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PHI PATTANA verbindet Filme aus der Zeit des Kalten Kriegs und Videoaufnahmen von Landbäuer*innen, die umgangssprachlich und in Bezug auf ihren Alltag über das Konzept der „Hinlänglichkeit“ sprechen. Diese Materialien verbinden sich nicht zu einem singulären, gemeinsamen Narrativ. Vielmehr verbleiben sie in einer Beziehung der Spannung zueinander. Die Archivbilder der Filme sprechen die Sprache des Fortschritts, der Stabilität und der wohlwollenden Intervention. Sie propagieren eine Erzählung, die eine tiefer liegende, brutalere Geschichte überdeckt. Die Farmer sprechen die Sprache des Überlebens, der Arbeit und der Einschränkungen. Ihre Stimmen sind gemäßigt, pragmatisch und – vor allem – skeptisch. Hinlänglichkeit erscheint hier nicht als Ideal, sondern als etwas, das unter restriktiven Bedingungen ausgehandelt wird. 

Der Film ist aus dieser Reibung geformt. Anstatt Geschichte zu bebildern, schichtet er Bilder und Töne aus verschiedenen Zeiten und unterschiedlicher Intentionen und lässt sie miteinander kollidieren, sodass sie sich gegenseitig aus dem Gleichgewicht bringen. Propaganda, private Aufnahmen und digitaler Verfall koexistieren ohne Hierarchie. So wird Entwicklung nicht als lineares Versprechen behandelt, sondern als eine Macht, die verweilt, mutiert und wiederkehrt. 

Die Auflösung des Bildes erzählt sowohl von technischem Zerfall als auch von ethischen Reibungen. 

Die personifizierte Kamera entwickelte sich aus dem Bewusstsein über meine eigene Position in diesem Prozess. Wie die Archivfilme, denen sie begegnet, nimmt auch die Kamera an Akten der Entnahme, der Rahmung und des Konsums anderer Leben teil – und das in meinem Auftrag, in den Diensten des Filmemachers. Sie ist zwischen denselben Strukturen gefangen, die sie beobachtet und aufzeichnet. Ihr defekter, korrodierter Sensor versucht vergeblich ein „perfektes“ Bild zu erschaffen und wird zum physischen Ausdruck dieser Spannung. Die Auflösung des Bildes erzählt sowohl von technischem Zerfall als auch von ethischen Reibungen. 

Indem er dem Bild erlaubt zu scheitern, stellt sich der Film gegen den Anspruch auf visuelle Autorität und narrative Kontrolle. Korrodierte Pixel, fragmentierte Texte und instabile Bildkader markieren einen Raum, in dem Gewissheit in sich zusammenfällt. In diesem Raum ist der Akt des Schauens nicht länger unschuldig. Das Gespenst der Entwicklung erscheint nicht als historische Erinnerung, sondern als etwas, das ins Bild und in das Darstellungsbegehren selbst eingebettet ist.

Komtouch Napattaloong

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