Regie
Petna Ndaliko Katondolo, Laurent Van Lancker
Demokratische Republik Kongo, Belgien, USA, Frankreich / 2026
43 Min.
/ OmeU
Originalsprache
Kinyarwanda, Swahili, Französisch, Englisch
Ausgehend vom tradierten ökologischen Wissen der Vorfahr*innen bewegt sich der experimentelle Essayfilm durch das zerklüftete Terrain, das die koloniale Zerstückelung von Beziehungen zwischen Kulturen, zwischen Menschen und anderen Lebewesen, zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren zurückgelassen hat. Die sogenannte Kongo-Konferenz von 1885, eine gespenstische Wunde in unserer kollektiven Erinnerung, markiert einen der schärfsten Einschnitte in dieser langen Entwurzelung.
Yurugu – Invisible Lines ist der Versuch, das, was durch das koloniale Projekt getrennt wurde, wieder zusammenzufügen. Mithilfe von Träumen, ritualisierten Praktiken der Teilhabe und den Rhythmen der Ahn*innen gibt der Film den Linien eine Gestalt, die einst Gemeinschaften und Ökosysteme in heiligem Gleichgewicht hielten. Die Vielzahl an Texturen und Zeitlichkeiten, die der Film als Heilungsprozess anbietet, verwirren den kolonialen Blick. Er lädt dazu ein, die Ästhetik und das Geschichten-Erzählen neu zu codieren – basierend auf Kosmologien der Fürsorge, Gegenseitigkeit und Kontinuität.
Petna Ndaliko Katondolo (Mwalimu) ist ein kongolesischer Filmemacher, Ahnenökologe und Dozent, dessen Arbeiten afrofuturistische Poetik mit Gesellschaftskritik verbinden. 1994 gründete er Maideni, eine ökologische Jugendbewegung und 2000 Yole!Africa. Ndaliko Katondolo lehrt und berät regelmäßig internationale Organisationen, die sich mittels Kultur- und Bildungsinitiativen mit sozialer und politischer Ungerechtigkeit unter marginalisierten Gruppen befassen. Nach Matata (2019), Kapita (2020), Kumbuka (2022) und Mikuba (2025) ist dies seine fünfte Teilnahme an Forum Expanded.
Laurent Van Lancker studierte Film und Anthropologie und promovierte in Audiovisueller Kunst. Er lehrt an Filmschulen und Universitäten und ist Professor für Audiovisuelle Anthropologie an der Universität Aix-Marseille. Er ist Mitbegründer der Projektlabore SIC – SoundImageCulture und BAAB.space. Van Lancker hat 15 Filme realisiert und mehrere Auszeichnungen erhalten. Seine Arbeiten bedienen sich verschiedener Formen – kollaboratives, hybrides und sinnliches Kino – und schlagen einen Dialog zwischen Ethik und Ästhetik sowie zwischen Poetik und Politik vor.
Regie Petna Ndaliko Katondolo, Laurent Van Lancker. Kamera Petna Ndaliko Katondolo, Laurent Van Lancker. Montage Petna Ndaliko Katondolo, Laurent Van Lancker. Sound Design Petna Ndaliko Katondolo, Laurent Van Lancker, Yashaswini Raghunandan. Produzent*innen Petna Ndaliko Katondolo, Laurent Van Lancker. Produktionsfirmen Alkebu Film Production (Goma, Demokratische Republik Kongo), Polymorfilms (Brüssel, Belgien).
Petna Ndaliko Katondolo: 2004: Lamokowrang. 2019: Matata (Forum Expanded 2020). 2020: Kapita (Forum Expanded 2021). 2022: Kumbuka (Forum Expanded 2022). 2023: Mahere. 2025: Mikuba (Forum Expanded 2025), Katasumbika. 2026: Yurugu – Invisible Lines.
Laurent Van Lancker: 2004: Reflectors. 2006: Surya. 2009: Majjudo, Lost Man. 2010: disorient. 2016: Brak (Fallow). 2017: Kalès. 2022: we others. 2026: Yurugu – Invisible Lines.
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