September 2020, kino arsenal

Symposium: Recht auf Öffentlichkeit – Arbeit mit TV-Archiven

Navina Sundaram, (c) Navina Sundaram

Seit mehr als 50 Jahren produzieren und koproduzieren öffentlich-rechtliche Sender Kinofilme und kaufen diese an. Sie initiieren Sendungen und beauftragen freie Autor*innen und Filmemacher*innen. Der unschätzbare Fundus, der dadurch entstanden ist, verdankt sich dem Enthusiasmus einzelner Redakteur*innen und Redaktionen, aber auch dem gesetzlich verankerten Bildungsauftrag der Sender. Von Beginn an bestand dabei ein Spannungsverhältnis zwischen der öffentlich-rechtlichen Finanzierung der Sender und der eingeschränkten Öffentlichkeit der produzierten und erworbenen Beiträge, die nach der Ausstrahlung im Archiv verschwanden und heute kommerziell ausgewertet werden. In einem ganztägigen Symposium am 23. September widmen wir uns in drei Panel-Runden der Möglichkeit, aus den Archiven der TV-Sender „Living Archives“ zu machen, deren Bestände für die Forschung und kulturelle Bildung zur Verfügung stehen. Am Beispiel der Filmemacher*innen Navina Sundaram, Harun Farocki und Sohrab Shahid Saless, die vor allem mit NDR, WDR und ZDF eng zusammengearbeitet haben, sollen konkrete Modelle entwickelt werden, gemeinsam mit den Sendern und anderen gesellschaftlichen Akteur*innen den Zugang und die Öffentlichkeit der öffentlich-rechtlichen Archivbestände und damit die Vergegenwärtigung von Filmgeschichte zu sichern.

Begleitend widmen wir in der zweiten Septemberhälfte das arsenal-3-Programm (www.arsenal-3-berlin.de) dem Symposium: Der im Auftrag vom WDR produzierte Film ZUR ANSICHT: PETER WEISS (BRD 1979) von Harun Farocki, sowie ZUR ANSICHT: PETER WEISS. DREHARBEITEN IN STOCKHOLM, nicht verwendetes Material desselben Films aus dem Archiv des Harun Farocki Institut, ORDNUNG (BRD 1980) von Sohrab Shahid Saless, der unter Senderbeteiligung des ZDF entstand, und als Ausblick auf die 2021 erscheinende Werkbiografie „Welt-Spiegel“ über die NDR-Journalistin Navina Sundaram ein Beitrag für das Panorama aus dem Jahr 1982.

Das ausführliche Programm finden Sie hier.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Arsenal-Projekts „Archive außer sich“ und der freundlichen Unterstützung des Goethe-Instituts statt.