Regie
Elfi Mikesch, Monika Treut
Bundesrepublik Deutschland / 1985
84 Min.
/ OmeU
Originalsprache
Deutsch
„Ich danke Ihnen für diesen wunderschönen Film“. Kein Geringerer als Jean Baudrillard sprach’s, nach der Pressevorführung von Verführung: Die grausame Frau in Paris. Auch im Berlin des Jahres 1985, als dieser elegant-dekadente Camp-Film im Forum Premiere feierte, hatte der aus Sacher-Masochs Kultroman „Venus im Pelz“ und de Sades „Justine“ hervorgegangene, von Monika Treut an den Hamburger Hafen verlegte Stoff über die geheimnisvolle Domina Wanda (Mechthild Grossmann), den romantischen Schwärmer Gregor (Udo Kier), den Journalisten-Toilettensklaven Mährsch (Peter Weibel) sowie Justine, Caren, Friederike, Judith und Leila prominente Fans (Blumenberg) und ebensolche Gegner (der damalige Bundesinnenminister!). Man darf also durchaus gespannt sein, wie Deutschlands Kulturpolitiker und -innen (*) im vierzigsten TEDDY-Jubiläumsjahr resümieren, was das Forums-Herz immer noch begehrt: queere Sinnlichkeit, subversive Avantgarde, coole Hotties, lederne Erotik, independent cinema. Grossmann in Tatort-Rente, Weibel & Kier schon im Himmel – ehrliche Grausamkeit und viele gute Strahlen des Gedenkens gehen von diesem Werk aus. Danke Elfi Mikesch und Monika Treut. Peitschen! Träume! Tun wir’s doch! (Barbara Wurm)
Elfi Mikesch, geb. 1940 in Judenburg, Österreich, lebt seit 1964 in Berlin. Sie arbeitet als Fotografin, Kamerafrau, Regisseurin, Dozentin. Seit 1976 realisiert sie eigene Spiel- und Dokumentarfilme. Als Kamerafrau war sie u.a. für Rosa von Praunheim und Werner Schroeter tätig. 1984 gründete sie mit Monika Treut die unabhängige Produktionsfirma Hyena Films. Seit 1991 ist sie Mitglied der AdK Berlin. Ihr Werk wurde mehrfach mit Retrospektiven gewürdigt. Für ihre künstlerische Lebensleistung erhielt sie 2014 den Teddy Award; zum 80. Geburtstag widmete Rosa von Praunheim ihr das Buch vis-à-vis.
Monika Treut, geb. 1954 in Mönchengladbach, prägt seit über 40 Jahren mit ihren lustvoll-subversiven Spiel- und Dokumentarfilmen das queere Kino in Deutschland und der ganzen Welt. Sie studierte Germanistik und Politik in Marburg, promovierte 1984. Ihre vielfach preisgekrönten Filme wurden international in Retrospektiven gezeigt. 2017 erhielt sie den Teddy Award für ihr Lebenswerk. Sie unterrichtet an Universitäten in Kalifornien und New York und vertrat 2018–2023 die Professur für Medien an der Universität Hildesheim. Im Jahr 2025 wurde sie mit dem Helmut-Käutner-Preis ausgezeichnet.
Regie Elfi Mikesch, Monika Treut. Buch Elfi Mikesch, Monika Treut. Kamera Elfi Mikesch. Montage Renate Merck. Szenenbild Manfred Blösser, Klaus Weinreich. Kostüm Anne Jud, Kristin von Kalckreuth. Maske Rolf Baumann, Werner Püthe. Produzent*innen Elfi Mikesch, Monika Treut. Produktionsfirma Hyäne I/II Filmproduktion (Hamburg, Deutschland). Mit Mechthild Grossmann, Udo Kier, Sheila McLaughlin, Carola Regnier, Georgette Dee, Peter Weibel, Judith Flex, Barbara Ossenkopp, Daniela Ziegler, George Lanann, Jürg Schlachter.
Elfi Mikesch: 1970: Charisma. Eine Erinnerung an den Tod. 1979: Ich denke oft an Hawaii / I Often Think Of Hawaii (Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1978), Execution A Study of Mary. 1980: Was soll'n wir denn machen ohne den Tod (Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1980). 1982: Macumba (Berlinale Forum 1982). 1983: Das Frühstück der Hyäne (Berlinale Forum 1983). 1985: Verführung: Die grausame Frau / Seduction: The Cruel Woman. 1989: Marocain (Berlinale Forum 1989). 1984: Soldaten Soldaten. 1997: Verrückt bleiben – verliebt bleiben / Mind the Gap (Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 1997). 2001: Mon Paradis – Der Winterpalast / Mon Paradis – The Winter Palace (Dokumentarfilm). 2008: Zisternen – Istanbuls versunkene Paläste (Dokumentarfilm). 2011: Mondo Lux – Die Bilderwelten des Werner Schroeter / Mondo Lux – The visual Worlds of Werner Schroeter (Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 2011). 2014: Fieber / Fever (Berlinale Panorama 2014). 2022: Die Straße als Erzählung. 2024: Krieg oder Frieden / War or Peace (Dokumentarfilm).
Monika Treut: 1985: Verführung: Die grausame Frau / Seduction: The Cruel Woman. 1988: Die Jungfrauenmaschine / Virgin Machine. 1991: My Father Is Coming (Berlinale Panorama 1991). 1992: Female Misbehaviour (Dokumentarfilm). 1994: Let’s Talk About Sex / Erotique (Kompilationsfilm). 1997: Didn’t Do It For Love (Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 1998). 1999: Gendernauts (Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 1999). 2002: Kriegerin des Lichts / Warrior of Light (Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 2002). 2005: Den Tigerfrauen wachsen Flügel / Tigerwomen Grow Wings (Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 2005). 2009: Ghosted (Berlinale Panorama 2009). 2012: Das Rohe und das Gekochte / The Raw and the Cooked (Dokumentarfilm, Berlinale Kulinarisches Kino 2012). 2014: Von Mädchen und Pferden / Of Girls and Horses. 2016: Zona Norte (Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 2016). 2021: Genderation (Dokumentarfilm, Berlinale Panorama Dokumente 2021).
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