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Monika Treut:

Ein Film, der vor über 40 Jahren die Gemüter erhitzte. Der damalige CSU-Innenminister Fritz Zimmermann zur Ablehnung der Förderung: „Diese Mischung aus Erotik und Fäkaliensprache kann niemandem zugemutet werden.“ Bei der kanadischen Premiere auf dem Filmfestival in Toronto verbot die lokale Zensurbehörde zunächst seine Aufführung. Die Filmprofessorin Kay Armatage schrieb daraufhin im Namen des Festivals einen Offenen Brief zur Verteidigung der Kunstfreiheit. Damit wurde das Festival die puritanische Zensurbehörde für immer los. 1986 setzte die Bundesprüfstelle der BRD VERFÜHRUNG für 18 Jahre auf die sogenannte „Liste der jugendgefährdenden Schriften“. Damals haben sich hierzulande nur Wenige als Liebhaber*innen des Films geoutet, wie zum Beispiel H.C. Blumenberg in „Die Zeit“: „Aufregenderes, subversiveres, seltsameres Kino wird man so bald bei uns nicht zu sehen bekommen.“ Wir Filmemacherinnen freuen uns jedenfalls sehr darüber, dass sich VERFÜHRUNG: DIE GRAUSAME FRAU über die Zeit einen Ruf als Klassiker der schwarzhumorigen Camp-Ästhetik erspielt hat.

Elfi Mikesch:

Aus der Kamera-Perspektive gesehen sind es Formen und Bilder, die immer wieder neu hinterfragt werden müssen. In unserem Film ist es der Blick, die Stilisierung, die den Schlüssel liefern. Die Basis ist das Buch „Die grausame Frau“ von Monika Treut, bei Stroemfeld/Roter Stern 1984 erschienen.

In vielen Lebensbereichen gibt es nach wie vor Unterdrückung, Ausbeutung. Kriege und Grausamkeit. Macht – Missbrauch.

Es ist die Frage nach dem Preis – für wen und warum. Grausamkeit. Die „grausame Frau“ erteilt die Lektionen. Es fängt damit an, dass sie mit Humor die Rollenbilder vom Sockel stößt.

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