Khalid Abdalla

Khalid Abdalla ist ein britsch-ägyptischer Schauspieler, Produzent und Filmemacher. Er hat an der Cambridge University und an der École Philippe Gaulier in Paris studiert. In Kairo fokussiert sich seine Arbeit auf drei Orte, die er mitgegründet hat: Zero Production, Mosireen und Cimatheque, die sich mit unabhängiger Filmproduktion, Citizen-based Media und Filmvermittlung und –Vorführung befassen. Als Schauspieler war er in Paul Greengrass' oscarnominiertem Film United 93, Marc Forsters The Kite Runner und Green Zone zu sehen, in dem er gemeinsam mit Matt Damon spielt. Als Produzent war er verantwortlich für Hanan Abdallas In the Shadow of a Man, der 2012 auf der Berlinale Premiere feierte, und Red Line, Hanan Abdallas nächstem Dokumentarfilm mit Cressida Trew. Demnächst wird er als Darsteller in Tamer El-Saids In the Last Days of the City, Faruk Sabanonvics 3D-Animationsfilm Birds Like Us und Tala Hadids The Narrow Frame of Midnight zu sehen sein. Khalid ist ein Fellow im Edgware Road Projekt der Serpentine Gallery, sowie im Beirat des UK National Student Drama Festivals, ebenso wie von no.w.here, einer von KünstlerInnen betriebenen Organisation, die Filmproduktion und kritischen Dialog zum Bildermachen verbindet. Er lebt und arbeitet in Kairo und London.
(11) Film as Practice
(12) Experiment ↔ Institution

Thom Anderson

Thom Andersen hat fast sein ganzes Leben in Los Angeles verbracht. In den 1960ern drehte er Kurzfilme, darunter Melting (1965), Olivia’s Place (1966) und „--- -------“ (1967, mit Malcolm Brodwick). 1974 stellte er Eadweard Muybridge, Zoopraxographer fertig, eine 60-minütige Dokumentation über Muybridges fotografisches Werk. 1995 drehte er, gemeinsam mit Noël Burch, Red Hollywood, ein Video über die Filmarbeit der Opfer der Hollywood Blacklist. Bereits 1994 wurde das im Zuge der Recherche zur Blacklist entstandene Buch „Les Communistes de Hollywood: Autre chose que des martyrs“ veröffentlicht.
2003 komplettierte er Los Angeles Plays Itself, ein Video über die Repräsentation von Los Angeles im Film. 2010 stellte er Get Out of the Car fertig, ein kurzes Portrait von Los Angeles, auf 16mm gedreht. 2012 führte er Regie bei Reconversão, einem Video über die Arbeit des portugiesischen Architekten Eduardo Souto Moura. Seit 1987 unterrichtet Thom Andersen am California Institute of the Arts.
(8) Urban Cultures

Ronald Balczuweit

Ronald Balczuweit, geb. 1964, lebt in Berlin.
Studium der Theater, Film- und Fernsehwissenschaft, Portugiesischen Philologie und Lateinamerikanistik an der Freien Universität Berlin. War als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang Portugiesische Kulturwissenschaft an der Universität Trier und im Studiengang Dramaturgie an der HFF Konrad Wolf tätig. Seit 2004 Lehrbeauftragter im Studiengang Kunst und Medien an der Universität der Künste Berlin.
Veröffentlichungen zur Theorie des Films, zum experimentellen Film sowie zum portugiesischen und brasilianischen Kino.
(15) Wrap-Up Session

Madeleine Bernstorff

Madeleine Bernstorff ist Filmkuratorin, Filmforscherin, Autorin, Super8-Filmerin und Dozentin. Geboren 1956 in München, lebt und arbeitet in Berlin. Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen, Publikationen als Herausgeberin und Autorin, sowie kuratorische Projekte. Zuletzt u.a.: „Frühe Interventionen: Sufragetten – Extremistinnen der Sichtbarkeit“, Zeughauskino Berlin (2010); „Kleine Pfade, verschränkte Geschichten.“, Filmreihe mit Brigitta Kuster zum (Bild)Archiv des Kolonialismus, begleitend zur Ausstellung „In der Wüste der Moderne“ im Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2008). Lehrtätigkeiten u.a.: Universität der Künste Berlin (u.a. 2004–2006 Gastprofessur, Preis für „Die Gute Lehre“ (2005), HBK Braunschweig, Akademie der Bildenden Künste Wien, Calouste Gulbenkian Stiftung Lissabon.
(10) Film as Theory

