeit, in der Bewegtbilder allgegenwärtig sind, werden mediale Grenzüberschreitungen, wenn sie überhaupt noch so zu nennen sind, durch andere Parameter bestimmt. Spannungsverhältnisse zwischen Mainstream und Underground, Erzählkino und Avantgarde, Kunst und Kino scheinen weitgehend aufgelöst. Heute stellen sich verstärkt übergreifende Fragen zum Verhältnis der Bilder zum Realen.

Das 14. Forum Expanded zeigt 30 Kurz- und Langfilme, 17 installative Arbeiten und eine Performance, die auf das Leben außerhalb der Echokammern verweisen, in denen wir uns nicht nur in den sozialen Medien wiederfinden.

februar 2019

50. Berlinale Forum

Das 50. Berlinale Forum findet vom 20. Februar bis 1. März 2020 im Rahmen der 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin statt. Informationen zur Online-Filmanmeldung finden...

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