april 2020, kino arsenal

arsenal 3 – week 3

In dem wöchentlich wechselnden Streaming-Programm präsentiert arsenal 3 in seiner dritten Woche 15 Kurz- und Langfilme, in denen Möglichkeiten des gemeinsamen Handelns in den Blick genommen werden.

Das Arsenal möchte das Streaming-Programm mit Filmen aus dem eigenen Verleih, darunter viele, die im Forum oder Forum Expanded gelaufen sind, weiterhin kostenlos für alle Interessierten anbieten und trotzdem den Filmemacher*innen Lizenzen auszahlen. Dabei helfen Spenden und Fördermitgliedschaften.

Gemeinsames Handeln


„… in hunderten von Fotosessions, in denen alles in der Wohnung Vorhandene als Draperie und Requisite diente, loteten wir Möglichkeiten von Gestik, Haltung und Mimik aus.“ (Ulrike Ottinger über ihre Arbeit mit Tabea Blumenschein)


Kino ist kollaboratives Arbeiten. Systemverändernde Möglichkeiten des gemeinsamen Handelns erforschen Minze Tummescheit und Arne Hector mit ihrem Interviewfilm IN ARBEIT (2012) sowie Sandra Schäfer und Elfe Brandenburger mit dem 2007 in Kabul gedrehten PASSING THE RAINBOW. Um gemeinsame Körpersprache und Sinneswahrnehmung geht es Annika Larssons BLIND (2011) und Agnieszka Brzezanskas BLUE MOVIE (2013). Die Filme THE RIGHT (2015) von Assaf Gruber und DIE AUSSTELLUNG (2005) von Juliane Zelwies verhandeln Beziehungsgeflechte in der Kunstwelt. Das gleiche versuchen die Filme A CRIME AGAINST ART (2007) von Hila Peleg und KILLER.BERLIN.DOC (1999) von Jörg Heitmann und Bettina Ellerkamp, in denen reale Figuren aus der Kunst- und Kulturwelt sich selbst spielen, einmal in einer Gerichtsshow und das andere Mal in einem Kriminalspiel.

Zwei Filme entstammen dem Programm des diesjährigen Forum Expanded: Emily Jacir bittet in LETTER TO A FRIEND (2019) die Forschungsagentur Forensic Architecture um die Einleitung einer Untersuchung noch bevor etwas passiert ist. Caitlin Berrigan folgt in IMAGINARY EXPLOSIONS (2019) einer Gruppe transfeministischer Wissenschaftler*innen, die dem Wunsch der Erde nachkommen wollen, alle Vulkane gleichzeitig ausbrechen zu lassen. Diesen ganz neuen Arbeiten stellen wir zwei historische Filme gegenüber, die das Arsenal digital restauriert hat: In RAMDENIME INTERWIU PIRAD SAKITCHEBSE (Einige Interviews zu persönlichen Fragen, UdSSR/Georgien 1978) erzählt Lana Gogoberidse von der Verzahnung des Privaten mit dem Politischen und in den Kurzfilmen von Ibrahim Shaddad, Mitglied der Sudanese Film Group, wird die Frage des gemeinsamen Handelns zu einer Frage von Leben und Tod.

Schließlich freuen wir uns ganz besonders, in den kommenden drei Wochen die Berlin-Trilogie von Ulrike Ottinger präsentieren zu können. Wir beginnen mit BILDNIS EINER TRINKERIN(1979) und erinnern damit an die kürzlich verstorbene Schauspielerin und Künstlerin Tabea Blumenschein.

märz 2020, kino arsenal

arsenal 3 - week 2

Die erste Woche war ein großer Erfolg! Nicht nur das Filmprogramm wurde intensiv genutzt, wir hatten auch tolle Gespräche mit Filmemacher*innen und Publikum. Wir wissen, unser Webauftritt ist nicht perfekt, aber wir lernen gemeinsam und arbeiten daran. Und wir können es gleichzeitig kaum erwarten, Euch alle irgendwann im arsenal 1 und arsenal 2 wiederzusehen!

