oktober 2021, kino arsenal

Und das Leben geht weiter – 
Retrospektive Abbas Kiarostami

Der Regisseur Abbas Kiarostami (1940–2016) ist der bedeutendste Vertreter des modernen iranischen Kinos und einer der angesehensten Autorenfilmer weltweit. Auch als Maler, Fotograf und Lyriker fand er große internationale Beachtung. Erst seit Kurzem sind seine frühen Filme restauriert und mit englischen Untertiteln verfügbar, was wir zum Anlass nehmen, eine umfangreiche Retrospektive seines Werks zu präsentieren.

Mit WO IST DAS HAUS MEINE FREUNDES? (1987) und UND DAS LEBEN GEHT WEITER (1992) setzte Kiarostami den nach der Islamischen Revolution in Bedeutungslosigkeit versunkenen iranischen Film wieder auf die Landkarte des Weltkinos. Jenseits der offiziellen Bilder ermöglichte er seit den 70er Jahren so tiefe wie überraschende Einblicke in sein Land. Vor allem seine frühen Kurzfilme und mittellangen Arbeiten funktionieren über ihre visuellen Qualitäten hinaus auch als Zeitdokumente. Sie halten den Alltag und den gesellschaftlichen Wandel im Iran fest und loten eigensinnig die Wechselwirkung zwischen Wirklichkeit und Kunst aus.

oktober 2021, kino arsenal

Die letzte Stadt

Ein Archäologe und ein Waffendesigner, die sich in einem früheren Leben als Filmemacher und Psychoanalytiker kannten, treffen sich in einer Ausgrabungsstätte in der Negev-Wüste und beginnen ein Gespräch über Liebe und Krieg, das sie in der israelischen Stadt Be’er Sheva fortsetzen. Dann beginnt der Film mit wechselnden Darsteller*innen und Rollen einen Reigen, der durch Athen, Berlin, Hongkong und São Paulo führt. Es treten auf: ein alter Künstler, der auf sein jüngeres Selbst trifft, eine Mutter, die mit ihren beiden erwachsenen Söhnen – einem Priester und einem Polizisten – zusammenlebt, eine Chinesin und eine Japanerin, eine Kuratorin und ein Kosmologe. Die Dialoge handeln von obsolet gewordenen gesellschaftlichen Tabus, Generationskonflikten, Kriegsschuld und Kosmologien. Die Architekturen der Städte dienen als dritter Partner im Dialog der Figuren. (PYM Film)

oktober 2021, kino arsenal

Beziehungen im Kalten Krieg – 
Filme zwischen Nordafrika und Ostblock

Der Kalte Krieg wird im Kino oft im Kontext von Spionage und Action präsentiert. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Von Kairo nach Karl-Marx-Stadt: Studieren im Kalten Krieg“ des Orient-Instituts Beirut zeigt das Arsenal ein Programm mit Filmen, deren aus verschiedenen nordafrikanischen Ländern stammende Regisseure im „Ostblock“ studiert haben und persönliche und soziale Verhältnisse unter den Bedingungen des Widerstreits der Ideologien thematisieren. Die Beziehungen zwischen dem Globalen Süden und den beiden Machtblöcken des Kalten Krieges wurden auch durch Blockfreiheit, Anti- und Postkolonialismus, Befreiungskämpfe und eigene Interpretationen von Sozialismus und Kommunismus geprägt – Themen, die im Kontext des Kalten Krieges sonst oft zu kurz kommen.

oktober 2021, kino arsenal

arsenal 3 Abbas Kiarostami

september 2021, kino arsenal

Online-Gespräch mit Angelika Levi

Im Rahmen unseres Programms auf arsenal 3 findet am 21. September um 18 Uhr eine Online-Diskussion mit Angelika Levi, moderiert von Borjana Gaković, statt. Sie kann auf dem YouTube-Kanal des Arsenals gesehen werden. Alle sind herzlich dazu eingeladen, über den Chat können Fragen gestellt werden.