Dezember 2005, kino arsenal

Zu Gast: Stefan Hayn

Malerei heute

Malerei heute, 2005

Als Vorfilm Die Hasen fangen und braten den Jäger (1994): Peter Nestler aktualisiert mit seiner Stimme und seinen Kohlezeichnungen Hans Sachs’ verschmitzte Warnung an die Herrschenden (1550, nach dem niedergeschlagenen Bauernaufstand), den Bogen nicht zu überspannen.

MALEREI HEUTE (Stefan Hayn, Anja-Christin Remmert, 2005) wurde ganz von selbst zum Protokoll einer über weite Strecken restaurativen politischen Entwicklung unter der rot-grünen Bundesregierung. Werbe- und Wahlplakate in der Berliner Stadtlandschaft (quasi anonyme, öffentlich wirksamste Bilderproduktion) werden mittels Pleinairmalerei seit 1998 dokumentiert. Im zweiten Schritt werden die Aquarelle filmfotografisch reproduziert und auf die Zeitachse montiert. Über den „Umweg“ der doppelten Übersetzung des Sichtbaren, des Kollektiv-Erinnerten fragt der Film nach grundlegender Veränderung, argumentiert für den Erhalt von vielem.

Am gleichen Tag (16 bis 18 Uhr) hält Stefan Hayn im UdK Medienhaus, Grunewaldstraße 2–5, einen Gastvortrag in Heinz Emigholz’ Film- und Vorlesungsreihe „Film und Kunst“. (6.12.)