So 30.08.
12:00
Regie
Ute Aurand
D / 2026
20 Min.
/ 16 mm
/ Stumm
Kino
Arsenal
zu dem KalenderAnschließend Gespräch mit Ute Aurand und Stefanie Schulte Strathaus
Am 30. August präsentieren wir einen neuen Film von Ute Aurand: DAS NEUE ARSENAL entstand im Auftrag des Arsenal Filminstituts während des einjährigen Umbaus der Westhalle des silent green zum Kinosaal. Der Film beginnt, als es noch visionäre Kraft erforderte, sich die Trauerhalle eines ehemaligen Krematoriums als Kino vorzustellen. Er endet, als die ersten Zuschauer*innen den fertigen Saal betraten. Dazu zeigen wir zwei frühere Filme, die Ute Aurand für das Arsenal drehte: FÜR KARL entstand 2012 anlässlich des Renteneintritts unseres früheren Verleihmitarbeiters Karl Winter. Zehn Jahre später verstarb er im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung. ARSENAL FILMARCHIV 20.12.2022 entstand an einem einzigen Tag, kurz bevor die alten, mit vielen Aufklebern versehenen Pappbehälter, in denen Filmrollen lagerten, durch einheitliche Kunststoffbehälter ersetzt wurden. Doch der Film zeigt mehr als die Regale, die ihn künftig selbst beherbergen würden: Indem die Kamera sich quer durch den Raum von einem Filmtitel zum anderen bewegt, macht sie die unendliche Vielfalt filmhistorischer Verbindungslinien sichtbar.
Programm:
Für Karl Ute Aurand D 2012 16 mm stumm 5 Min.
Arsenal Filmarchiv 20.12.2022 Ute Aurand D 2022 16 mm stumm 3 Min.
Das neue Arsenal Ute Aurand D 2026 16 mm stumm 20 Min.
DAS NEUE ARSENAL
Zwei Statements zu einem neuen Film von Ute Aurand
„Als Stefanie Schulte Strathaus (Künstlerische Leiterin des Arsenal Filminstituts) mich fragte, ob ich den Bau des neuen Kinos Arsenal im silent green in Berlin-Wedding filmisch begleiten möchte, gefiel mir die Idee. Alle sechs Wochen besuchte ich die Baustelle und filmte den Innenausbau des zukünftigen Kinos in der ehemaligen Trauerhalle des alten Krematoriums mit meiner 16-mm Bolex-Kamera: die hellen Wände sind plötzlich schwarz, schwere Metallkonstruktionen für die Sitze werden installiert, Akustikplatten an die Decke geschraubt, Leinwand und Projektionsraum gebaut, unendlich viele Kabel verlegt und zum Schluss werden die alten Stühle aus dem Arsenal vom Potsdamer Platz in neuen Farben eingebaut. Stück für Stück verwandelt sich die Trauerhalle in ein Kino mit 169 Plätzen. Faszinierend wieviel Handarbeit in diesem Bau steckt. Am 3. Mai 2026 wurde das Kino feierlich eröffnet.“ (Ute Aurand)
„Kaum eine Tätigkeit verbindet so augenscheinlich die Begriffe Natur und Kultur wie die Arbeit auf einer Baustelle. Menschen und Materialien treten in sichtbare Interaktion: Während gebaut wird, verändern sich Lichtverhältnisse, Staub wird aufgewirbelt, Blickschneisen werden freigelegt oder verschwinden. Zuweilen wehrt sich das Material gegen menschliche Pläne, insbesondere dann, wenn sie der eigenen Geschichte zuwiderlaufen. Die Anstrengung, etwas Neues aus dem Alten hervorzubringen, ist den Arbeitern trotz ihrer Routiniertheit anzusehen, genauso wie die Freude darüber, wenn es gelingt.
Aus der denkmalgeschützten Trauerhalle eines Krematoriums ein Kino zu bauen, war selbst schon Kino. Es war ein gewaltiger Akt, der Zeit in Anspruch nahm. Um die Baustelle herum wachsende Blumen wurden zu Zeugen des Geschehens. Nachdem sie verblüht und im Schnee verschwunden waren, tauchten sie zum Abschluss der Bauarbeiten wieder auf und blühten weiter, als das Publikum den Raum betrat.
Eine weitere Beobachterin: Die 16-mm-Kamera von Ute Aurand. Mit der gleichen Empathie, die sowohl die Stimmung in einer Trauerhalle, wie auch in einem Kino ausmacht, hat sie während des ganzen Prozesses immer wieder ihren Platz auf der Baustelle gesucht und gefunden und wurde damit selbst zur Beteiligten.“ (Stefanie Schulte Strathaus)
Gefördert durch:

