Juni 2012, kino arsenal

Kolloquium der Deutschen Kinemathek: Avantgarde im Archiv?!

KASKARA, 1974

Wie kommen Avantgarde- und Experimentalfilme ins Archiv – und von dort wieder an die Öffentlichkeit? Abseits konventioneller Herstellungs- und Verwertungswege entstanden, und lange Zeit allenfalls an den Rändern der Filmgeschichtsschreibung wahrgenommen, finden diese Filme meist nur über das persönliche Engagement einzelner Sammler/innen ihren Weg ins Archiv. Dort stellen sie häufig genug archivarische Standardstrategien in Frage: Wie beschreibt man Werke, bei denen herkömmliche Inhaltsangaben zu kurz greifen? Welche Regeln der Konservierung stellt man für Material auf, das kein Negativ als Originalvorlage besitzt? Wie können Filme, die ihre eigene Materialität thematisieren, angemessen restauriert werden?

Vier internationale Sammlungen – das Academy Film Archive in Los Angeles, das EYE Film Institute in Amsterdam und die Deutsche Kinemathek sowie das Arsenal – Institut für Film und Videokunst – stellen ihre Avantgardefilmbestände vor und diskutieren über Herausforderungen und Perspektiven im Umgang mit diesen Filmen. Daniel Meiller (Deutsche Kinemathek), Simona Monizza (EYE Film Institute), Mark Toscano (Academy Film Archive) und Stefanie Schulte Strathaus (Arsenal) erklären, welche Strategien der Archivierung und Digitalisierung möglich sind und stellen Konzepte vor, wie Unentdecktes an die Oberfläche gebracht werden kann. Vermittlung von Archivarbeit und Avantgardefilmen steht auch im Zentrum des diesjährigen Kinderkolloquiums, das parallel für Kinder zwischen acht und 14 Jahren stattfinden wird. (15. & 16.6.)

 

Am Abend des 15.6. findet die 13. Verleihung des Kinopreises des Kinematheksverbunds statt. Der Eintritt zu Kolloquium und Kinopreisverleihung ist frei. Ausführliche Informationen: www.deutsche-kinemathek.de (Anke Hahn)