märz 2021, kino arsenal

arsenal 3 im März: Filme des Sensory Ethnography Lab

Das Sensory Ethnography Lab (SEL) an der Harvard-Universität zählt heute zu den interessantesten Produktionsstätten des dokumentarischen Kinos und der kinematografischen Forschung. Sozial- und Naturwissenschaften gehen subtile Beziehungen mit analoger und digitaler Medienkunst ein. Bild und Ton werden zu Seismografen einer körperlich erfahrbaren Welt, die von Menschen, Tieren und Geistern bewohnt wird. Der Streamingbereich arsenal 3 zeigt im März sechs der zwischen 2009 und 2017 entstandenen Filme, die zum Verleihprogramm von arsenal distribution gehören und zum größten Teil im Forum und Forum Expanded der Berlinale präsentiert wurden.

märz 2021, kino arsenal

arsenal 3 im März: Odd Ones Out – Filme aus dem Archiv der Kurzfilmtage Oberhausen, deren Geschichte noch nicht geschrieben ist

Das Projekt „re-selected – Filmgeschichte als Kopiengeschichte“, widmet sich seit 2018 im Rahmen von „Archive außer sich“ ausgewählten Filmen aus dem analogen Bestand des Archivs der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen und untersucht Filmgeschichte als Geschichte individueller Filmkopien. Unter dem Titel Odd Ones Out präsentiert „re-selected“ im März Filme auf arsenal 3, deren analoge Kopien aus dem Archiv der Kurzfilmtage Seltenheitsstatus haben. Einige von ihnen wurden deshalb im Zuge des Projekts digitalisiert.

 

Das Filmkopienarchiv der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen ist ein „Preisträgerarchiv“. Die Existenz der dort verwahrten Kopien verdankt sich also in aller Regel der Tatsache, dass ein Film von der internationalen Festivaljury oder einer der als bedeutend geltenden unabhängigen Juries mit einem Preis ausgezeichnet wurde.

Nicht immer war der Archivkopie damit jedoch eine dauerhafte Aufmerksamkeit garantiert. Während einige Kopien zumindest zeitweise für Filmprogramme bei Filmclubs oder Bildungsträgern im Umlauf blieben, andere als Meilensteine der Festivalgeschichte in Retrospektiven gezeigt wurden, blieben wieder andere Kopien weitgehend unbemerkt, wie die archivierten Laufkarten zeigen.

Wenn ein Film einen kommerziellen Verleih hatte oder von einem nationalen Filmarchiv vertrieben wurde, war die Oberhausener Kopie meist eine unter vielen und für das Nachleben des Films eher unerheblich. Anders jedoch, wenn die in Oberhausen archivierte Kopie eine von nur wenigen dieses Films war, oder wenn sich heute herausstellt, dass sie im Lauf der Jahre durch Kopienverluste und die Folgen der institutionellen Umstellung auf digitale Formate sogar zum Unikat wurde.

 

Am 18. März um 18 Uhr findet eine von Nikolaus Perneczky moderierte Online-Diskussion mit Tobias Hering, dem Kurator von „re-selected“, statt. Sie wird live auf dem Youtube-Kanal des Arsenals übertragen, Fragen können über den Chat gestellt werden.

februar 2021, berlinale forum

Das Forumsprogramm ist online

Das Programm von Forum und Forum Expanded, das vom 1. bis zum 5. März für Branchenvertreter*innen während des European Film Markets online und für das Berliner Publikum vom 10. bis zum 20. Juni in den Kinos zu sehen ist, ist nun online. Alle Informationen zu einzelnen Filmen des Forum-Hauptprogramms finden Sie hier und alle teilnehmende Regisseur*innen und Künstler*innen im Forum Expanded hier.

februar 2021, berlinale forum

51. Berlinale Forum: Slalomfahrten zwischen Fiktion und Dokument

Arbeit, Liebe, Freundschaft, Kino: All das gestaltet sich heute anders als vor einem Jahr. Die Sicherheiten, auf die man sich noch im Herbst 2019 verlassen konnte, sind porös geworden. In anderen Gegenden der Welt, in denen Unsicherheit ohnehin Teil des Alltags ist, mag man im Umgang damit geübter sein. Im auf Plan- und Machbarkeit ausgerichteten Westeuropa muss man sich an eine Situation, die an einen auf Dauerschleife gestellten Agilitäts-Workshop erinnert, erst gewöhnen. Wem es unter diesen Bedingungen gelingt, einen Film zu drehen und fertigzustellen, dem/der gebührt Hochachtung.

