August 2020, distribution news

FREM

von Viera Čákanyová

Zu Beginn: einige analoge Bilder, als sentimentale Erinnerung an uns, an biologische Materie, an die Dinge, die mal waren, und die Weisen, wie wir sie filmten, bevor alles verschwinden wird. Es folgt eine Komposition aus kristallklaren, digitalen Bildern – Topshots weißer Unendlichkeiten der Antarktis, choreographierte Fahrten, Flüge –, die hier und da Störungen, digitale Effekte aufweisen und von Atmen, Tonverzerrungen, weißem Rauschen begleitet werden. Maximale Sichtbarkeit, das Auge, dem nichts entgeht, weil es potentiell endlos auflösen und in alle Richtungen blicken kann, trifft auf eine Landschaft, die im Begriff ist, zu verschwinden, die ebenso überscharf und zugleich labil ist wie die präpotent-instabilen Bilder, durch die wir auf sie blicken.

Vereinzelt tauchen im Bild miniaturisierte Menschen auf, Überlebende einer Katastrophe, die irgendwann zwischen dem Ziehen der Dinosaurier und einer möglichen Zukunft über uns gekommen ist. FREM ist Dokument, poetische Untersuchung von Bildgebungsprozessen und Science-Fiction-Film in einem und verschränkt in insistierender Radikalität die Vorstellungsfelder von Kunst und Forschung, Realität und Fiktion, Abbild und Abgebildetem.

Forum 2020

Trailer

Radiointerview mit der Regisseurin bei www.unicross.uni-freiburg.de/

Viera Čákanyová wurde 1980 in Bratislava (Tschechoslowakei, heute: Slowakei) geboren. Sie studierte die Fachrichtung Drehbuch an der Academy of Performing Arts (VŠMU) in Bratislava und absolvierte den Bachelor-Studiengang im Bereich Dokumentarfilm an der Prager Film and TV School der Academy of Performing Arts (FAMU). Neben der Arbeit an ihren eigenen Filmen ist sie auch als Dramaturgin und Cutterin für unabhängige Filmproduktionen tätig. Außerdem realisiert Čákanyová Dokumentarfilme für gemeinnützige Organisationen und das Fernsehen. Filme: 2006: Under Underground (18 Min.). 2007: Piraňa / Piranha (26 Min.), Červi / Worms (13 Min.). 2009: 100 dní / 100 Days (22 Min.), Alda (52 Min.). 2011: Olda (80 Min.), Update (45 Min.). 2014: Letiací kôň / Flying Horse (Teil des Filmprojekts Gottland, 30 Min.), Rupicapra (Teil des Filmprojekts Slovakia 2.0, 10 Min.). 2019: FREM

FREM
Tschechische Republik, Slowakische Republik 2019. Länge: 73 Min. DCP. Sprache: Englisch. Regie, Buch: Viera Čákanyová. Kamera: Tomáš Klein, Viera Čákanyová. Montage: Marek Šulík, Viera Čákanyová. Sound Design: Miroslav Tóth, Dominik Dolejší, Stanislav Abrahám. Ton: Dominik Dolejší. Mit Martin Kovačík. Produktion: Nina Numankadić. Produktionsfirma: Hypermarket Film (Prag, Tschechische Republik). Co-Produzent*in: Ivan Ostrochovský. Co-Produktion: Punkchart films, Česká televize.