Christa Blümlinger

Christa Blümlinger ist Professorin für Filmwissenschaft an der Universität Paris 8 Vincennes-Saint-Denis. Davor u.a. Universitätsassistentin (1999-2002) und Gastprofessorin (2008/09) am Seminar für Filmwissenschaft der Freien Universität Berlin. Beiratsmitglied von Forum Expanded.  Kuratierte und jurierte u.a. für das Dokumentarfilmfestival Duisburger Filmwoche, das Berliner Kino Arsenal  und das österreichische Filmfestival Diagonale. Zahlreiche Publikationen insbesondere zu Filmtheorie, Dokumentar- und Avantgardefilm, sowie zur Medienkunst. Deutsche Buchpublikationen (Auswahl): „Schreiben Bilder Sprechen. Texte zum essayistischen Film” (hg. gem. mit  Constantin Wulff, Wien: Sonderzahl 1992), „Das Gesicht im Zeitalter des bewegten Bildes” (hg. gem. mit Karl Sierek, Wien, Sonderzahl, 2002), „Kino aus zweiter Hand. Formen materieller Aneignung im Film und in der Medienkunst” (Berlin, Vorwerk 8, 2009).
(2) New Footage Found

Arianna Borrelli

Arianna Borrelli arbeitet an der Universität Wuppertal im interdisziplinären DFG-Forschungscluster „Epistemologie des Large Hadron Colliders (LHC)“. Das LHC - der weltgrößte Teilchenbeschleuniger - wurde im Frühjahr 2010 am CERN (Genf) in Betrieb genommen und kündigte vor kurzem die Entdeckung des Higgs Bosons an. Das interdisziplinäre Projekt verfolgt, wie sich der Dialog zwischen Theorie und Experiment um gegenwärtige und künftige LHC-Ergebnisse entfaltet.
In Rom (Italien) geboren, war Borrelli in der Forschung in verschiedenen Bereichen und an mehreren Orten tätig: theoretische Hochenergiephysik in Italien, Großbritannien und am CERN, Wissenschaftsgeschichte und  -philosophie an der Universität Braunschweig und am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Berlin). Neben Teilchenphysik und deren historischen und philosophischen Aspekten umfassen ihre Forschungsinteressen auch mittelalterliche Kosmologie, frühneuzeitliche Meteorologie und vormoderne und moderne Mechanik.
(6) Spacetime I: Theoretical Physics and Film

Pip Chodorov

Pip Chodorov, geboren 1965 in New York, seit 1972 als Filmemacher Komponist. Studierte Kognitionswissenschaft an der University of Rochester, NY und Filmsemiotik in Paris. Tätigkeit in der Filmdistribution – zunächst bei Orion Classics, NY, UGC, Paris; Light Cone, Paris, seit 1994 bei dem von ihm gegründeten Verleih Re:Voir Video in Paris, der experimentelles Kino auf Video vertreibt und The Film Gallery, der ersten Kunstgalerie, die sich ausschließlich auf experimentellen Film konzentriert. Er ist außerdem der Mitbegründer von L’Abominable, einem als Kooperative organisierten DIY-Filmlabor in Paris und betreibt das Online-Diskussionsforum FrameWorks. Seit 1989 arbeitet er für den amerikanischen Pavillion auf dem Cannes Film Festival. Seine Filme reichen von Animation (insbesondere Foto-Animation) bis zum Dairy-Film, chemischen Experimenten und optischen oder Farb-Print-Effekten.
Screening: Traité de bave et d'éternité

Christoph Dreher

Christoph Dreher studierte Philosophie und Politische Wissenschaften (Freie Universität, Berlin) sowie Film an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Mit der Band „Die Haut” veröffentlichte er zahlreiche Tonträger zwischen 1980 und 2000. Seit den späteren 80er Jahren realisierte er viele Dokumentarfilme und -serien, Musikvideos und andere künstlerische filmische Projekte als Autor und Regisseur. Christoph Dreher ist seit 2001 Professor für Film und Video an der Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung, Stuttgart.
http://www.christoph-dreher.com/
(5) The Edge of Narration

Madhusree Dutta

Madhusree Dutta ist Filmemacherin, Produzentin und Kuratorin. Sie arbeitet in den Themenfeldern Gender, Staatsbürgerschaft und Urbanität. Ihre Filme wurden sowohl in Indien, als auch international auf Filmfestivals, Kunstveranstaltungen und in Retrospektiven gezeigt. Dutta ist darüber hinaus die Leiterin von „Majlis Manch“, einem Zentrum für Rechtediskurs und interdisziplinäre Kunstinitiativen in Mumbai, Indien. Das Zentrum engagiert sich in der Kunstvermittlung für Schüler und Jugendgruppen und stellt Verbindungen zwischen verschiedenen Praktiken her, mit Hilfe von Theaterstücken, Filmen und multidisziplinären Arbeiten. Ihr derzeitiges kuratorisches Projekt „Cinema City: Research Art and Documentary Practices, 2008-2012“, untersucht die Verbindungen zwischen der Stadt und ihrem Kino um Kontext von Bombay/Mumbai. Am Projekt sind mehr als hundert KünstlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen, Genres und Sparten vertreten.
(8) Urban Cultures

