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Mit vier Referenzprogrammen auf unserer Streamingplattform arsenal 3 nehmen wir Bezug auf einige der Kinoprogrammschwerpunkte im Juni.

Als Fußnote zur Werkschau, die auf die Ausstellung „Das dritte Leben der Agnès Varda“ (9.6.–20.7.) im silent green Kulturquartier Bezug nimmt, präsentieren wir Vardas letzte Arbeit: VARDA PAR AGNÈS (Varda by Agnès, F 2018). Wie bei einer Lecture illustriert Varda assoziativ künstlerische Visionen und Ideen mit Ausschnitten aus ihrem Schaffen. Ihre lebendigen und klugen Lektionen unterteilt sie dabei in zwei Abschnitte: In ihren Ausführungen zur „analogen Zeit“ von 1954 bis 2000 steht die Regisseurin im Vordergrund. Im zweiten Teil befasst sich Agnès Varda mit den Jahren von 2000 bis 2018 und zeigt, wie sie die digitale Technik nutzt, um in ihrer ganz eigenen Art auf die Welt zu blicken.

Ausgehend von Merv Espinas „Counter Encounters: Fleeting Topographies“-Programm laufen zwei Kurzfilme von Rox Lee auf arsenal 3, die in den 80er Jahren ebenfalls im Rahmen von Goethe-Instituts-Workshops entstanden sind und 2017 vom Arsenal digitalisiert wurden: LIZARD, OR HOW TO PERFORM IN FRONT OF THE REPTILE (1986) sowie SPIT+OPTIK (1988).

Eine Assoziationslinie von Lizzie Bordens Filmen führt zu unserem Verleihfilm GARDERIE NOCTURNE (Night Nursery, Moumouni Sanou, Burkina Faso/F/D 2021). In der Kreisstadt Bobo-Dioulasso, in der Nähe von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou, geben Sexarbeiterinnen ihren Nachwuchs in die Obhut von Frau Coda, einer älteren Dame, die sich seit Jahrzehnten um Kinder kümmert, deren Mütter nachts auf der Straße ihr Geld verdienen. Dem Filmemacher Moumouni Sanou ist es über die Jahre gelungen, das Vertrauen aller Beteiligten zu gewinnen und einen Einblick in das Leben von Odile und Farida zu bekommen, die beide auf die Dienste von Frau Coda angewiesen sind. Zärtlich und genau beobachtet er alle Aspekte ihres Lebens, Hausarbeit, Freizeit, intime Momente des Mutterseins, auch ihre Beziehung zu Frau Coda. Sanous zurückhaltender, respektvoller Blick macht die Vorzüge horizontalen Filmemachens deutlich, das sich durch größtmögliche Aufmerksamkeit und Sensibilität den Protagonisten gegenüber auszeichnet.

Die Filmproduzentin Çiğdem Mater, die 2016 mit Toz Bezi (Dust Cloth, Regie: Ahu Öztürk, Türkei 2015) zu Gast im Forum war, wurde kürzlich in der Türkei zu 18 Jahren Haft verurteilt. Der Vorwurf: Sie soll 2013 die Proteste im Gezi-Park mitorganisiert haben. Wir zeigen zwei von ihr produzierte Kurzfilme unter der Regie von Adrian Figueroa, die sich beide mit dem Kunstmäzen, Menschenrechtsaktivisten und Intellektuellen Osman Kavala befassen, der seit 2017 inhaftiert ist (obwohl der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte seine Freilassung verfügt hatte) und nun sogar zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. LETTERS FROM SILIVRI (Adrian Figueroa, Türkei/D 2020) basiert auf Briefen Osman Kavalas, der seit November 2017 im Gefängnis Silivri sitzt. Zu den aus dem Off verlesenen Briefen dreht sich die Kamera in einem Viertel Istanbuls immer wieder um die eigene Achse und erfasst in Zeitlupe das Leben in der Stadt. Im Zentrum von DEAR OSMAN (Adrian Figueroa, Türkei/D 2022) stehen Briefe, die Osman Kavala von seiner Familie und von Freunden ins Gefängnis geschickt wurden. Die Kamera fährt eine Wohnung ab und macht so die Leerstelle sichtbar, die durch Kavalas Verhaftung entstanden ist.

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