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arsenal 3 continues!

Schon eine Woche nach Beginn des ersten Lockdowns öffnete das Arsenal seine kurz zuvor für Mitglieder ins Leben gerufene Onlineplattform arsenal 3 zur kostenlosen Nutzung für alle. Unterstützt wurde diese Aktion von rund 100 Filmemacher*innen, die ihre Filme zunächst lizenzfrei zur Verfügung stellten. In den Folgemonaten entstanden viele Diskussionen rund um das Thema Streaming, begleitet von kreativen Angeboten. Auch das Arsenal hat einiges erprobt, zuletzt das sogenannte „Fußnotenkino“ zur Vertiefung und Erweiterung des Arsenalprogramms. Nach kurzer Pause eröffnet arsenal 3 jetzt neu mit einer Kombination aus bisher erprobten Formaten: Ausgewählte digitale Restaurierungen (mit denen 2019 alles begann) werden vorgestellt und bleiben für längere Zeit verfügbar. Immer dann, wenn es sich aus kuratorischer Sicht anbietet, werden „Fußnotenprogramme“ hinzugefügt. Erstmalig sind die Filme nun einzeln zum Preis von 5 Euro (3 Euro für Filme, die kürzer sind als 30 Minuten) für jeweils 48 Stunden abrufbar.

Im Januar werden fünf zusätzliche Arbeiten das umfangreiche Jonas-Mekas-Programm ergänzen.

In OUT-TAKES FROM THE LIFE OF A HAPPY MAN (Jonas Mekas, USA 2012) rahmt Jonas Mekas flüchtige Aufnahmen der Familie, von Freund*innen und der Stadt mit persönlichen Reflexionen. IN THE SHADOW OF THE LIGHT (Sarah Payton, Chris Teerink, NL/USA 2007) dokumentiert Mekas’ Liebe zum Kino: „Es geht um das besessene Verfolgen von Visionen und Ideen. Um Leidenschaft und Intensität.“ (Jonas Mekas) NEWS FROM HOME (Chantal Akerman, F/B/BRD 1976) ist ein Film der Spannung zwischen Ton und Bild, Intimität und Distanz, Familie und Welt. Über Bildern von New York in den 70er Jahren hört man Akermans Stimme, die Briefe ihrer Mutter vorliest. THE OLD JEWISH CEMETERY (Sergei Loznitsa, NL/Lettland 2015) erforscht den Ort eines nicht mehr existierenden jüdischen Friedhofs in Riga.
THE PARTISANS OF VILNA (Josh Waletzky, USA 1986) ist die Rekonstruktion der Geschichte des jüdischen Widerstands innerhalb und außerhalb des Ghettos von Vilnius durch Erzählungen von Zeitzeug*innen, Fotos und Ausschnitten aus Dokumentarfilmen.

Ab Dezember wird die arsenal-3-Bibliothek um fünf Werke erweitert, die auch mit Audiodeskription zur Verfügung stehen: BÖSE ZU SEIN IST AUCH EIN BEWEIS VON GEFÜHL (Cynthia Beatt, 1983) ist eine Komposition aus zerstörten Gebäuden, Berliner Nachkriegsarchitektur und dem disharmonischen Charakter der Musik von Maurice Weddington. TÖCHTER ZWEIER WELTEN (Serap Berrakkarasu, 1990) schildert die Schwierigkeiten einer türkischen Mutter und ihrer Tochter, die in Deutschland leben und unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Einflüssen ausgesetzt sind. Der Dokumentarfilm EKMEK PARASI – GELD FÜRS BROT (Serap Berrakkarasu, 1994) porträtiert den Alltag türkischer und mecklenburgischer Arbeiterinnen in einer Fischfabrik in Lübeck. In MEIN LEBEN, TEIL 2 (2003) versucht Angelika Levi, anhand von Audiokassetten, Fotos, Zeichnungen, Notizen und gepressten Pflanzen in die Krankheitsgeschichte ihrer Mutter einzudringen. PRATER (Ulrike Ottinger, 2007) verwandelt den Wiener Ort der Sensationen in ein Kinoerlebnis und reflektiert seine komplexe Geschichte.

Weiterhin zu sehen sind folgende fünf Titel: RAMDENIME INTERWIU PIRAD SAKITCHEBZE (Einige Interviews zu persönlichen Fragen, Lana Gogoberidse, Georgien 1978) über eine Journalistin, die Frauen zu ihren Lebensbedingungen und Wünschen interviewt, gilt als einer der ersten feministischen Filme der Sowjetunion. TALES FROM PLANET KOLKATA (Ruchir Joshi, Indien 1993) – zu gleichen Teilen Fiktion, Parodie, Essay und Dokument – erzählt auf besondere Weise von Kalkutta als Mythos und Realität. KYA HUA IS SHAHAR KO? (What Happened to This City?, Deepa Dhanraj, Indien 1986), ein vielschichtiger Film mit immenser politischer Kraft, thematisiert die Ausschreitungen zwischen Hindus und Muslimen im Jahre 1984. SHAIHU UMAR (Adamu Hallilu, Nigeria 1976) erzählt den von Sklaverei geprägten Lebens- und Leidensweg des nigerianischen Lehrers und Imams Shaihu Umar, der sich entschließt, seine verlorene Mutter zu suchen. MUEDA. MEMORIA E MASSACRE (Ruy Guerra, Mosambik 1979) zeigt ein öffentliches, von Laien in Szene gesetztes Reenactment des von der portugiesischen Kolonialmacht verübten Massakers von Mueda am 16. Juni 1960.

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