oktober 2021, kino arsenal

Und das Leben geht weiter – 
Retrospektive Abbas Kiarostami

Der Regisseur Abbas Kiarostami (1940–2016) ist der bedeutendste Vertreter des modernen iranischen Kinos und einer der angesehensten Autorenfilmer weltweit. Auch als Maler, Fotograf und Lyriker fand er große internationale Beachtung. Erst seit Kurzem sind seine frühen Filme restauriert und mit englischen Untertiteln verfügbar, was wir zum Anlass nehmen, im Oktober eine umfangreiche Retrospektive seines Werks zu präsentieren.

Das von Anke Leweke kuratierte Programm wird begleitet von Einführungen und von Videobotschaften von Freund*innen und Kolleg*innen Kiarostamis aus dem Iran. Zudem freuen wir uns, David Streiff, den ehemaligen Direktor des Filmfestivals von Locarno, Kiarostamis Übersetzerin und künstlerische Mitarbeiterin Massoumeh Lahidji sowie den Regisseur Mani Haghighi zu begrüßen. Am 10. Oktober wird im Rahmen des sonntäglichen Nachmittagsprogramms für Kinder und ihre Familien, "Großes Kino, kleines Kino", ein Kurzfilmprogramm mit Filmen Abbas Kiarostamis gezeigt.

oktober 2021, kino arsenal

arsenal 3: Abbas Kiarostami + Fortsetzung Werkschau Angelika Levi

Auf unserer Streamingplattform arsenal 3 zeigen wir im Oktober Filme, die einen Blick auf Abbas Kiarostami und sein Schaffen werfen. Ergänzt wird das Programm um Videobotschaften und -einführungen, die auch im Kino vor einzelnen Filmen gezeigt werden. Amir Naderi, Jafar Panahi, Mahmood Kalari, Seifollah Samadian, Leila Hatami, Taranhe Aidoosti, Kanako Hayashi und Asghar Farhadi – Kollegen, Mitarbeiter, Schauspielerinnen – erzählen von ihren Beziehungen zu den Filmen Kiarostamis.

Außerdem setzen wir anschließend an die Präsentation der digital restaurierten Fassung von Angelika Levis MEIN LEBEN Teil 2 beim Festival Archival Assembly #1 noch bis Ende Oktober die Werkschau ihrer seit 1983 entstandenen Filme fort.

oktober 2021, kino arsenal

Die letzte Stadt

Ein Archäologe und ein Waffendesigner, die sich in einem früheren Leben als Filmemacher und Psychoanalytiker kannten, treffen sich in einer Ausgrabungsstätte in der Negev-Wüste und beginnen ein Gespräch über Liebe und Krieg, das sie in der israelischen Stadt Be’er Sheva fortsetzen. Dann beginnt der Film mit wechselnden Darsteller*innen und Rollen einen Reigen, der durch Athen, Berlin, Hongkong und São Paulo führt. Es treten auf: ein alter Künstler, der auf sein jüngeres Selbst trifft, eine Mutter, die mit ihren beiden erwachsenen Söhnen – einem Priester und einem Polizisten – zusammenlebt, eine Chinesin und eine Japanerin, eine Kuratorin und ein Kosmologe. Die Dialoge handeln von obsolet gewordenen gesellschaftlichen Tabus, Generationskonflikten, Kriegsschuld und Kosmologien. Die Architekturen der Städte dienen als dritter Partner im Dialog der Figuren. (PYM Film)

Anlässlich der Kinopremiere des Films DIE LETZTE STADT (D 2020) von Heinz Emigholz zeigen wir ihn in der englischen und deutschen Sprachfassung und ergänzend dazu zwei weitere Filme des Regisseurs: Mit STREETSCAPES (D 2017) tauchen wir in das frühere Leben zweier Figuren, die wir aus DIE LETZTE STADT kennen, als der eine noch Filmemacher (John Erdman) und der andere Psychoanalytiker (Jonathan Perel) war. In und vor Gebäuden von Julio Vilamajó, Eladio Dieste und schließlich Arno Brandlhuber sprechen sie über künstlerische Blockaden, schöpferische Kräfte und die Kamera als Mittler. Der Film beruht auf einem fünftägigen analytischen Marathon, den Emigholz zuvor mit dem Trauma-Spezialisten Zohar Rubinstein unternommen hatte.

Bereits in DER ZYNISCHE KÖRPER (D 1991) untersuchte Emigholz Lebensprozesse und Schaffenskrisen sowie die vielfältigen Beziehungen zwischen einer auf Ewigkeit zielenden Architektur und dem in seiner endlichen Lebenszeit gefangenen menschlichen Körper. Fünf Menschen blättern in den Notizbüchern eines verstorbenen Lektors, der ihr Freund war: ein Schriftsteller, eine Fotografin, ein Architekt (John Erdman), ein Zeichner und eine Übersetzerin. (21., 23., 26. & 29.10., in Anwesenheit von Heinz Emigholz)

kino arsenal: Darkroom: Die Liebe, das Kino. 
Für Martin Dannecker

14:00 Kino 2


Un chant d'amour

Sternenschauer

Studio Bankside

14, Binar Garden

Song for Rent

Thèmes et variations

Scorpio Rising

Un chant d’amour Jean Genet F 1950 16 mm stumm 26 min
*Sternenschauer Matthias Müller D 1994 16 mm 2 min
Studio Bankside Derek Jarman GB 1972 Digital file 7 min
14, Binar Garden Teo Hernandez F 1968 Beta SP stumm 9 min
*Song for Rent Jack Smith USA 1969 16 mm 5 min
Thèmes et variations Germaine Dulac F 1929 35 mm stumm 9 min
*Scorpio Rising Kenneth Anger USA 1964 Digital file 29 min

In Anwesenheit von Martin Dannecker, präsentiert von Karola Gramann und Heide Schlüpmann (Kinothek Asta Nielsen)
kino arsenal: Künstlerinnenprogramm

17:30 Kino 2


Textiles Prozessieren (AT)

Voices (AT)

Einbrennen von Mustern / Burning-in Patterns

Textiles Prozessieren (AT) Anette Rose 30 min
Voices (AT) Clarissa Thieme Performance/Lesung 20 min
Einbrennen von Mustern / Burning-in Patterns Lisa Rave D 2015 Digital file 22 min
Eintritt frei

Anschließend Diskussion mit den Filmemacherinnen
kino arsenal: Werkschau Pascale Ferran

19:00 Kino 1


Lady Chatterley

Lady Chatterley Pascale Ferran Belgien/F 2006
Mit Marina Hands, Jean-Louis Coulloc’h, Hippolyte Girardot
35 mm OmU 161 min

Anschließend Gespräch mit Pascale Ferran
kino arsenal: Künstlerinnenprogramm

19:30 Kino 2


Steht noch dahin

Übersetzen / Überleben

Steht noch dahin Melissa Dullius Film & Lesung 16 mm 15 min
Übersetzen / Überleben Meggie Schneider 30 min
Eintritt frei

Anschließend Diskussion mit den Filmemacherinnen
kino arsenal: Künstlerinnenprogramm

21:30 Kino 2


Frozen Conflict (AT)

Chasing Houses / Häuser jagen

Frozen Conflict (AT) Steffi Wurster
work-in-progress, Ausschnitte Digital file 15 min
Chasing Houses / Häuser jagen Justin Time D 2017 DCP 60 min
Eintritt frei

Anschließend Diskussion mit den Filmemacherinnen