März 2007, kino arsenal

Notes on Marie Menken

Marie Menken

Zwei Abende widmen wir der amerikanischen Avantgarde-Filmerin Marie Menken (1910–70). Wir zeigen ihre eigenen kurzen Filme sowie das Dokument Notes on Marie Menken von Martina Kudlácek, die an beiden Abenden unser Gast ist.
18 kurze Filme machte Marie Menken zwischen 1945 und 1968. Sie war Malerin, als sie damit begann. In einem Interview mit P. Adams Sitney von 1967 sagte sie: "Weil das Filmemachen eine Erweiterung meiner Malerei war, versuchte ich es und ich liebte es. Beim Filmemachen ist jedes Bild ein Bild und was für eine Freude ist das! Und es bewegt sich, während das Gemälde nur da ist, still steht, für alle Zeit." Wir zeigen 17 ihrer oft spielerischen filmischen Gedichte, die alle sehr verschieden sind, aber in allen "spricht" Marie Menken mit ihrer Kamera. Das ist es, was ihre Filme so lebendig, so gegenwärtig und persönlich macht und was ihnen einen so wichtigen Platz in der Geschichte des New American Cinema gibt. Jonas Mekas sagte: "Marie war eine der Ersten, die mit der Kamera improvisierte, die in der Kamera geschnitten hat, während sie drehte. Sie filmte mit ihrem ganzen Nervensystem und wenn man ihre Filme sieht, dann sind die Details ihrer Bilder eine Sache – eine andere, vielleicht viel wichtigere für das Wesentliche, für das, was sie uns übermittelt, ist die Bewegung, die Bewegung und der Rhythmus. Man kann es fühlen, man kann Marie hinter jedem Bild fühlen, wie sie den Film in kleinen Teilen und durch die Bewegung gebaut hat. Die Bewegung und der Rhythmus, das ist es, was so viele von uns aufgegriffen haben und in ihrer eigenen Arbeit weiterentwickelt haben – das ist es, was, so glaube ich eine sehr starke Wirkung auf Stan Brakhage hatte und auf mich. Sie gab uns einen neuen Anfang – sie brachte den Film, den nicht-narrativen Film, den poetischen Film, die Filmsprache in eine völlig neue Richtung – weg von der Klassik und hinein in das neue Abenteuer – Danke Marie Menken!" Martina Kudlácek begab sich in ihrem persönlichen Dokument auf die Suche und sprach mit alten Freunden wie Gerard Malanga, Stan Brakhage, Kenneth Anger. Sie fand vergessenes Filmmaterial, wie eine wunderschöne Szene von Marie Menken und Andy Warhol, die mit zwei Bolex-Kameras auf einem Dach in Manhatten tanzen ... (Ute Aurand) Beide Filmabende sind eine Kooperation zwischen dem Filmsamstag, der einmal im Monat ausgewählte Programme im Babylon-Mitte vorstellt, und dem Kino Arsenal. Eine Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung des österreichischen Kulturforums. (10. & 11.3.)