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Dilim dönmüyor – Meine Zunge dreht sich nicht

Filmstill aus „Dilim dönmüyor – Meine Zunge dreht sich nicht“ von Serpil Turhan. Zwei alte Frauen stehen auf einer Dorfstraße vor einem Lehmhaus.
© Serpil Turhan
  • Regie

    Serpil Turhan

  • Deutschland / 2013
    96 Min.

  • Originalsprache

    Deutsch, Türkisch, Kurdisch

30 Jahre war die Mutter nicht in dem kurdischen Dorf, aus dem ihre Familie stammt. Sie dankt ihrer Tochter, der Regisseurin Serpil Turhan, dafür, dass sie nun die Reise angetreten hat. Die hatte dort im Sommer ihre Großeltern gefilmt und damit den Grundstein für diesen Film über drei Generationen ihrer Familie gelegt. Es ist Turhans behutsamer Gesprächsführung zu verdanken, dass ein sicherer Raum für die Erzählungen über vielfältige, auch schmerzliche Erinnerungen an die Migrations- und Lebenserfahrungen entsteht, die einen Bogen vom Dorf nach Istanbul und weiter nach Berlin spannen. Eine besondere Rolle spielen dabei die Sprachen, mit denen man aufgewachsen ist, die man im Laufe des Lebens gelernt oder vergessen hat. Die Familiengeschichte ließe sich auch über die unterschiedlichen Schnittmengen aus Kurdisch, Türkisch und Deutsch erzählen, die den Generationen zur Verfügung stehen. Darauf verweist auch der Filmtitel, der den Verlust der Muttersprache beschreibt. Serpil Turhan balanciert hier ihre unterschiedlichen Rollen als Tochter, Enkelin und Filmemacherin mit großer Sicherheit aus. So wird aus einem intimen Projekt gleichzeitig eine beispielhafte Geschichte. (Anna Hoffmann)

Serpil Turhan, geboren 1979 in West-Berlin. Sie war von 1997 bis 2005 als Hauptdarstellerin in mehreren Filmen von Thomas Arslan und Rudolf Thome zu sehen und studierte Theaterwissenschaft sowie Medienkunst/Film. Seit 2010 hat sie vier Dokumentarfilme gedreht, darunter Rudolf Thome – Überall Blumen (Forum 2017).

Produktionsfirma Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (Karlsruhe, Deutschland). Regie Serpil Turhan. Kamera Serpil Turhan. Montage Eva Hartmann. Ton Serpil Turhan. Mit Gülşah Özbey, Mustafa Özbey, Yadigar Turhan, Binali Turhan, Sema Turhan-Çetin, Alim Çetin, Lilyan Çetin, Ipek Hanim Özbey, Hasan Özbey, Şahhanim Sirek, Sakine Özer, Filiz Ak.

Filme: 2010: Herr Berner und die Wolokolamsker Chaussee / Mr. Berner and the Wolokolamsker Avenue (39 Min.). 2013: Dılım Dönmüyor – Meine Zunge dreht sich nicht / Dılım Dönmüyor – My Tongue Does Not Turn (96 Min.). 2016: Rudolf Thome – Überall Blumen / Rudolf Thome – Flowers Everywhere (84 Min.). 2021: KÖY (91 Min.).

Bonusmaterial

Essay und Links

  • Filmstill aus „Dilim dönmüyor – Meine Zunge dreht sich nicht“ von Serpil Turhan. Ein Mann sitzt inmitten von grünen grasbewachsenen Hügeln.

    Essay

    In „Zwischen Erfahrung und Wagnis“ wirft Madeleine Bernstorff Schlaglichter auf die Geschichte des autobiografischen migrantischen Dokumentarfilms im deutschsprachigen Raum

  • Filmstill aus „Dilim dönmüyor – Meine Zunge dreht sich nicht“ von Serpil Turhan. Ein älterer Mann und eine Frau in dörflicher Kleidung sitzen auf den Treppenstufen vor ihrem Haus.

    Weiterführende Links

    Porträt von Serpil Turhan, Interview zum Film und ein Diskussionsprotokoll der Duisburger Filmwoche

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