juli 2021, kino arsenal

Informationen zum Besuch im Arsenal

Bis auf Weiteres benötigen Sie für den Besuch im Arsenal einen Nachweis über einen tagesaktuellen negativen Test (alternativ einen Nachweis über die vollständige Impfung oder Genesung). Das Tragen einer FFP2-Maske ist im Filmhaus, im Foyer und im Kinosaal obligatorisch, sofern Sie sich nicht an Ihrem Sitzplatz befinden.

juli 2021, kino arsenal

Retrospektive Andrej Tarkowskij

Tarkowskij im Sommer – seit 40 Jahren ist das eine lieb gewordene Tradition für uns und unser Publikum. Wir zeigen im Juli und August die sieben langen Filme des russischen Regisseurs (1932–1986), von dessen monumentalem Werk eine anhaltende Faszination ausgeht.

juli 2021, living archive

21 archives

Unter dem Titel 21 sunsets lädt das HKW vom 15.7.-15.8. zu Sommerabenden mit Konzerten, Lesungen, Performances und Filmen unter freiem Himmel ein. Das Arsenal ist wieder mit dabei: 21 archives versteht Filme bzw. Filmprogramme selbst als Archivräume. Found Footage, d.h. die Aneignung und Montage von vorgefundenem Material ist als filmisches Verfahren weit verbreitet. 21 archives untersucht darüber hinaus die Möglichkeiten, die entstehen, wenn sich jenes Verfahren von seinen Grundlagen löst: Wird das verwendete Material nicht gefunden, sondern erst hervorgebracht (vielleicht, weil die eigene Perspektive im Bestehenden nicht vorkommt), oder sind es keine Bilder und Töne, die übernommen werden, sondern etwas anderes (z.B. Körpererfahrungen oder Strategien der Verknüpfung), dann wird die Archivpraxis zu einer Praxis des Neugestaltens, das Archiv zu einem Ort der radikalen Kritik und der gelebten Entwürfe. Das Archiv wird zum Kino, das Kino zum Archiv. Zusammengehalten wird das Programm durch 21 planetarische Ereignisse.

juli 2021, kino arsenal

The Garden. Kinematografien der Erde

Inmitten von Fischerhütten an einem Kiesstrand an der Südküste Englands, in direkter Nachbarschaft zu einem Atomkraftwerk und einer Militärbasis, steht Prospect Cottage: der letzte Wohnort des britischen Künstlers, Aktivisten und Filmemachers Derek Jarman, der 1994 an den Folgen einer HIV-Infektion starb. Das Ausstellungsprojekt The Garden. Kinematografien der Erde widmet sich dem Leben Derek Jarmans. Sein gleichnamiger Film THE GARDEN (1990), in dem er den Garten als utopischen Ort des kollaborativen Zusammenlebens von Menschen und Natur, aber auch als Grenzbereich zwischen Realität und Fantasie, Heilung und Zerstörung, Hoffnung und Trauer verhandelt, sowie das Prospect Cottage selbst, werden zum Ausgangspunkt für eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit essentiellen Fragen unserer Gesellschaft und ihrer Zukunft: Umweltverschmutzung und Krankheit, Kollektivität und Widerstandskraft.

Nach der ersten Vorführung unter freiem Himmel am 23.7. läuft THE GARDEN im Arsenal (26.7., 2., 9. & 16.8.), wo auch THE LAST OF ENGLAND und BLUE zu sehen sind, zwei weitere Filme, in denen Jarman Persönliches zur filmischen Form werden lässt. THE LAST OF ENGLAND (1987) ist eine rigorose Abrechnung mit dem Land Margaret Thatchers, ein flammender Protest, in dem die Menschen sich in alten Gesellschaftsritualen wie in Horrorveranstaltungen verlieren (28.7. & 11.8.). BLUE (1993) zeigt über die ganze Länge des Films ein unverändertes Blau, während verschiedene Stimmen, darunter Jarmans eigene, Geschichten, Gedichte und Dialoge aus seinem Leben nach der HIV-Infektion sprechen (4. & 18.8.).

Im Garten des silent green zeigen wir außerdem zwei Filme, die im gleichen Jahr wie THE GARDEN ihre Premiere beim Berlinale Forum hatten: Peter Adairs ABSOLUTELY POSITIVE (1991) besteht aus Gesprächen mit elf Männern und Frauen, die HIV positiv getestet wurden, und sich mit Leben, Krankheit und Tod auseinandersetzen. Als Vorfilm zeigen wir AIDSWALK von Milena Gierke, der 1995 im Central Park entstanden ist. (8.8.) POISON (1990), der Debütfilm von Todd Haynes, entstand nach Texten von Jean Genet und besteht aus drei Teilen: Hero, Horror und Homo. Dazu zeigen wir AUS DER FERNE – THE MEMO BOOK von Matthias Müller (1989), ein Abschiedsgruß an den an AIDS verstorbenen Freund (13.8.). Zum Abschluss ein unbekannteres Juwel von Derek Jarman: GARDEN OF LUXOR (BURNING THE PYRAMIDS) (1973) läuft zusammen mit Filmen von Matthias Müller, Maria Thereza Alves, Malak Helmy und Mariam Mekiwi. (21.8.)

juli 2021, transfer

Arsenal Summer School 2021 – Derek Jarmans Garten: Kollaboratives Arbeiten und der Blick des Facettenauges

