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Persona non grata

Filmstill aus PERSONA NON GRATA: Ansicht eines Raumes, der leer ist bis auf einen Stuhel, der unter einem der beiden Fenster steht, und einem Fernseher, der im Vordergrund auf dem Boden steht.

So 30.08.
20:00

Nachdem ein Fernseher aus einer Wohnung im Obergeschoss in den Hinterhof geflogen ist, macht sich der Filmemacher auf den Weg in die Westberliner Nacht. Christoph Doerings Super-8-Film PERSONA NON GRATA ist ein Film über die Flucht aus einer TV-Realität, die Untergang und Finsternis suggeriert. 

Doering gilt als eine der wichtigsten Figuren der Westberliner Super-8-Szene der 1980er Jahre. Zusammen mit Knut Hoffmeister, Sascha von Oertzen, Ghazi Twist und Yana Yo gründete er 1982 die Multimedia-Gruppe Notorische Reflexe. Sein Werk umfasst Film, Video, Malerei und Performance. Heute versteht er sich in erster Linie als Maler und präsentiert seine Bilder als C.D. Aschaffenburg.
Das Arsenal konnte PERSONA NON GRATA und ­URLAUBSCLIP AFRIKA – ein kritischer Kommentar zu kolonialer Bildsprache – mit Mitteln des Förderprogramms Filmerbe restaurieren. Ausgehend von diesen Premieren hat Florian Wüst ein zweiteiliges Programm zusammengestellt, das neben Doering je zwei Filme von Hoffmeister und Yo sowie FRAGMENT VIDEO der Notorischen Reflexe präsentiert.

Die Filme beschreiben in ihrem autodidaktisch-performativen Umgang mit dem Medium Super-8 das Lebensgefühl in der ummauerten Frontstadt West-Berlin: permanenter Kriegszustand, Häuserkampf, Schwarz-Rot-Gold vs. Punk, New Wave, Queerness und Drogen. Ein neben Fernseher, Mauer und Stadtautobahn wiederkehrendes Motiv ist der Computer, dessen zukünftiger Einfluss auf den Alltag der Menschen sich Anfang der 1980er Jahre bereits erahnen lässt. In Doerings KRAUSE – ODER EIN BESCHRIEBENER FILM IST WIE EIN ERZÄHLTES MITTAGESSEN, dem einzigen der neun Filme, der im Original auf 16mm gedreht wurde, bieten der Vorstellungskraft des von Malerei, Experimentalfilm und Videokunst gelangweilten Künstlers nicht einmal mehr die Kinomythen Hollywoods eine Zuflucht – in einer Welt der Simulation in der Simulation in der Simulation.

Filme:
3302 – Der Taxifilm Christoph Doering BRD 1979 DCP 15 Min.
Sax Yana Yo BRD 1983 DCP 6 Min.
Berlin/Alamo Knut Hoffmeister BRD 1979 DCP 9 Min.
Persona Non Grata Christoph Doering BRD 1981 DCP 16 Min.
Urlaubsclip Afrika Christoph Doering BRD 1984 DCP 6 Min.
Pause
Fragment Video Notorische Reflexe BRD 1983 DCP 12 Min.
Normalzustand Yana Yo BRD 1981 DCP 3 Min.
Deutschland Knut Hoffmeister BRD 1980 DCP 21 Min.
Krause – oder ein beschriebener Film ist halt wie ein erzähltes Mittagessen Christoph Doering BRD 1988 DCP 12 Min.

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