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Mato seco em chamas

Dry Ground Burning
Filmstill aus „Mato seco em chamas (Dry Ground Burning)“ von Adirley Queirós und Joana Pimenta. Eine junge Frau schaut seitlich aus einem Fenster aus geriffeltem Glas nach draußen. Das Bild ist in gelbliches Licht getaucht.
© Cinco da Norte, Terratreme Filmes
  • Regie

    Adirley Queirós, Joana Pimenta

  • Brasilien, Portugal / 2022
    153 Min.

  • Originalsprache

    Portugiesisch

Sobald die Leuchtpatrone den Nachthimmel erhellt, steht das Benzin zum Verkauf bereit, und die Männer fahren auf Motorrädern zur furchtlosen Chitara, ihrer Schwester Léa und den anderen Frauen der Gang und holen es ab; auf dem Boden brennt die Benzinprobe weiter. Vom Wachturm der behelfsmäßigen Ölraffinerie aus sind die Lichter von Brasília zu sehen, aber Sol Nascente, eine der größten Favelas auf dem Kontinent, ist eine Welt für sich, ein real existierender, äußerst filmischer Schauplatz. Die karge Landschaft und die Schießereien lassen an Western und Heist-Movies denken, obwohl der gepanzerte Polizeiwagen, der hier Streife fährt, einem Science-Fiction-Film entsprungen zu sein scheint. Wenn die Frauen in einem Bus oder auf einem Straßenfest tanzen und auf dem Wahlkampftruck ihrer Partei Slogans skandieren, hat der Film auch etwas von einem Musical, mit einer ordentlichen Portion Queerness. Aber es ist ein anderes Genre, die Macht des Dokumentarischen, die nicht unterschätzt werden darf: Schauplätze voller Leben, reale Proteste gegen Bolsonaro, Laiendarsteller*innen, die sich selbst spielen – jenseits der Fiktion bietet sich ein niederschmetternder Anblick. (James Lattimer)

Adirley Queirós, geboren 1970 in Brasilien. Er spielte zehn Jahre im Profifußball und absolvierte anschließend ein Filmstudium. Seit 2005 hat er mehrere Filme gedreht, darunter Branco Sai, Preto Fica (2014) und Era uma vez Brasília (2017), der seine Premiere beim Locarno Film Festival hatte.

Joana Pimenta, geboren 1986 in Portugal. Sie studierte Film und Critical Media Practice in Harvard, wo sie derzeit Film unterrichtet. Als Regisseurin ist sie dem Sensory Ethnography Lab eng verbunden. Ihr Kurzfilm Um campo de aviação (2016) wurde in Locarno uraufgeführt und auf vielen internationalen Festivals gezeigt.

Produktion Adirley Queirós. Produktionsfirma Cinco da Norte (Brasilia, Brasilien). Regie, Buch Adirley Queirós, Joana Pimenta. Kamera Joana Pimenta. Montage Cristina Amaral. Musik Muleka 100 Calcinha. Sound Design Fernando Henna, Daniel Turini. Ton Francisco Craesmeyer, Vitor Brandão. Production Design Denise Vieira. Production Managers João Niza, Luana Otto, Andreia Queirós. Koproduzent*in João Matos. Koproduktion Terratreme. Executive Producer Simone Gonçalves. Mit Joana Darc, Léa Alves, Andreia Vieira, Débora Alencar, Gleide Firmino.

Filme

Adirley Queirós: 2005: Rap, o canto da Ceilândia (15 Min.). 2008: Fora de Campo (52 Min.). 2009: Dias de Greve (24 Min.). 2011: A cidade é uma só? / Is the City Only One? (79 Min.). 2014: Branco Sai, Preto Fica / White Out, Black In (93 Min.), Meu nome é Maninho / My Name Is Maninho (14 Min.). 2017: Era uma vez Brasília / Once There Was Brasília (100 Min.). 2022: Mato seco em chamas / Dry Ground Burning.

Joana Pimenta: 2014: As figuras gravadas na faca com a seiva das bananeiras / The Figures Carved into the Knife by the Sap of the Banana Trees (17 Min.). 2016: Um campo de aviação / An Aviation Field (14 Min.). 2022: Mato seco em chamas / Dry Ground Burning.

Bonusmaterial

  • Filmstill aus „Mato seco em chamas (Dry Ground Burning)“ von Adirley Queirós und Joana Pimenta. Eine Nahaufnahme einer Frau. Es ist nacht und im Hintergrund sind unscharf einige Lichter zu sehen.

    Essay

    In ihrem Essay „Körper in Flammen“ schreibt Libertad Gills über die politische Subversion in MATO SECO EM CHAMAS von Joana Pimenta and Adirley Queirós

  • Filmstill aus „Mato seco em chamas (Dry Ground Burning)“ von Adirley Queirós und Joana Pimenta. Mehrere Menschen auf Motorrädern fahren in Formation durch eine Wohnsiedlung auf einer ungepflasterten Straßen. Eine Frau hält ein Transparent hoch.

    Kommentar der Regisseure

    Joana Pimenta und Adirley Queirós schreiben darüber, wie in MATO SECO EM CHAMAS die Peripherie ins Zentrum drängt

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