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  • HA'MAKAH HA'SHMONIM VE'AHAT, 1975

  • SHOAH, 1985

  • HABEHIRA VEHAGORAL, 1993

  • ME'KIVUN HA'YAAR, 2003

  • SOBIBOR, 14 OCTOBRE 1943, 16 HEURES, 2001

Die filmische Auseinandersetzung mit dem Holocaust bildet seit Vereinsgründung 1963 – damals noch als Freunde der Deutschen Kinemathek – eines der Kernanliegen unserer Arbeit. Dies zeigt sich bis heute sowohl im Programm unserer Kinos, des von uns ausgerichteten Berlinale Forums, als auch im Portfolio unseres Kinofilmverleihs. Um die filmische Erinnerung auch für kommende Generationen zugänglich zu halten, wurde aus unserer Filmsammlung eine Auswahl von 46 Titeln für dieses Projekt zusammengestellt. Es liegt ein Katalog vor, der die einzelnen Filme vorstellt und kontextualisiert. Zudem konnten im Rahmen des Projekts zehn Filme digital verfügbar gemacht werden.

In zwei Programmreihen präsentierte das Kino Arsenal 2015 16 Filme aus dem Projekt, darunter alle zehn neu digital verfügbaren Werke. Die Reihen fanden vom 27. Januar bis 4. Februar sowie vom 1. Oktober bis 9. November 2015 mit Einführungen, Filmgesprächen und Diskussionsrunden statt. Der Schwerpunkt lag auf Fragen zu Erinnerung, Archiv und Öffentlichkeit. Weitere Informationen sowie das Programm der einzelnen Termine im Januar, Februar, Oktober und November finden Sie unter dem Punkt Kino Arsenal unserer Homepage. Im Vorfeld stellte das filmwissenschaftliche FU-Seminar von Christian Pischel „Filmische Erinnerungen an den Holocaust“, in dem auch Teiles des vorliegenden Katalogs erstellt wurden, in Kooperation mit dem Projekt in öffentlichen Sichtungen acht weitere Filme aus der Sammlung vor. Zusätzlich wurden zwei Filme während des Berlinale Forum als digitale Wiederaufführungen mit Gästen präsentiert: HA'MAKAH HA'SHMONIM VE'AHAT (THE 81ST BLOW) von David Bergman, Haim Gouri, Jacques Ehrlich, Miriam Novitch und Zvi Shner (Israel 1975) und ME'KIVUN HA'YAAR (OUT OF THE FOREST) von Limor Pinhasov Ben Yosef und Yaron Kaftoroi Ben Yosef (Israel 2003). Beide Filme hatten ihre Deutschlandpremieren im Forum gefeiert.

Weiterhin präsentieren 2015 neun Kinos bundesweit Film aus dem Projekt in eigenen Reihen: Kinemathek Karlsruhe (6.-31.10.), Filmpalette in Köln (7.10.-8.11.), Cineding in Leipzig (19.-21.10.), Caligari FilmBühne in Wiesbaden (19.10-24.11.), Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt a.M. (21.-28.10.), Filmmuseum Potsdam (3.-8.11.), Kommunales Kino Freiburg (6.-22.11.), OFFKINO im Filmhaus Bielefeld (6.11.), Werkstattkino in München (26.11.-2.12.).

Projektleitung: Gesa Knolle
Projektkoordination: Tanja Horstmann, Carsten Zimmer
Katalogredaktion: Karin Herbst-Meßlinger
Technische Leitung Digitalisierung: Markus Ruff
Koordination Filmreihe: Annette Lingg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Christine Sievers

Der Katalog zum Projekt erschien in Zusammenarbeit mit dem filmwissenschaftlichen Seminar „Filmische Erinnerungen an den Holocaust“ der Freien Universität Berlin eine begleitende Publikation. Neben einleitenden Beiträgen von Christian Pischel und Tobias Ebbrecht-Hartmann stellt der Katalog alle 46 Filme des Projekts vor und ordnet sie in einen filmhistorischen Kontext ein. Der Katalog ist im Handel erhältlich  (ISBN 978-3-944692-13-5). Gerne schicken wir ihn interessierten Kinos kostenfrei zu.