Nach einem Jahr Pause ist die Arsenal Summer School zurück und widmet sich vom 19.-21. August dem silent green-Projekt The Garden. Langjährige Freund*innen und Mitarbeiter*innen von Derek Jarman – die Kostümdesignerin Annie Symons, der Künstler Peter Fillingham, der Fotograf Howard Sooley, der Filmemacher David Lewis, der Komponist Simon Fisher Turner und der Produzent James Mackay, unterstützt von der Autorin und Dichterin Mary Katharine Tramontana und der Kuratorin und Autorin Alexandra Symons Sutcliffe, sprechen anhand von Fotografien und Filmausschnitten über Jarmans Kino als kollaboratives Projekt. Zudem stellen die Kurator*innen und Künstler*innen Dagie Brundert, Peter Cusack, Bettina Ellerkamp, Jörg Heitmann, Philip Scheffner, Kerstin Schroedinger/Oliver Husain und Stefanie Schulte Strathaus ihre Beiträge zur Gruppenausstellung "The Garden. Kinematografien der Erde" zur Diskussion.

juli 2021, kino arsenal

Hommage Marina Vlady – Star, Kosmopolitin, Aktivistin

Die in Frankreich geborene russischstämmige Künstlerin Catherine Marina de Poliakoff, bekannt unter ihrem Künstlernamen Marina Vlady, ist eine der faszinierendsten und ausdrucksstärksten Schauspielerinnen ihrer Generation. In den 50er und 60er Jahren weltweit einer der größten Kinostars, drehte sie Filme mit zahlreichen bedeutenden Regisseur*innen und Schauspiel-kolleg*innen. Ihre bis heute mehr als 80 Filme umfassende Filmografie steht beispielhaft für die reiche, wechselhafte Geschichte des europäischen Nachkriegskinos und setzt sich über realpolitische und kulturelle Grenzen hinweg. Es gibt kaum ein europäisches Land, in dem Vlady nicht als Darstellerin arbeitete, einschließlich der Bundesrepublik, und damit zugleich eine kulturelle Brücke zwischen den Systemen schuf. Sie nahm dabei glaubhaft verschiedenste nationale Identitäten an, die sie mit ihrer ganz eigenen Leinwandpersona zusammenbrachte. Früh begann sie sich als Feministin zu engagieren, half während des Kalten Kriegs staatlich verfolgten Künstler*innen finanziell oder durch Vermittlung von Kontakten in den Westen, und unterstützt bis heute benachteiligte Menschen. Ende der 80er Jahre begann Vlady auch erfolgreich als Schriftstellerin zu arbeiten und debütierte dabei mit einem weltweit beachteten Buch über ihre bewegte Ehe mit dem sowjetischen Liedermacher Wladimir Wyssozki.

Obwohl viele ihrer Filme seinerzeit auch in Deutschland populär waren, muss ein Großteil heutzutage als weitgehend vergessen gelten. Eine umfangreiche, repräsentative Werkschau ihrer Filmauftritte ist überfällig, es gab eine solche bislang weder in Deutschland noch in Frankreich. Die aus 22 Filmen und einer Dokumentation über Vlady bestehende, von Gary Vanisian kuratierte Filmreihe im Kino Arsenal von 29.7.-30.8. schließt diese Lücke in der öffentlichen Wahrnehmung und präsentiert eine inspirierende, kämpferische, experimentierfreudige Künstlerin. Zugleich bietet das Programm eine Kartografie des europäischen Autorenkinos und seiner filmischen Ausdrucksmöglichkeiten.

juli 2021, kino arsenal

arsenal 3: Clemens Klopfenstein

Der Maler, Schriftsteller, Fotograf und Filmemacher Clemens Klopfenstein (*1944) ist dem Arsenal seit längerer Zeit in besonderer Weise verbunden. Seit 1979 war er mehrmals im Forum der Berlinale und im Kino Arsenal zu Gast, seine Filme werden in Deutschland von arsenal distribution verliehen. Eine Auswahl des filmischen Werks ist als Summer Special, ausnahmsweise für zwei Monate, vom 1. Juli bis 31. August online auf arsenal 3 zu sehen.

„Clemens Klopfenstein ist für uns der unabhängige Filmemacher par excellence – kreativ, temperamentvoll, fantasiereich, humorvoll, dem Experiment aufgeschlossen. Ein Filmautor, der sich jeder Anpassung oder jedem kommerziellen Erfolgsrezept verweigert, aber aus seiner Umwelt, seinem Erleben, dem Umgang mit Freunden und der Auseinandersetzung mit dem Filmmedium immer neue, frische, Impulse entwickelt; auch aus der Reaktion auf Landschaften, auf Milieu und Ambiente. Die Lust auf das Abenteuer und die Erkundung des Fremden / Exotischen, aber auch die ironische, selbstkritische Observierung des Nahen, Vertrauten und Bekannten sind Klopfensteins Grundmotive. Und immer gibt es bei ihm eine Ebene der Ironie, der Doppeldeutigkeit, des Spiels mit Nuancen. Auf eine konventionell erzählende Handlungslinie kann Klopfenstein in seinen Filmen, die auf der Grenzlinie zwischen Fiktion und Dokument angesiedelt sind, durchaus verzichten, oder aber er benutzt das Narrative nur als Hilfsmittel, als Faden, auf dem als Perlen Episoden, Einfälle oder Improvisationen aufgereiht werden.“ (Ulrich Gregor)

juni 2021, living archive

Archival Assembly #1

1. bis 8. September 2021 im Kino Arsenal, silent green Kulturquartier, Haus der Kulturen der Welt (HKW), SAVVY Contemporary, Sinema Transtopia

Das Festival Archival Assembly #1 bildet den Abschluss des fünfjährigen Projekts „Archive außer sich“. Vom 1. bis 8. September versammeln sich Filmarchive und filmarchivarische Projekte zum Austausch mit dem Publikum.

 

kino arsenal: 11. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin
 – Nomad Edition

20:00 Kino 1


Underdown

Underdown Sarah Kaskas Libanon/Katar/D 2018
DCP OmE 72 min

Anschließend Diskussion mit Ines Meier (Produzentin)