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West Indies ou les nègres marrons de la Liberté

West Indies
Filmstill aus „West Indies" von Med Hondo. Eine Gruppe von Tänzern und Tänzerinnen stehen auf der Bühne. Die Kulisse besteht aus einem Sklavenschiff, auf dem die Aufschrift „Liberté Égalité, Fraternité“ zu sehen ist.
© Ciné-Archives
  • Regie

    Med Hondo

  • Frankreich, Algerien, Mauretanien / 1979
    115 Min. / OmEU

  • Originalsprache

    Französisch

Es ist Winter in Frankreich, das Licht trüb, die Kamera fährt über eine verschneite Brache hinein in eine gewaltige, an den Seiten offene Konstruktion aus Stahl und Glas. Innen macht sie am Nachbau eines Holzschiffes Halt. „Liberté, Égalité, Fraternité“ steht auf dem Aufbau, der das Oberdeck überragt.
Mit dieser Kamerafahrt etabliert Med Hondo den Schauplatz seines Spielfilms WEST INDIES OU LES NÈGRES MARRONS DE LA LIBERTÉ (1979), und zugleich öffnet er der Vorstellungskraft einen ums Vielfache größeren Raum. Denn das Schiff entpuppt sich als versatile Bühne für eine Groteske um Kolonialisierung, Versklavung und Unabhängigkeitsstreben auf den französischen Antillen. Gleich ob Middle Passage, marronage, Abolition oder die Geschichte der Arbeitsimmigration nach Frankreich: All dies setzt Med Hondo auf knappem Raum in Szene. Die Ästhetik der Sparsamkeit vermählt er mit der Flamboyanz eines Musicals, die Zeitebenen lässt er so elegant ineinander gleiten wie die geographischen Bezugspunkte, und nur manchmal erinnert ein Atemhauch, ein von der Kälte produzierter Verfremdungseffekt, daran, dass WEST INDIES nicht auf Martinique gedreht wurde. (Cristina Nord)

Med Hondo, geboren 1936 in Atar, Mauretanien. Ende der 1950er-Jahre emigrierte er nach Frankreich, wo er in Paris eine Theatergruppe gründete und sich dem Film zuwandte. Sein erster Spielfilm Soleil Ô (Berlinale Forum 1971) erregte international Aufmerksamkeit. Seine Filme thematisieren die Geschichte des afrikanischen Kontinents und dessen Diaspora. Er starb 2019 in Paris.

Produktion Med Hondo. Produktionsfirma Les Films Soleil Ô (Paris, Frankreich). Regie Med Hondo. Buch Med Hondo nach „Les négriers“ von Daniel Boukman. Kamera François Catonné. Montage Youcef Tobni. Musik Georges Rabol, Frank Valmont. Ton Antoine Bonfanti. Kostüm Michèle Feuilleux, Ghyslain Martin, Michèle Cerf, Marie-Dominique Gerbet. Maske Josiane Deschamps, Fatiha Rahou, Julie Cerf. Choreografie Linda Dingwall. Regieassistenz Jean Leon, Philippe Dupuis Mendel, Abdul War. Production Manager Christine Gozlan. Koproduktion O.N.C.M. (Office National de Cinema Mauritanien), R.T.A. (Radio Télévision Algérienne), I.P.C. (Société Interafricaine de Production Cinématographique), Yanek Films. Mit Robert Liensol, Hélène Vincent, Toto Bissainthe, Cyril Aventurin, Gabriel Glissant, Elsie Haas, Theo Légetimus, Philippe Clévenot, Fernand Bersert, Josy Mass.

Weltvertrieb Ciné-Archives

Filme: 1969: Balade aux sources / Ballad to the Springs (25 Min.), Partout ou peut-être nulle part / Everywhere, or Maybe Nowhere (30 Min.). 1970: Soleil Ô / Oh, Sun (108 Min.). 1971: Mes voisins / My Neighbours (35 Min.). 1973: Les Bicots-nègres, vos voisins / Arabs and Niggers, Your Neighbours (190 Min.). 1977: Nous aurons toute la mort pour dormer (160 Min.). 1979: West Indies, ou les nègres marrons de la liberté / West Indies: The Fugitive Slaves of Liberty (115 Min.). 1986: Sarraounia (120 Min., Forum 1987). 1994: Lumière noire / Black Light (104 Min.). 1998: Watani, un monde sans mal (78 Min.). 2004: Fatima, l’Algérienne de Dakar / Fatima, the Algerian Woman of Dakar (89 Min.).

Bonusmaterial

Essay und Interview

  • Filmstill aus „West Indies" von Med Hondo. Eine Gruppe von lachenden aufgeregten Menschen hebt eine brennende lebensgroße Lumpenpuppe hoch.

    Essay

    In „Erinnerungen an Med Hondo“ erzählt Maryse Condé von den Jahren, die sie als junge Aktivist*innen verbrachten

  • Filmstill aus „West Indies" von Med Hondo. Nahaufnahme eines Mannes mit Ziegenbart auf einem Thron. Er trägt eine rote Krone und lächelt.

    Interview

    Historisches Interview: Med Hondo wird von Sängerin, Schauspielerin und Künstlerin Moune de Rivel während der Produktion von WEST INDIES befragt

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