In unserer gemeinsamen künstlerischen Arbeit kombinieren wir einen dokumentarisch-forschenden Ansatz mit Strategien des experimentellen Filmemachens. Uns interessieren Bilder/Abbilder aktueller gesellschaftlicher und politischer Phänomene und deren Bedeutung, die Entstehung und Dekonstruktion von Welt- und Klischeebildern, und wir befassen uns gleichzeitig mit Spuren der Vergangenheit. Dafür suchen wir unterschiedliche Orte und Protagonist*innen auf, die wir auf assoziative Weise miteinander in Beziehung setzen.
Notiz zur Trilogie
WARNUNGEN AN DIE FERNE ZUKUNFT (2025) gingen zwei dokumentarische Experimentalkurzfilme voraus: [ˈdʊŋkl̩ˌdɔɪ̯ʧlant] (2015) sowie DIE WIRKUNG DES GESCHÜTZES AUF GEWITTERWOLKEN (2017). Ging es in [ˈdʊŋkl̩ˌdɔɪ̯ʧlant] um industrielle Transformationslandschaften und deren Nachnutzung, namentlich in der Region Halle-Saale/Bitterfeld, setzten wir uns in DIE WIRKUNG DES GESCHÜTZES AUF GEWITTERWOLKEN mit der alltäglichen Realität von Wettermetaphern zwischen Shitstorms, Datenfluten und sogenannten ‚Flüchtlingswellen‘ auseinander. Der Raum- und Landschaftsaspekt der Transformation in den ersten beiden Teilen wird im aktuellen Film um die unfassbare zeitliche Dimension erweitert. Die collagierten Zustandsbeschreibungen in dieser Trilogie bewegen sich somit von der jüngsten Vergangenheit dicht unter der Oberfläche über die aufbrausende Gegenwart zwischen Troposphäre und Tropus bis zu den Ablagerungen dieser Gegenwart in der fernen Zukunft.
Juliane Jaschnow und Stefanie Schroeder