Oktober 2019, transfer

Sieben Dinge, die passierten, während Du schliefst: Workshop zu Spuren, Dokumenten und Archiven

Bild aus Ahmad Ghosseins “My Father is Still a Communist - Intimate Secrets to be Published” (2011). Courtesy of the Artist.

Dem Archiv – traditionell als Aufbewahrungsort oder geordnetes System von Dokumenten definiert – kam zu allen Zeiten eine wichtige Rolle in der Konstruktion historischen Wissens zu. Bis heute ist das Archiv, das sich in verschiedensten Formen manifestiert, der zentrale Ort für die Verwahrung, Bergung und Interpretation der Vergangenheit. Doch wie könnte ein Archiv all die Momente erfassen, die nicht aufgezeichnet wurden, von denen keine physische Spur vorhanden ist? Der zehnwöchige, partizipative, diskursive, multi-disziplinäre Workshop richtet sich an Künstler*innen, Autor*innen und Wissenschaftler*innen mit Interesse und/oder Erfahrung an/mit dem Thema. Die Treffen beginnen am 15. Oktober und werden in Folge wöchentlich bis einschließlich 17. Dezember immer dienstags von 18:00 bis 21:00 Uhr im silent green Kulturquartier stattfinden.

Anhand ausgewählter Texte, Diskussionen, Filmvorführungen und Gastvorträge nähert sich der von Mohammad Shawky Hassan geleitete Workshop dem Archiv nicht als bloße Sammlung von Aufzeichnungen und Dokumenten, sondern als einem omnipräsenten linguistischen und diskursiven System. Die Teilnehmer*innen werden sich mit dem Kanon der Archivtheorie auseinandersetzen und ihn mit kritischen Texten, Filmen und Videos in Dialog bringen, die ihn hinterfragen, den Begriff des „Archivarischen“ dekonstruieren, die Fetischisierung des Dokuments als über alle Zweifel erhabenen Hort der Wissensproduktion destabilisieren und die Frage stellen, wie entschieden wird, ob ein „Ereignis“ der Dokumentation würdig ist. 

Weitere Informationen zu Inhalt und Anmeldung hier.