Regie
Johann Lurf
Österreich, Frankreich / 2026
21 Min.
/ Ohne Dialog
Über 22 Monate hinweg richtet Johann Lurf den Blick einer eigens entwickelten 65-mm-Kamera ununterbrochen auf ein einziges Stück Welt: den Ottensteiner Stausee. Was zunächst wie eine stille Beobachtung der Natur erscheint, verwandelt sich im Laufe der Zeit in ein monumentales Bild kosmischer Bewegung. Zu Beginn wirkt der See vertraut – ein Ort zwischen Himmel und Wasser. Doch je länger die Belichtungen werden, desto stärker verschieben sich die Dimensionen: Sterne ziehen feine Linien, die Sonne schreibt helle Bögen, der Mond graviert zarte, fast kalligrafische Diagonalen. Die Wasseroberfläche wird zu einem vollkommenen Spiegel, der Himmel und Landschaft symmetrisch ineinander zurückfaltet – oben und unten, Licht und Schatten, Werden und Vergehen.
Lurf interessiert die Beziehung zwischen Blick und Kosmos: Der Stausee verwandelt sich in eine planetarische Uhr, deren Zeiger aus Licht bestehen.
Am Ende erstarrt das Panorama in diagonalen Bahnen reinen Lichts: Spuren, die Sonne und Mond über viele Monate geschrieben haben. Ein Film, der nicht erzählt, sondern sichtbar macht, wie Zeit und Himmel ineinandergreifen – eine Harmonie der Welt, die sich schließlich mit unerwarteter Kraft entfaltet. (Martin Reinhart)
Johann Lurf studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien, absolvierte ein Erasmus-Semester an der Slade School of Fine Art in London und erhielt 2009 sein Diplom bei Harun Farocki. Er war Stipendiat des MAK-Schindler Stipendiums in Los Angeles (2011), Artist in Residence am SAIC Chicago (2015) sowie in Tokio und Rotterdam (2016) und in Israel (2019), und wurde 2019 mit einem Stipendium der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet. Von 2021 bis 2024 war er Teil des PEEK-Projekts an der Akademie der Bildenden Künste. Lurfs Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen geehrt und bei Ausstellungen, Kinematheken und Festivals gezeigt.
Regie Johann Lurf. Kamera Johann Lurf. Sound Design Jung An Tagen. Produzent*in Johann Lurf.
Weltvertrieb sixpackfilm
Filme: 2005: pan. 2007: VERTIGO RUSH. 2008: 12 Explosionen / 12 Explosions. 2009: Zwölf Boxkämpfer jagen Viktor quer über den großen Sylter Deich 140 9 / The Quick Brown Fox Jumps Over the Lazy Dog. 2010: Endeavour. 2011: Kreis Wr. Neustadt. 2012: Sound Supression, RECONNAISSANCE. 2013: Picture Perfect Pyramid. 2014: Twelve Tales Told, Embargo. 2017: ★. 2019: Cavalcade. 2024: Revolving Rounds (Koregie Christina Jauernik). 2026: Forever…Forever.
Gefördert durch:
