Christoph Hochhäusler (*1972) nimmt als Filmemacher und Autor im deutschen Kino des 21. Jahrhunderts eine markante Position ein. Seine Filme bespielen stets das Hier und Jetzt, sind Gegenwartskino im doppelten Sinne. Sie bearbeiten ästhetisch eindrücklich gegenwärtige Phänomene und widmen sich gesellschaftlichen und technologischen Transformationen sowie deren Auswirkungen auf persönliche Beziehungen. Die Gegenwart und ihre komplexen Systeme finden hier eine Form. In Hochhäuslers Geschichten geht es oft um Lügen und Intrigen, um Manipulation und Täuschung. Immer wieder nahe am Genrekino (Film noir, Krimi, Politthriller, Gangsterfilm) inszeniert, werden sie außerdem von Betrug, Verrat und Begehren angetrieben. Das Gefühl, dass etwas im Gang ist, aber kaum jemand weiß, was wirklich geschieht, erfüllt sie genauso wie das nicht immer klar zuordenbare Nebeneinander von filmischer Wirklichkeit und Imagination. Eine unübersehbare Signatur Hochhäuslers ist der spezielle Fokus auf die Erkundung und visuelle Darstellung von Räumen und Architekturen. Die Schauplätze sind meist urban – angesiedelt in der Politik, der Medienlandschaft oder der Finanzwelt – doch sein Werk umfasst auch Blicke auf die Provinz. Nicht zuletzt zeichnen sich Hochhäuslers Filme durch kundige filmhistorische Bezüge aus, ohne deshalb ihre dezidierte Zeitgenossenschaft aufzugeben.
Parallel zu einer Ausstellung im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) (10.9. bis 8.11.) zeigt das Arsenal ab dem 3. September eine Werkschau der Filme von Christoph Hochhäusler. Es handelt sich um drei kurze und sieben lange Filme aus dem Zeitraum 1998 bis 2026. Fast alle hatten bei den großen internationalen Festivals in Berlin, Cannes oder Locarno ihre Weltpremiere. Das Programm wird flankiert von Einführungen von Esther Buss, Matthias Dell, Jan Künemund, Anne Küper und Sebastian Markt. Wir freuen uns sehr, dass Christoph Hochhäusler an den beiden Eröffnungsabenden für Gespräche mit dem Publikum im Arsenal zu Gast ist. (Birgit Kohler)
Mit freundlicher Unterstützung des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.).
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