februar 2019, kino arsenal

The Total Filmmaker: Jerry Lewis

Seit er als Fünfjähriger das erste Mal auf einer Bühne stand und das Publikum dadurch zum Lachen brachte, dass er nach einem unabsichtlichen Stolpern eine Scheinwerferlampe zerstörte, war für Jerry Lewis sein weiterer Lebensweg vorgezeichnet: „Da wusste ich, was ich für den Rest meines Lebens zu tun hatte: stolpern, ausrutschen, hinfallen.“ Die glückliche Begegnung als 19-Jähriger mit Dean Martin führte zum Durchbruch, in zehnjähriger gemeinsamer Arbeit drehten sie neben ihren Bühnenshows 16 Filme, bevor es zur Trennung kam. Seine ikonisches Image hatte Jerry Lewis damals schon entwickelt: Neben dem gutaussehenden, coolen Dean Martin gab er das kindlich-unschuldige Gemüt, das irr-delirierend nur durch seine bloße Anwesenheit nicht anders kann, als Katastrophen auszulösen. In seinem Performancestil verbinden sich Mimik, Körpersprache und Stimmlage in obsessiver Intensität, in dem Unerwartetes und Unterdrücktes oft explosionsartig hervorbrechen. Den abrupten Änderungen der Stimme und Sprechweise, des Verhaltens und der Körpersprache entsprechen die Vervielfältigungen und Wechsel der Persönlichkeit, die er in seinen Filmen oft durchspielt, indem er in etwa mehrere Personen verkörpert oder sich mithilfe eines Tranks in einen anderen verwandelt. Seine Filme sind aber mehr als eine reine Abfolge von oft absurden Gags: Nicht selten gleiten sie in den schieren Wahnsinn ab, weisen satirische Beobachtungen vor allem des Showbusiness und Starkultes auf und entlarven den eigenen Illusionscharakter. Der so eigenwillige wie originelle Umgang mit Ton, Farbe und Dekors brachte Jerry Lewis Bewunderung vor -allem der französischen Filmkritik ein. Ab 1960 inszenierte sich Jerry Lewis selbst, hielt als Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und Schauspieler in Personalunion die künstlerische Kontrolle in eigenen Händen – der „total filmmaker“ war geboren.

Wir zeigen vor und nach der Berlinale eine kleine Auswahl von acht Filmen mit und teils von Jerry Lewis.

februar 2019, kino arsenal

Magical History Tour
 – Zäsuren der Filmgeschichte

Momente des Wandels, der Umbrüche und Krisen in der Filmgeschichte stehen im Mittelpunkt der Magical History Tour im Februar. Gezeigt werden Filme, die direkt auf technische, ökonomische, soziale oder politische Veränderungen Bezug nehmen, diese markieren oder davon beeinflusst sind, aber auch Arbeiten, in denen besondere Zäsuren erst mit Verzögerung ihr Echo finden. Offensichtliche filmische Spiegelungen einschneidender Ereignisse stehen neben Werken, deren Reflexion vergangener Krisen sich erst auf den zweiten Blick offenbart. Die Filmgeschichte an ihren Schnittstellen und Epochenschwellen zu betrachten, lädt einmal mehr dazu ein, die Geschichte des Films nicht in einer kontinuierlichen, einem vermeintlichen „Fortschrittsgedanken“ verpflichteten Entwicklung zu sehen, sondern als vielfältig lesbares Netz von Diskontinuitäten und Verwerfungen.

januar 2019, edition

Neue DVDs bei arsenal edition: "Havarie", "Revision" und "And-ek ghes..."

Bild aus Havarie

Wir freuen uns sehr, nach THE HALFMOON FILES und DER TAG DES SPATZEN drei weitere Filme von Philip Scheffner in Zusammenarbeit mit der Filmgalerie 451 als DVD veröffentlichen zu können: HAVARIE, AND-EK GHES … und REVISION.

In seinen Arbeiten realisiert Scheffner eine ganz eigene Art des politischen Denkens, durch das Sichtbarkeiten und Unsichtbarkeiten neu verteilt werden. Er lässt vielschichtige Seh- und Hörräume entstehen, verwebt Geschichten und betreibt intensive Spurensuchen mit stets offenen Anschlusspunkten. HAVARIE (2016): Am 14.9.2012 um 14:56 Uhr meldet das Kreuzfahrtschiff „Adventure of the Seas“ der spanischen Seenotrettung die Sichtung eines havarierten Schlauchbootes mit 13 Personen an Bord. Aus einem Youtube-Clip und biografischen Szenen entsteht eine Choreografie, in der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Reisenden auf dem Mittelmeer spiegeln. Auf einer Doppel-DVD erscheinen REVISION (2012) und AND-EK GHES … (Eines Tages …, 2016), bei dem Colorado Velcu Co-Regie führte. REVISION rekonstruiert die Umstände, die 1992 zum Tod von Grigore Velcu und Eudache Calderar auf einem Feld nahe der deutsch-polnischen Grenze führten. Mit beklemmender Dichte webt Scheffner ein Netz aus Landschaft und Erinnerung, Zeugenaussagen, Akten und Ermittlungen. AND-EK GHES …: Familie Velcu aus Faţa Luncii, Rumänien, zieht nach Berlin und inszeniert sich selbst in eine mögliche Zukunft hinein.

Alle Filme wurden im Forum der Berlinale uraufgeführt.

kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

16:00 Kino 1


Vortrag von Rasha Salti

Vortrag von Rasha Salti zum Spotlight „Reflections on Arab Masculinities“
In englischer Sprache
Eintritt 3 €

kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

17:00 Kino 2


Tshweesh

Last Days of the Man of Tomorrow

Street of Death

Kurzfilmprogramm (De-)Constructed Realities
Tshweesh Feyrouz Serhal D/Libanon/Spanien 2017
DCP OmE 26 min
Last Days of the Man of Tomorrow Fadi Baki D/Libanon 2017
DCP OmE 29 min
Street of Death Karam Ghossein Libanon/D 2017
DCP OmE 22 min

Anschließend Gespräch mit Feyrouz Serhal, Fadi Baki, Karam Ghossein
kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

19:00 Kino 1


Podiumsdiskussion zum Spotlight „Reflections on Arab Masculinities“

Podiumsdiskussion zum Spotlight „Reflections on Arab Masculinities“ mit Merzak
Allouache, Mohamed Soueid, Mohammad Hammad und Eliane Raheb
In englischer Sprache
Eintritt frei

kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

19:30 Kino 2


Nihayat Saida

Nihayat Saida Happily Ever After
Nada Riyadh, Ayman El Amir Ägypten 2016
DCP OmE 71 min

Anschließend Gespräch mit Nada Riyadh
kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

21:00 Kino 1


Akhdar Yabes

Akhdar Yabes Withered Green
Mohammed Hammad Ägypten 2016
DCP OmE 73 min

Anschließend Gespräch mit Mohammed Hammad
kino arsenal: 9. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin

21:30 Kino 2


Madame Courage

Madame Courage Merzak Allouache Algerien/F 2015
DCP OmE 90 min

Anschließend Gespräch mit Merzak Allouache