Oktober 2019, distribution news

"Born in Flames" (USA 1983) von Lizzie Borden & "Variety" (USA 1983) von Bette Gordon

VARIETY, BORN IN FLAMES

Jahrzehntelang übten BORN IN FLAMES von Lizzie Borden und VARIETY Bette Gordon großen Einfluss auf die feministische Filmgeschichtsschreibung und Theoriebildung aus. Entstanden aus der Bewegung des Independent Cinema in New York, liefen beide Filme im Forum und wurden anschließend durch das Arsenal im deutschsprachigen Raum verliehen. Mittlerweile liegen sie in restaurierten Fassungen vor - BORN IN FLAMES als DCP in OmU, VARIETY als neue 35mm OF Kopie.

BORN IN FLAMES ist eine feministische Zukunftsvision über ein Amerika, das trotz kultureller Revolution die Gleichberechtigung der Frau nur vordergründig anerkennt. Aus Wut über leere sozialistische Versprechungen nimmt eine Armee radikaler Frauen den Kampf gegen Sexismus und Rassismus auf. Der zunächst gewaltfreie Feldzug eskaliert, als eine der Leitfiguren unter mysteriösen Umständen im Gefängnis umkommt. Kathryn Bigelow ist in ihrem einzigen Auftritt als Schauspielerin als Redakteurin einer feministischen Zeitschrift zu sehen. BORN IN FLAMES wurde von Anthology Film Archives digtal restauriert mit Unterstützung der Hollywood Foreign Press Association und The Film Foundation.

Mit VARIETY baute Bette Gordon ein Gegennarrativ zu Hollywood auf, das die klassische Erzählstruktur im Kino – der Mann schaut und die Frau wird angeschaut – ins Gegenteil verkehrt, ohne das Objekt des weiblichen Begehrens zu offenbaren und damit zur Schau zu stellen. - Christine jobbt in New York als Kassiererin eines Pornokinos. Aus ihrem Kartenhäuschen heraus beobachtet sie die Besucher. Nach und nach entwickelt sie eine Faszination für die Pornoindustrie. Als ein Kunde sie zu einem Baseballspiel einlädt und abrupt aufbricht, beginnt sie, ihn zu verfolgen. Ihre Obsession führt sie in dunkle Straßen, auf Fischmärkte, vielleicht in die Welt der Mafia. (Spätere) Berühmtheiten wie Kathy Acker (Drehbuch), Tom DiCillo (Kamera), John Lurie (Musik) und Nan Goldin als Darstellerin waren an der Herstellung beteiligt.

BORN IN FLAMES
USA 1983. Länge: 81 Min. DCP, OmU. Regie, Produktion, Schnitt: Lizzie Borden. Drehbuch: Ed Bowes. Musik: Ibis. Kamera: Ed Bowes, Al Santana. Darsteller*innen: Honey, Adele Bertei, Jean Satterfield, Florynce Kennedy, Becky Johnston, Pat Murphy, Kathryn Bigelow, Hillary Hurst, Sheila McLaughlin uvam. The DCP was preserved by Anthology Film Archives with restauration funding from the Hollywood Foreign Press Association and The Film Foundation

VARIETY
USA 1983. Länge: 100 Min. 35mm, engl. OF. Regie:Bette Gordon. Buch:Kathy Acker nach einer Erzählung von Bette Gordon. Kamera: Tom Dicillo, John Forster. Montage:Ila von Hasperg. Musik:John Lurie. Sound Design:Ila von Hasperg. Ton:Helene Kaplan. Redaktion:Brigitte Kramer. Produktion:Renée Shafransky. Produktionsfirmen:Variety Motion Pictures (New York, USA), ZDF – Das kleine Fernsehspiel (Mainz, Deutschland). MitSandy McLeod (Christine), Will Patton (Mark), Luis Guzman (Jose), Nan Goldin (Nan), Richard Davidson (Louie), Mark Boone Jr, Cookie Mueller, Suzanne Fletcher, Peyton Smith, Spalding Gray. Digitale Restaurierung: New York Women in Film and Television's Women's Film Preservation Fund, DuArt Film and Video.