juli 2021, kino arsenal

Informationen zum Besuch im Arsenal

Bis auf Weiteres benötigen Sie für den Besuch im Arsenal einen Nachweis über einen tagesaktuellen negativen Test (alternativ einen Nachweis über die vollständige Impfung oder Genesung). Das Tragen einer FFP2-Maske ist im Filmhaus, im Foyer und im Kinosaal obligatorisch, sofern Sie sich nicht an Ihrem Sitzplatz befinden.

juli 2021, kino arsenal

Hommage Marina Vlady – Star, Kosmopolitin, Aktivistin

Die in Frankreich geborene russischstämmige Künstlerin Catherine Marina de Poliakoff, bekannt unter ihrem Künstlernamen Marina Vlady, ist eine der faszinierendsten und ausdrucksstärksten Schauspielerinnen ihrer Generation. In den 50er und 60er Jahren weltweit einer der größten Kinostars, drehte sie Filme mit zahlreichen bedeutenden Regisseur*innen und Schauspiel-kolleg*innen. Ihre bis heute mehr als 80 Filme umfassende Filmografie steht beispielhaft für die reiche, wechselhafte Geschichte des europäischen Nachkriegskinos und setzt sich über realpolitische und kulturelle Grenzen hinweg. Es gibt kaum ein europäisches Land, in dem Vlady nicht als Darstellerin arbeitete, einschließlich der Bundesrepublik, und damit zugleich eine kulturelle Brücke zwischen den Systemen schuf. Sie nahm dabei glaubhaft verschiedenste nationale Identitäten an, die sie mit ihrer ganz eigenen Leinwandpersona zusammenbrachte. Früh begann sie sich als Feministin zu engagieren, half während des Kalten Kriegs staatlich verfolgten Künstler*innen finanziell oder durch Vermittlung von Kontakten in den Westen, und unterstützt bis heute benachteiligte Menschen. Ende der 80er Jahre begann Vlady auch erfolgreich als Schriftstellerin zu arbeiten und debütierte dabei mit einem weltweit beachteten Buch über ihre bewegte Ehe mit dem sowjetischen Liedermacher Wladimir Wyssozki.

Obwohl viele ihrer Filme seinerzeit auch in Deutschland populär waren, muss ein Großteil heutzutage als weitgehend vergessen gelten. Eine umfangreiche, repräsentative Werkschau ihrer Filmauftritte ist überfällig, es gab eine solche bislang weder in Deutschland noch in Frankreich. Die aus 22 Filmen und einer Dokumentation über Vlady bestehende, von Gary Vanisian kuratierte Filmreihe im Kino Arsenal von 29.7.-30.8. schließt diese Lücke in der öffentlichen Wahrnehmung und präsentiert eine inspirierende, kämpferische, experimentierfreudige Künstlerin. Zugleich bietet das Programm eine Kartografie des europäischen Autorenkinos und seiner filmischen Ausdrucksmöglichkeiten.

juli 2021, kino arsenal

Retrospektive Andrej Tarkowskij

Tarkowskij im Sommer – seit 40 Jahren ist das eine lieb gewordene Tradition für uns und unser Publikum. Wir zeigen im Juli und August die sieben langen Filme des russischen Regisseurs (1932–1986), von dessen monumentalem Werk eine anhaltende Faszination ausgeht.

juli 2021, kino arsenal

The Garden. Kinematografien der Erde

Inmitten von Fischerhütten an einem Kiesstrand an der Südküste Englands, in direkter Nachbarschaft zu einem Atomkraftwerk und einer Militärbasis, steht Prospect Cottage: der letzte Wohnort des britischen Künstlers, Aktivisten und Filmemachers Derek Jarman, der 1994 an den Folgen einer HIV-Infektion starb. „I waited a lifetime to build my garden. I built my garden with the colours of healing on the sepia shingle at Dungeness.“ (Chroma: Book of Colour, 1993).

Das Ausstellungsprojekt The Garden. Kinematografien der Erde widmet sich dem Leben Derek Jarmans. Sein gleichnamiger Film THE GARDEN (1990), in dem er den Garten als utopischen Ort des kollaborativen Zusammenlebens von Menschen und Natur, aber auch als Grenzbereich zwischen Realität und Fantasie, Heilung und Zerstörung, Hoffnung und Trauer verhandelt, sowie das Prospect Cottage selbst, werden zum Ausgangspunkt für eine zeitgenössische Aus-einandersetzung mit essentiellen Fragen unserer Gesellschaft und ihrer Zukunft: Umweltverschmutzung und Krankheit, Kollektivität und Widerstandskraft.