November 2019, kino arsenal

In person: Lizzie Borden und Bette Gordon

VARIETY, 2013

Sowohl (USA 1983) von Bette Gordon als auch BORN IN FLAMES (USA 1983) von Lizzie Borden übten jahrzehntelang Einfluss auf die feministische Filmgeschichtsschreibung und Theoriebildung aus. Beide Filme sind um 1983 aus der Bewegung des Independent Cinema heraus in New York entstanden. Sie liefen im Berlinale Forum und -wurden anschließend durch das Arsenal im deutsch-sprachigen Raum verliehen. Mittlerweile liegen sie in restaurierten Fassungen vor. Gemeinsam mit der Viennale nehmen wir das zum Anlass, sie zur Wiederaufführung zu bringen. Wir freuen uns, dass die Regisseurinnen in Berlin und Wien zu Gast sein werden, um ihre Filme in einer Gegenwart zu diskutieren, in der sie neue Relevanz erlangt haben. Leider musste Lizzie Borden ihren Besuch aus gesundheitlichen Gründen absagen.

VARIETY ist der Versuch, männlich dominierte Blickstrukturen aufzubrechen. Christine jobbt in New York als Kassiererin eines Pornokinos. Aus ihrem Kartenhäuschen heraus beobachtet sie die Besucher. Nach und nach entwickelt sie eine Faszination für die Pornoindustrie. Als ein Kunde sie zu einem Baseballspiel einlädt und abrupt aufbricht, beginnt sie, ihn zu verfolgen. Ihre Obsession führt sie in dunkle Straßen, auf Fischmärkte, vielleicht in die Welt der Mafia.

BORN IN FLAMES ist eine feministische Zukunftsvision über ein Amerika, das trotz kultureller Revolution die Gleichberechtigung der Frau nur vordergründig anerkennt. Aus Wut über leere sozialistische Versprechungen nimmt eine Armee radikaler Frauen den Kampf gegen Sexismus und Rassismus auf. Der zunächst gewaltfreie Feldzug eskaliert, als eine der Leitfiguren unter mysteriösen Umständen im Gefängnis umkommt. Kathryn Bigelow ist in ihrem einzigen Auftritt als Schauspielerin als Redakteurin einer feministischen Zeitschrift zu sehen. (stss) (3.11.)