Der Kinoraum bzw. das sich dort versammelnde Publikum bildet im besten Fall allabendlich einen gesellschaftlichen Mikrokosmos. Hier treffen unterschiedliche Zuschauergruppen zusammen, werden ästhetische Erfahrungen geteilt, entsteht ein Dialog über Gesehenes, Gehörtes oder Gesagtes. Wenn man so will, spiegelt sich in diesen Momenten im Kleinen das Große, wird eine Gruppe Interessierter für die Zeit einer Spielfilmlänge (plus der Dauer einer Diskussion) ein Öffentlichkeitsnukleus. Was im Kinosaal selten auffällt oder wahrgenommen wird, tritt in Filmen so häufig wie deutlich zu Tage. Aus kleinen oder großen Figurenensembles lassen sich größere Strukturen ableiten, in Vignetten scheinen umfassende narrative (Welt)-Würfe durch, aus punktuellen Verwerfungen treten grundlegende Konfliktlinien hervor. Pars pro Toto: Quer durch die Filmgeschichte präsentiert die Magical History Tour fünf formal unterschiedliche Mikrokosmen, die wesentlich Größeres im Blick haben. (Milena Gregor)
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