Das Projekt "Asynchron. Dokumentar- und Experimentalfilme zum Holocaust. Aus der Sammlung des Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V." wird gefördert durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

Neu digital verfügbare Filme

Im Rahmen des Projekts „Asynchron. Dokumentar- und Experimentalfilme zum Holocaust. Aus der Sammlung des Arsenal“ konnten zehn Filme digitalisiert bzw. in digitaler Kinofassung angekauft werden. Sie liegen als DCP, teils auch als Blu-ray, mit deutschen Untertiteln vor.

DARK LULLABIES
Irene Angelico, Abbey Neidik, Kanada 1985, 82 min, FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Einer der ersten Filme, der sich bereits in den 80er Jahren mit den Auswirkungen des Holocausts auf die Nachfolgegeneration auseinandersetzte. Die Filmemacherin, deren Eltern das Ghetto von Vilnius überlebten, befragt in Kanada und Israel andere Kinder von Überlebenden. Welchen Einfluss hat die Verfolgungsgeschichte der Eltern auf das eigene Leben? In Deutschland begegnet sie Kindern von Tätern, die von der Entdeckung der Verbrechen ihrer Eltern berichten und davon, wie sie mit deren Schuld umgehen.

DER LETZTE JUDE VON DROHOBYTSCH
Paul Rosdy, Österreich 2011, 94 min, FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Alfred Schreyer (1922-2015) erzählt die Geschichte seiner Familie – über ein Jahrhundert voller Tragik und Lebensmut. Als einziger aus seiner Familie überlebte er den Holocaust und kehrte in seine Heimatstadt Drohobytsch in der heutigen Ukraine zurück. Viele Jahre war er Sänger und Violinist im örtlichen Kinofoyer-Orchester. Das einzige Lied, das er je selbst komponierte, heißt Bronitza Wald. In diesem Wald wurden über 11.000 Juden erschossen, unter ihnen Schreyers Mutter.

HA'MAKAH HA'SHMONIM VE'AHAT (DER 81. SCHLAG)
David Bergman, Jacques Ehrlich, Haim Gouri, Miriam Novitch, Zvi Shner, Israel 1975, 115 min
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Als Kind wurde Michael Goldmann-Gilad im Ghetto von Przemysl mit 80 Schlägen fast zu Tode geprügelt. Er überlebte, zog nach Israel, doch dort wollte ihm niemand glauben – das war für ihn wie der 81. Schlag. Ohne Kommentar verbindet er wenig bekanntes Archivmaterial mit Zeugenaussagen vom Eichmann-Prozess in Jerusalem zu einer detaillierten Beweisführung. Er spannt den Bogen vom jüdischen Leben in Europa vor 1933, Hitlers Machtergreifung, dem Kriegsausbruch, der Errichtung, dem Aufstand und der anschließenden Liquidierung des Warschauer Ghettos hin zu den Deportationen und Vernichtungslagern. Das Archivbild wird in diesem Film vom Dokument auch zum Monument, vom Beweisstück zum Denkmal.

HABEHIRA VEHAGORAL (WAHL UND SCHICKSAL)
Tsipi Reibenbach, Israel 1993, 118 min, FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
„Warum hast du Dich von Lager zu Lager schleppen lassen? Warum hast Du nichts getan?“ Reibenbach will lernen, ihre Eltern, beide Holocaustüberlebende, zu verstehen. Während sie deren ritualisierten Alltag in einem Wohnblock in Israel beobachtet, erzählt der Vater vom Leben in den Ghettos und den Todeslagern. Die Mutter schweigt, kocht und putzt.

ME'KIVUN HA'YAAR (STIMMEN AUS DEM WALD)
Limor Pinhasov Ben Yosef, Yaron Kaftori Ben Yosef, Israel 2003, 94 min, FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Zwischen 1941 und 1944 wurden in Ponar, einem Dorf in der Nähe von Vilnius, mehr als 100.000 Menschen, zum größten Teil Juden, ermordet. Kazimierz Sakowicz, ein Einwohner von Ponar, dokumentierte die Erschießungen ebenso wie das Alltagsleben im Ort in Tagebucheinträgen auf Zetteln, Kalenderblättern und in Heften. Aus ihnen wird deutlich, dass die Massenhinrichtungen damals nicht heimlich, sondern öffentlich durchgeführt wurden. Anhand der Tagebuchauszüge stellt der Film die Erinnerungen der DorfbewohnerInnen denen der Überlebenden gegenüber.

