august 2019, kino arsenal

Karrabing Film Collective

Das Karrabing Film Collective ist ein indigenes Medienkollektiv, das sich 2010 gründete und am oberen Ende des Northern Territory in Australien seinen Sitz hat. Es versteht sich als Basisbewegung, die ihre ästhetische Praxis als Mittel zur Selbstorganisation nutzt. Ihre Filme zeigen ihr Leben, schaffen Verbindungen zu ihrem Land und greifen in das globale Bild von Indigenität ein. Sie entwickeln eine eigene künstlerische Sprache zwischen Fiktion und Dokumentation sowie zwischen Geschichte und Gegenwart, die als neue Form des kollektiven indigenen Handelns verstanden werden kann. Das Medium Film ist eine Form der Überlebensstrategie – eine Weigerung, das eigene Land zu entäußern und ein Mittel zur Erforschung gesellschaftlicher Bedingungen der Ungleichheit.

Im Rahmen des Stoffwechsel-Projekts von Film Feld Forschung eröffnen wir das Programm mit der Oral-History-Arbeit 24 HOURS (2019) auf dem Außengelände des silent green Kulturquartier. THE MERMAIDS, OR AIDEN IN WONDERLAND (2018), der jüngst im Forum Expanded zu sehen war, läuft anschließend zusammen mit NIGHT TIME GO (2017) in der Kuppelhalle. NIGHT TIME GO verbindet Reenactments mit Archivmaterial und widmet sich den Verhaftungen von Indigenen während des 2. Weltkrieges. (20.8.)

august 2019, kino arsenal

Retrospektive 
Andrej Tarkowskij

Tarkowskij im Sommer – seit 30 Jahren ist das eine lieb gewordene Tradition für uns und unser Publikum. Wir zeigen im August die sieben langen Filme und den mittellangen Diplomfilm des russischen Regisseurs (1932–1986), von dessen monumentalem Werk eine anhaltende Faszination ausgeht.

august 2019, kino arsenal

Pionierinnen des Film Noir –
 Muriel Box, Edith Carlmar, Bodil Ipsen, Ida Lupino, Wendy Toye

Die 1940er und 1950er Jahre erlebten weltweit eine Blütezeit weiblichen Filmschaffens, wobei zahlreiche Filmemacherinnen ihre Regiekarriere im Genre des Film Noir begannen. Dieses Programm versammelt 13 Spielfilmarbeiten sowie drei Kurzfilme von fünf Pionierinnen des Film Noir: Muriel Box (Großbritannien), Edith Carlmar (Norwegen), Bodil Ipsen (Dänemark), Ida Lupino (USA) und Wendy Toye (Großbritannien).

Die Regeln des Genres bisweilen subtil unterwandernd, schufen diese Filmemacherinnen anhaltend faszinierende Filme, die eine individuelle Handschrift tragen und oftmals ein feministisches Anliegen verfolgen. Neben dem Schwerpunkt auf ihren Film-Noir-Werken enthält das Programm auch ausgewählte Arbeiten aus anderen Genres, allen voran der Komödie, aber auch des Spionage- und Kriegsfilms, die die inszenatorische Bandbreite der Regisseurinnen verdeutlichen.

Die Reihe untersucht ein bislang noch weitgehend ungeschriebenes Kapitel des Filmschaffens von Frauen, das einige Rätsel aufgibt: Mit Ausnahme Lupinos (die zwischen 1949 und 1966 Filme realisierte) währten die Regiekarrieren der anderen vier Filmemacherinnen fast genau zehn Jahre, bevor sie abrupt endeten. Auch in archivarischer Hinsicht befindet sich die Erschließung der jeweiligen Œuvres in einem ungenügenden Zustand: Einige (für das Programm relevante) Filme aus den Filmografien Carlmars, Ipsens, Box’ und Toyes sind derzeit nicht einmal in digital aufgearbeiteter Form vorführbar. So wäre etwa Toyes Langfilmdebüt, der Thriller "The Teckman Mystery" (1954), ein zentraler Film für dieses Programm gewesen, von ihm ist aber weltweit keine vorführbare Kopie erhältlich; das Gleiche gilt für Muriel Box’ einzigen Film Noir, "Eyewitness" (1956). Mithin versteht sich die Reihe als Anstoß zur umfassenden Wiederentdeckung dieser Kinopionierinnen.