Die 17 Filme umfassende Auswahl des 51. Berlinale Forums setzt auf Arbeiten, die den außerfilmischen Unwägbarkeiten begegnen, indem sie in ihren Plots und Konstellationen die Unberechenbarkeit umarmen. Sie gibt dem Fragilen den Vorzug vor dem Bewährten. Filmemacher*innen, die am Anfang ihrer Karriere stehen, nehmen mehr Raum ein als ihre arrivierten Kolleg*innen.

februar 2021, berlinale forum

16. Forum Expanded: The Days Float Through My Eyes

Die plötzliche Koinzidenz von Stagnation und Veränderung, die wir derzeit erleben, hat unsere Vorstellung von Zeit und Raum – und damit das Kino – verändert. Das betrifft den Blick auf die ausgewählten Arbeiten wie auch das diesjährige Festivalformat, zweigeteilt, im Internet, drinnen und draußen. Die Forum Expanded Filmauswahl besteht aus vier Kurzfilmprogrammen, einem mittellangen und zwei Langfilmen, insgesamt werden im März 18 Filme gezeigt. Zusätzlich werden im Juni acht installative Arbeiten zu sehen sein.

Ein Experiment für das vom Arsenal – Institut für Film und Videokunst ausgerichtete Forum Expanded, das sich zum 16. Mal an der Schnittstelle des Kinos zu anderen Bereichen von Kunst und Gesellschaft positioniert. Der Titel „The Days Float Through My Eyes“ wurde dem Song „Changes“ entliehen. Vor 50 Jahren, als David Bowie ihn veröffentlichte, ging es ihm um sein Bild als Musiker, das sich nicht im gleichen Tempo wie sein wandelbares Selbstverständnis veränderte. Seit letztem Jahr sind Künstler*innen und Filmemacher*innen weltweit so ausgebremst, dass es für viele existenzbedrohend ist. Wenn das Programm des 16. Forum Expanded pandemiebedingt auch kleiner ausfällt, so möchte es sich doch mit ihnen allen solidarisch erklären.

februar 2021, kino arsenal

arsenal 3 im Februar: Birgit Hein

Der Streamingbereich arsenal 3 präsentiert im Februar eine Werkschau mit den Filmen von Birgit Hein. Experimentell, politisch und privat: Rückblickend beschreiben diese Begriffe vielleicht das ganze Spektrum eines „unabhängigen“ Kinos. Welche Reibungsprozesse jedoch hinter diesen Begriffen stecken, welche Momente der Ausdifferenzierung notwendig waren, um Positionen auszuloten, die heute gänzlich verschwunden zu sein scheinen, zeigt das filmische Werk Birgit Heins, das bis zu ihrer Trennung im Jahre 1989 auch das ihres früheren Ehemannes Wilhelm Hein ist.

 

Durch ihre Bücher und Texte hat Birgit Hein notwendige Verbindungen zwischen Theorie und Praxis, Geschichte und Gegenwart hergestellt. Ihre Bewegung von der bildenden Kunst zum Materialfilm, das Zeigen von Filmen und der fließende Übergang zur Performance, das autobiographische Projekt, das den Körper mit einbezieht, all dies sind Stationen ein und desselben Diskurses: Wie hängen Innen und Außen zusammen, wo genau liegt die Grenze, und aus was besteht sie, was sind die Vermittlungsformen, wie wird all das erfahrbar?

 

Birgit Hein wurde 1942 in Berlin geboren. Sie studierte von 1962-68 Kunstgeschichte in Köln, Wilhelm Hein Soziologie. Birgt und Wilhelm Hein kauften sich eine gebrauchte Bolex-Kamera. Es kam ihnen gerade nicht auf die technischen Möglichkeiten des Abbildes an, sondern auf die andere, neue Art und Weise, das Bild selbst zu thematisieren. Die Forderung "Film als Kunst" lautete also eigentlich "Film als Film und deshalb als Kunst" zu bewerten. Es ging nicht um weitere, sondern um andere Bilder, und dazu musste das Filmbild zunächst zerstört werden. Experimentalfilm wurde als Politikum verstanden. Dazu gehörte notwendigerweise auch die Präsentation, umgesetzt durch die von ihr 1968 mitbegründete Initiative XSCREEN – Kölner Studio für den unabhängigen Film.

 

1971 veröffentlichte Birgit Hein die erste deutsche Publikation zum Avantgardefilm "Film im Underground". 1977 leiten Birgit und Wilhelm Hein gemeinsam die Abteilung Experimentalfilm auf der Documenta 6. Ihre Filme wurden auf zahlreichen Festivals und Retrospektiven weltweit gezeigt. Von 1990 bis 2008 war Birgit Hein Professorin für Film und Video an der HBK Braunschweig.