PARTISANS OF VILNA
Josh Waletzky, USA 1986, 130 min, FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Der Film erzählt vom bewaffneten Widerstand und den internen Auseinandersetzungen im Ghetto von Vilnius. Unter den jüdischen PartisanInnen waren viele StudentInnen – sie waren jung, gebildet und unabhängig. Sie schlossen sich in den umliegenden Wäldern russischen, polnischen und litauischen Gruppen an. Auch hier begegneten ihnen Antisemitismus und Ressentiments. PARTISANS OF VILNAenthält 40 Interviews mit ehemaligen WiderstandskämpferInnen, aufgenommen in Israel, New York, Montreal und Vilnius sowie Archivmaterial aus den Jahren 1933–1944. Traditionelle Lieder und jiddische Interpretationen bekannter Partisanenlieder übernehmen eine wichtige Rolle im Film.

SHOAH
Claude Lanzmann, Frankreich 1985, 566 min, nur DCP und 35mm
Die filmische Auseinandersetzung mit dem Holocaust ist immer auch eine mit der Darstellbarkeit des nicht Darstellbaren. Zu dieser Diskussion hat Lanzmann mit Shoah einen herausragenden, radikalen und formal strengen Beitrag geleistet. Er spricht mit Zeugen des Massenmordes in den Vernichtungslagern und Überlebenden des Warschauer Ghettos, mit Tätern, Zuschauern und jüdischen Überlebenden der Sonderkommandos. Lanzmann fragt nicht nach dem Warum, sondern nach dem Wie. Beharrlich und sachlich erkundigt er sich nach einer Fülle von Details. Der Film kommt gänzlich ohne Kommentar und Archivmaterial aus und zeigt keinen einzigen Toten. Stattdessen führt er an die Orte der Vernichtung in der Gegenwart.

SOBIBOR, 14 OCTOBRE 1943, 16 HEURES
Claude Lanzmann, Frankreich 2001, 100 min, FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
„Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr“ bezeichnet exakt Ort, Datum und Uhrzeit des Beginns des einzigen gelungenen bewaffneten Aufstands in einem nationalsozialistischen Vernichtungslager. Auf die Fragen Lanzmanns antwortet Yehuda Lerner, einer der Überlebenden des Aufstands, zu den Bildern der Gedenkstätte mit klaren und einfachen Worten, zu seinem Schicksal als 16-jähriger Zwangsarbeiter im Vernichtungslager Sobibor und seiner Rolle am Aufstand.

TOTSCHWEIGEN
Margareta Heinrich, Eduard Erne, Österreich, Deutschland, Niederlande 1994, 88 min, FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Der Film begleitet die Suche nach einem Massengrab ungarisch-jüdischer Zwangsarbeiter, die im März 1945, wenige Tage vor dem Eintreffen der Roten Armee, in der Nähe des österreichischen Ortes Rechnitz hingerichtet wurden. Ein Augenzeuge wurde ermordet, ein Überlebender stirbt, die beiden Hauptverdächtigen konnten fliehen. Auf der Suche nach Antworten erleben die FilmemacherInnen eine verschworene Dorfgemeinschaft, die sich der Aufarbeitung des Verbrechens entzieht. Bis heute sind die Umstände ungeklärt und das Massengrab konnte nicht gefunden werden. - Film des Monats: Februar 1996: Jury der evangelischen Filmarbeit

VOICES FROM THE ATTIC
Debbie Goodstein, USA 1988, 60 min, FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
3 mal 4,5 Meter und 1,4 Meter Deckenhöhe: Das sind die Maße des Dachbodens im polnischen Urzejowice, auf dem sich 16 Mitglieder der Familie der Regisseurin vor den Nationalsozialisten versteckt hielten. Nach zwei Jahren konnten 13 von ihnen das Versteck verlassen. In VOICES FROM THE ATTIC begleiten die Filmemacherin und fünf ihrer Cousinen und Cousins ihre Tante Sally, die damals selbst noch ein Kind war, auf der Reise zurück an diesen Ort, über den in der Familie nicht offen gesprochen wurde.

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