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[...] WE DEH HERE besteht aus digitalen Fotografien von, unter anderem, Grabsteinen auf dem Greyfriars Kirkyard Cemetery in Edinburgh und einer Gedenktafel an der Tain Royal Academy in den schottischen Highlands. Diese Orte, deren Funktion und Wert nicht sofort ersichtlich sind, werden Scans von Landkarten aus dem 19. Jahrhundert gegenübergestellt, die mit Füller, Tinte und Wasserfarben gezeichnet wurden, um Siedlungen und Sklav*innenplantagen entlang der Flüsse Berbice und Demerara in Britisch-Guyana zu planen. Kurze, sinnspruchhafte Textfragmente, die wie Cut-Ups einer Grabinschrift wirken, werden wiederholt eingeblendet.

Indem sie ihre Bildersammlung auf analogen Film übertrug, hat Maybelle Peters ein Objekt geschaffen, das von Permanenz, Flüchtigkeit und Reproduktion im Archiv erzählt und gleichzeitig selbst eine Art Denkmal darstellt. 

Die Kraft der assoziativen Logik von WE DEH HERE ist kumulativ. Maybelle Peters evoziert die Verbindungen zwischen Orten nicht bloß durch deren sequentielle Platzierung innerhalb der Struktur des Films. Die Bilder wiederholen sich auch – ganz so, als könnte ein zweiter oder dritter Blick neue Erkenntnisse über diese Orte und ihre Beziehungen untereinander hervorbringen. Die narrative Undurchsichtigkeit der Arbeit ist ein Ausdruck der detektivischen Spekulationen der Künstlerin – ein Vorgehen, das sie bei ihren Recherchen in institutionellen Archiven notwendigerweise anwenden musste, um deren strategischen Einsatz von Fragmentierung, Verschleierung und Auslöschung der Rolle Schottlands in der Versklavung afrikanischer Menschen zu umgehen.

Indem sie ihre Bildersammlung auf analogen Film übertrug, hat Maybelle Peters ein Objekt geschaffen – ein Objekt, das von Permanenz, Flüchtigkeit und Reproduktion im Archiv erzählt und gleichzeitig selbst eine Art Denkmal darstellt. In der analogen Projektion der Installation verwandelt sich die kalte Digitalität von Peters Fotografien in Glühen und Schimmern. Die Bilder werden lebendig, geraten spürbar in Bewegung: Vielleicht kann das zum Beweis gereichen, dass die hier verhandelten Geschichten nur scheinbar statisch sind. Die untoten Überreste des Kolonialismus halten sich hartnäckig in und durch diskrete Daten: etwa in den Grabsteinen der Plantagenbesitzer*innen oder an den Standorten der Gebäude, die sie errichteten.

Michael Pattison für Alchemy Film & Arts

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