 

Im Rahmen der Werkschau bei arsenal 3 findet am 14. Februar um 18 Uhr eine von Marc Siegel moderierte Online-Diskussion mit Birgit Hein statt (der Link wird auf der Arsenal-Website angekündigt).

februar 2021, kino arsenal

arsenal 3 im Februar: KYA HUA IS SHAHAR KO?

Unser Streamingbereich arsenal 3 ist ein Raum für Assoziationen, Reaktionen und Fußnoten und bezieht sich unmittelbar auf die Aktivitäten der Institution: auf das Kinoprogramm aber auch auf das Verleihangebot oder die Archivarbeit.

 

„Eine film-politische Pionierarbeit der Regisseurin Deepa Dhanraj von aktueller Relevanz: Ausschreitungen zwischen Hindus und Muslimen im Jahr 1984 sind der Ausgangspunkt des Films mit immenser politischer Kraft. Durch einen engagierten Kommentar gewinnt der Film seine historische Perspektive, die der besonderen Präsenz der Kamera die notwendige Tiefe und Komplexität verleiht. Die Beschreibung der Mechanismen politischer Machtkämpfe, der Dynamik zwischen Machtträgern sowie der Instrumentalisierung ökonomischer Verhältnisse und städtischer Armut führen zu einer eindrücklichen Analyse und einzigartigen Vorschau auf die Entwicklung kommunaler Konflikte und Marginalisierungspolitik. Aufnahmen ausbrechender Gewalt stehen neben ruhigen Beobachtungen der verheerenden Konsequenzen eines Alltags im Ausnahmezustand.“ (Nicole Wolf, Berlinale Forum 2013)

februar 2021, edition

Drei Publikationen zum Werk von Med Hondo bei Archive Books

Drei Publikationen zum Werk des im März 2019 verstorbenen Filmemachers Med Hondo beschließen das vom Arsenal veranstaltete und von Enoka Ayemba, Marie-Hélène Gutberlet und Brigitta Kuster kuratierte Ausstellungs-, Festival- und Buchprojekt "Cours, cours, camarade, le vieux monde est derrière toi—Run, comrade, run, the old world is behind you—The Cinema of Med Hondo".

Ausgehend von und aufbauend auf einer Vielzahl von Veranstaltungen im Arsenal, im Archive Kabinett, bei SAVVY Contemporary und im silent green Kulturquartier im August 2017 sind als integraler Bestandteil des Gesamtprojekts zwei Bücher und eine E-Publikation entstanden, die unterschiedliche Perspektiven auf Med Hondos Werk versammeln und eine Reihe von erstmalig ins Englische übersetzten Interviews mit ihm enthalten.

In seiner langen Karriere hat Med Hondo nicht nur Filme realisiert, die Dekolonisierung und afrikanische Geschichte in der Diaspora thematisieren und dafür neue gestalterische Mittel entwickelt, es ist ihm gleichermaßen gelungen, Alternativen zu europäischen und amerikanischen Produktions- und Verleihstrukturen zu entwickeln.

januar 2021, berlinale forum

Berlinale Forum und Forum Expanded und die zwei Etappen der Berlinale

Berlinale Forum und Forum Expanded sind die unabhängigen Sektionen der Berlinale. Verantwortet werden sie vom Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.

Nachdem die Corona-Pandemie den ursprünglichen Plan, ein Präsenzfestival im Februar zu organisieren, unmöglich gemacht hat, findet die Berlinale nun in zwei Etappen statt: zunächst vom 1. bis zum 5. März als digitale Veranstaltung, die sich – von wenigen öffentlichen, digitalen Panels abgesehen – an ein Fachpublikum richtet. Im Juni wird das Berliner Publikum die Gelegenheit haben, die Filmauswahl der Berlinale im Kino und bei Open-Air-Vorführungen zu sehen.

 

kino arsenal: Die DEFA-Stiftung präsentiert: Unter hohen Himmeln. Das Universum Volker Koepp

19:00 Kino 2


Gustav J.

Tag für Tag

Haus und Hof

Gustav J. Volker Koepp
DDR 1973 35 mm 19 min
Tag für Tag Volker Koepp
DDR 1979 35 mm 31 min
Haus und Hof Volker Koepp
DDR 1980 35 mm 31 min

Zu Gast: Volker Koepp, Moderation: Grit Lemke
kino arsenal: Arbeit an der Erinnerung – Die Filme von Rithy Panh

20:00 Kino 1


Exil

Exil Kambodscha/F 2016
DCP OmE 77 min

kino arsenal: Die DEFA-Stiftung präsentiert: Unter hohen Himmeln. Das Universum Volker Koepp

21:00 Kino 2


Holunderblüte

Holunderblüte Volker Koepp D 2007
35 mm 89 min