Tamer El-Said

Tamer El Said ist ein ägyptischer Filmemacher, Autor und Produzent. Er lebt und arbeitet in Kairo. Er hat Filmregie am High Institute of Cinema studiert, machte dort 1998 seinen Abschluss und erhielt 2002 sein Diplom. Er hat als Regieassistent bei großen ägyptischen Filmproduktionen gearbeitet, Regie bei Werbefilmen geführt, unterrichtet und war als Produzent für verschiedene Produktionsfirmen tätig. Seine Kurz- und Dokumentarfilme sind vielfach ausgezeichnet. 2008 begann die Arbeit an Tamer El Saids erstem langen Spielfilm, In the Last Days of the City. Der Film wurde in Kairo, Alexandria, Beirut, Baghdad und Berlin gedreht und versammelt viele junge Talente aus der arabischen Welt. Bereits 2007 gründete El Said seine eigene Firma Zero Production, eine unabhängige Filmproduktionsfirma, in Kairo. Zero Production unterstützt unabhängiges Filmschaffen in Kairo und der Region, sei es als direkter Produzent, oder durch Vermietung von Ausrüstung und Arbeitsräumen. Gemeinsam mit Khalid Abdalla und anderen baut El Said derzeit das alternative Filmzentrum Cimatheque, auf, das Dienstleitungen und Raum für das Entstehen einer unabhängigen Filmbewegung in Kairo zur Verfügung stellen, Netzwerke aufbauen, Ressourcen teilen und eine Infrastruktur für alternativen Film etablieren soll.
(8) Urban Cultures
(14) Re-defining Production and Distribution

Heinz Emigholz

Heinz Emigholz, geboren 1948 in der Nähe von Bremen, machte zunächst eine Ausbildung zum technischen Zeichner, bevor er in Hamburg Literatur und Philosophie studierte. 1968 begann er Filme zu drehen. Seit 1973 lebt und arbeitet er als Filmemacher, Künstler, Schriftsteller, Schauspieler und Produzent in Deutschland und den USA. Er hat mehr als 80 Kurz- und Langfilme veröffentlicht, die immer noch im Verleih verfügbar sind. 1974 begann er seine enzyklopädische Zeichnungs-Serie „The Basis of Make-Up“. 1978 gründete er die Filmproduktionsfirma Pym Films. Zahlreiche Kunstausstellungen, Film-Retrospektiven, Vorträge und Veröffentlichungen in Büchern und Magazinen. 1984 startete seine Filmserie Photographie und Jenseits. Seit 1993 ist er Professor für Experimentelle Filmgestaltung an der Universität der Künste Berlin, wo er das Institut für Zeitbasierte Medien und das Programm Kunst und Medien mitbegründete. Seit 2003 gibt die Filmgalerie 451 eine Edition seiner sämtlichen Filme auf DVD heraus. 2012 wurde er zum Mitglied der Akademie der Künste Berlin gewählt.
www.pym.de
www.filmgalerie451.de
(1) Opening Session
(3) Image – Sound – Text
(6) Spacetime I: Theoretical Physics and Film

(15) Wrap-up Session

John Erdman

John Erdman wurde 1948 in New York City geboren. Er lebt und arbeitet dort bis heute. 1968 begann er, inspiriert von Yvonne Rainers „The Mind is a Muscle“ und Andy Warhols Chelsea Girls, mit Künstlern zu arbeiten, die sich mit Performance auseinandersetzten. Die 1970er Jahre hindurch arbeitete er mit Joan Jonas. 1972 besetzte Yvonne Rainer ihn in den männlichen Rollen in „This is the story of a woman who...“, nachdem er bereits in vielen ihrer großen Gruppenstücke mitgearbeitet hatte. Innerhalb dieses Stückes performte Erdman unter anderem auch Rainers bahnbrechenden Tanz „Trio A“. Zwischen 1975 und 1978 arbeitete er mit Richard Foreman in dessen Ontological Hysteric Theater, das sich unterschiedlichster Schauspielstile bediente, darunter Farce, Kabuki und Brechts „dialektischem“ Ansatz. In Robert Wilsons „Edison“ (1979) kontrastierten Erdmans kleine präzise Gesten Wilsons Opernvisionen. 1983 trat er als einer von zwei Schauspielern in Karole Armitages Ballett „Paradise“ auf. Seinen letzten Bühnenauftritt hatte er 1992 in Hope Gillermans „Family in the Works“. Im Laufe seiner Karriere, von 1971 bis heute, hat Erdman mit zahlreichen Film- und VideomacherInnen zusammengearbeitet, darunter Yvonne Rainer, Peter Campus, Sheila McLaughlin, Charles Atlas, Gary Schneider und Heinz Emigholz.
(7) Spacetime II: Space - Body - Language