august 2019, kino arsenal

Film und Buchpräsentation: PARADISE

Jeden Tag fährt die 25-jährige Grundschullehrerin Hanieh stundenlang zu ihrer Arbeit in einen Außenbezirk Teherans. Der Versuch einer Versetzung in eine andere Schule gerät zum bürokratischen Alptraum. Auch ihr Privatleben erlebt sie als lähmenden Stillstand und fühlt sich darin so fremd wie im Umgang mit ihren Schülerinnen, denen sie Verhaltensregeln vorschreiben muss, an die sie selbst nicht glaubt. MA DAR BEHESHT/PARADISE (Iran/Deutschland 2015) ist Sina Ataeian Denas erster langer Spielfilm, den er über mehrere Jahre ohne Drehgenehmigung und mit minimalem Budget im Iran gedreht hat. Das außer Landes gebrachte Filmmaterial wurde schließlich in Babelsberg bearbeitet. Das im Anschluss erschienene „Paradise Handbook. Handbuch subversiver Strategien eines Films aus dem Iran“ schlüsselt anhand einzelner Szenen detailliert auf, wie bei den Dreharbeiten die Einschränkungen durch die Zensur umgangen wurden. In Anwesenheit von Sina Ataeian Dena. (al) (27.8.)

august 2019, kino arsenal

Retrospektive 
Andrej Tarkowskij

Tarkowskij im Sommer – seit 30 Jahren ist das eine lieb gewordene Tradition für uns und unser Publikum. Wir zeigen im August die sieben langen Filme und den mittellangen Diplomfilm des russischen Regisseurs (1932–1986), von dessen monumentalem Werk eine anhaltende Faszination ausgeht.

august 2019, kino arsenal

Pionierinnen des Film Noir –
 Muriel Box, Edith Carlmar, Bodil Ipsen, Ida Lupino, Wendy Toye

Die 1940er und 1950er Jahre erlebten weltweit eine Blütezeit weiblichen Filmschaffens, wobei zahlreiche Filmemacherinnen ihre Regiekarriere im Genre des Film Noir begannen. Dieses Programm versammelt 13 Spielfilmarbeiten sowie drei Kurzfilme von fünf Pionierinnen des Film Noir: Muriel Box (Großbritannien), Edith Carlmar (Norwegen), Bodil Ipsen (Dänemark), Ida Lupino (USA) und Wendy Toye (Großbritannien).

Die Regeln des Genres bisweilen subtil unterwandernd, schufen diese Filmemacherinnen anhaltend faszinierende Filme, die eine individuelle Handschrift tragen und oftmals ein feministisches Anliegen verfolgen. Neben dem Schwerpunkt auf ihren Film-Noir-Werken enthält das Programm auch ausgewählte Arbeiten aus anderen Genres, allen voran der Komödie, aber auch des Spionage- und Kriegsfilms, die die inszenatorische Bandbreite der Regisseurinnen verdeutlichen.

Die Reihe untersucht ein bislang noch weitgehend ungeschriebenes Kapitel des Filmschaffens von Frauen, das einige Rätsel aufgibt: Mit Ausnahme Lupinos (die zwischen 1949 und 1966 Filme realisierte) währten die Regiekarrieren der anderen vier Filmemacherinnen fast genau zehn Jahre, bevor sie abrupt endeten. Auch in archivarischer Hinsicht befindet sich die Erschließung der jeweiligen Œuvres in einem ungenügenden Zustand: Einige (für das Programm relevante) Filme aus den Filmografien Carlmars, Ipsens, Box’ und Toyes sind derzeit nicht einmal in digital aufgearbeiteter Form vorführbar. So wäre etwa Toyes Langfilmdebüt, der Thriller "The Teckman Mystery" (1954), ein zentraler Film für dieses Programm gewesen, von ihm ist aber weltweit keine vorführbare Kopie erhältlich; das Gleiche gilt für Muriel Box’ einzigen Film Noir, "Eyewitness" (1956). Mithin versteht sich die Reihe als Anstoß zur umfassenden Wiederentdeckung dieser Kinopionierinnen.