Wie alle beschäftigt uns im Hintergrund die Frage, wie es weitergeht, deshalb nochmal die Bitte: Spendet, wenn Ihr könnt, damit wir das Programm weiterhin kostenlos anbieten und trotzdem den Filmemacher*innen Lizenzen auszahlen können, und werdet Mitglieder oder Fördermitglieder im Arsenal.

märz 2020, kino arsenal

Arsenal 3 jetzt geöffnet für alle

Am Freitag, den 13. März haben wir – um der weiteren Verbreitung des Corona-Virus entgegenzuwirken – alle Veranstaltungen im Kino Arsenal 1 + 2 bis einschließlich 19. April ausgesetzt und u.a. unser Jubiläumsprogramm zum 50. Berlinale Forum sowie die Forum Expanded-Ausstellung vorzeitig beendet.

Das Forum Expanded-Thema „Part of the Problem“ hat sich plötzlich – weit mehr als erhofft – selbst erklärt: Als Veranstalter*innen sind wir immer Teil dessen, womit wir uns beschäftigen, nicht zuletzt durch die Art und Weise, wie wir das tun. Es geht uns darum, uns nicht nur zu den Filmen, sondern auch zur Welt zu verhalten. Die Orte, an denen wir das verhandeln, das Kino und die Ausstellung, sind uns jetzt zwar vorübergehend abhanden gekommen, aber die Filmemacher*innen und Künstler*innen, die Filme, das Publikum und auch das Arsenal sind noch da, zumindest die Institution mit ihren Mitarbeiter*innen. Und wir machen weiter und gestalten das Kino als sozialen Raum jetzt kurzfristig um.

Nur: Ohne den Schutz von drei Wänden und einer Leinwand gibt es ein Problem: Alle sehen den Film und das ist nicht allen recht. Deshalb haben wir uns an die Filmemacher*innen und Künstler*innen gewandt, deren Filme wir im Verleih haben. Ihre Reaktion hat uns überwältigt: Ohne zu zögern haben sie uns sofort so viele Filme für die Onlinepräsentation zur Verfügung gestellt, dass wir damit wochenlang Programme gestalten könnten. Und nicht nur das: Jede Zustimmung ging einher mit einer bedingungslosen Solidaritätsbekundung. Wir brauchen die Filmschaffenden, aber sie brauchen auch uns. arsenal 3 ist deshalb noch viel mehr das, was Kino eigentlich immer ist: ein kollaboratives Projekt.

märz 2020, edition

Neu auf DVD: "Shaihu Umar" und Filme der Sudanese Film Group

Im März erscheinen in Kooperation mit der Filmgalerie 451 zwei neue DVDs in der Arsenal edition. SHAIHU UMAR von Adamu Halilu (Nigeria 1976) galt lange Zeit als verschollen. Dem Film liegt die gleichnamige Erzählung von Abubakar Tafawa Balewa, dem ersten Ministerpräsidenten Nigerias, zugrunde. Im Rahmen der Kooperation des Arsenal und der Nigerian Film Cooperation wurden Negative und Filmkopien im nationalen Filmarchiv in Jos wiederentdeckt und restauriert.

Im Jahr 1989 gründete sich die Sudanese Film Group mit dem Ziel, an allen Aspekten der Filmproduktion, der Filmvorführung und der Lehre beteiligt zu sein und die Leidenschaft der

Sudanes*innen für das Kino aufrechtzuerhalten. Der Putsch im selben Jahr beendete jedoch jegliche kulturellen Bestrebungen. Erst im Jahr 2005 konnte sich die SFG erneut registrieren. Auf der DVD werden acht kurze und mittellange Filme der Regisseure Suliman Elnour, Eltayeb Mahdi und Ibrahim Shaddad aus den Jahren 1964 bis 1989 veröffentlicht.

kino arsenal: Gaumont: Seit es das Kino gibt

18:00 Kino 1


Elena et les hommes

Elena et les hommes Weiße Margeriten Jean Renoir F/I 1956
Mit Ingrid Bergman, Jean Marais, Mel Ferrer, Juliette Gréco
35 mm OmE 95 min

kino arsenal: Magical History Tour
 – Niemandsländer und Halbwelten im Film

19:30 Kino 2


Les amants du Pont-Neuf

*Les amants du Pont-Neuf Die Liebenden von Pont-Neuf
Léos Carax Mit Juliette Binoche, Denis Lavant
35 mm OmU 126 min

kino arsenal: Gaumont: Seit es das Kino gibt

20:00 Kino 1


La beauté du diable

La beauté du diable Der Pakt mit dem Teufel René Clair
F/I 1950 Mit Gérard Philipe, Michel Simon
35 mm OmE 96 min