september 2019, kino arsenal

"Souls made great by love and adversity"
 – Retrospektive Frank Borzage

Einen „kompromisslosen Romantiker“ nannte man ihn, einen „Poeten der Arbeiterklasse“: Das leuchtende Zentrum in Frank Borzages Filmen ist die romantische Liebe in all ihren Facetten und die Komplexität menschlicher Gefühlslagen. Die spirituelle Kraft der Liebe transzendiert je nach Story die Zeit, den Raum, in manchen Fällen sogar den Tod, schafft sich eigene Räu
me, in denen physikalische Gesetzmäßigkeiten aufgehoben werden können. Frank Borzage (1894–1962) ist – obwohl einer der herausragenden und produktivsten Filmemacher des klassischen Hollywoodkinos – heute ein großer Unbekannter. Dies, obwohl er mit den größten Stars seiner Zeit drehte, seit 1923 sein eigener Produzent war und damit als einer der wenigen Regisseure Hollywoods weitgehende Kontrolle über sein Werk bewahren konnte. Seine Schaffensphase umspannt mehr als vier Jahrzehnte, von der Frühzeit des Films bis zum beginnenden Niedergang des Studiosystems. Zunächst als Schauspieler nach Hollywood gekommen, drehte er von 1915 bis 1959 über 100 Filme. Nicht alle davon sind heute verfügbar, so ist ein Großteil seiner Stummfilme nicht erhalten.

Wir zeigen in einer umfangreichen Retrospektive den September über 20 Filme Borzages aus den Jahren 1917 bis 1948, begleitet von Einführungen und Stummfilmpianist*innen.

september 2019, kino arsenal

Magical History Tour – 
Zwischen Fiktion und Dokument: filmische Schnittmengen und Brückenschläge

Doku-Dramen oder -Fiktionen, performative oder fingierte Dokumentarfilme, Mockumentaries, Reenactment, dokumentarische Fiktionen – so divers die Bezeichnungen für die verschiedenen Hybridformen in Kino und Fernsehen sind, die sich im Grenzbereich zwischen Dokumentar- und Spielfilm bewegen, so lang ist die Tradition in der Filmgeschichte, auf die sie zurückgehen. Tatsächlich finden sich bereits im frühen Kino Impulse unterschiedlicher Gestalt und Transparenz, die Trennschärfe zwischen Fiktion und Nicht-Fiktion zu verwischen, die gemeinhin separierten Filmgattungen in einer abwechselnd experimentellen, analytischen, distanzierenden, verdichtenden oder reflexiven Weise in Verbindung zu bringen.

Die Magical History Tour im September präsentiert einige filmische Beispiele produktiver Brückenschläge quer durch die letzten 100 Jahre.

september 2019, kino arsenal

Künstlerinnenprogramm

Vom 25.-29. September präsentiert das Arsenal zum 10. Mal Filmprojekte von Stipendiatinnen, die in den letzten zwei Jahren vom Künstlerinnenprogramm der Berliner Kulturverwaltung gefördert wurden. Hervorzuheben ist die offene Form der Veranstaltung, in der Arbeiten präsentiert werden, die meist noch im Prozess des Werdens begriffen sind. Es wird ein Raum geschaffen, um künstlerische Ansätze im gemeinsamen Gespräch zu diskutieren.

Die Einschreibung einer künstlerischen Handschrift in der dezidierten Wahl des Ausdrucksmediums, die feinsinnige Annäherung an familiäre wie gesellschaftliche Verwerfungen, die Hinterfragung vielfältiger Rollenzuweisungen, die bewusste Überschreitung tradierter Erzählformen in der performativen Überzeichnung oder der Verweigerung der dramatischen Form sind nur einige der sich abzeichnenden Themen.

kino arsenal: FU-Vorlesungsreihe: Die Filmwissenschaft, das Archiv und die Differenz

17:00 Kino 2


Sweetgrass

18.00: *Sweetgrass Lucien Castaing-Taylor, Ilisa Barbash
USA 2009
35 mm OmU 103 min

Vorlesung von Sabine Nessel: Archiv der anthropologischen Differenz
kino arsenal: Magical History Tour
 – Körper im Film

19:30 Kino 1


Being John Malkovich

Being John Malkovich Spike Jonze
USA 1999 Mit John Cusack, Cameron Diaz, John Malkovich
DCP OF 113 min

kino arsenal: Thomas Mauch, Kameramann und Filmemacher

20:00 Kino 2


Haben Sie Abitur?

Nicht nichts ohne dich

*Haben Sie Abitur? Ula Stöckl BRD
1967 35 mm 17 min
Nicht nichts ohne dich Pia Frankenberg BRD
1986 35 mm 88 min

Zu Gast: Thomas Mauch, Pia Frankenberg