November 2014, kino arsenal

AFRIKAMERA präsentiert: RE_IMAGING AFRICA 2014

TIMBUKTU, 2014

Mit RE_IMAGING AFRICA, das im November 2014 zeitgleich in Berlin und Kassel stattfindet, präsentiert AFRIKAMERA in Kooperation mit der Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V. eine Auswahl aktueller Produktionen aus Afrika und verbindet in Workshops Filmschaffende, Lehrende und Lernende aus Deutschland und den afrikanischen Ländern.

Das Festival eröffnet mit TIMBUKTU (Maureta-nien/Frankreich 2014, 11. & 14.11.), dem aktuellen Film von Abderrahmane Sissako, der unter anderem beim diesjährigen Filmfestival in Cannes gefeiert wurde. In atemberaubenden Bildern und voller Poesie erzählt der Film die Tragödie der malinesischen Kulturmetropole im Würgegriff des islamischen Fundamentalismus, ohne Klischees zu bedienen.

InMALAK(Marokko 2012, 12.11.) von Abdeslam Kelai findet eine minderjährige Schülerin aus gutem Hause heraus, dass sie schwanger ist. Von ihrem Freund verstoßen, flieht sie nach Tanger und beginnt dort als Prostituierte zu arbeiten, um sich und ihr Kind über die Runden zu bringen. Ein eindrucksvolles filmisches Dokument über Ausgrenzung und Marginalisierung im heutigen Marokko. In Anwesenheit des Regisseurs.

Die junge RegisseurinMati Diopüberführt mitMILLE SOLEILS(Senegal/Frankreich 2013, 12.11.) die Handlung des senegalesischen Nouvelle-Vague-Klassikers "Touki Bouki" aus dem Jahr 1972 in die Gegenwart. Was aus Mory und Anta, den Helden von damals, heute wohl geworden ist? Vorfilm: COGITATION (Burkina Faso/Belgien 2012).

Der Donnerstagabend steht ganz im Zeichen des aktuellen Kinos aus Nigeria. In THE MISFIT(Nigeria 2013, 13.11.)von Daniel Emeke Oriahi steigt eine junge Frau nach einer exzessiven Partynacht in einen Bus ein, um einem evangelikalen Straßenprediger und den neugierigen Blicken der Passanten zu entfliehen. Sie schläft ein und wacht später in einem fremden Zimmer auf, unwissend, warum und von wem sie entführt wurde. Deutschlandpremiere in Anwesenheit von Didi Cheeka (Regisseur und Kurator, Nigeria).

MitHALF OF A YELLOW SUN(Nigeria/GB 2013, 13.11.), einer Adaption des Bestsellers von Chimamanda Ngozi Adichie, zeigt AFRIKAMERA das Spielfilmdebüt des nigerianischen Theatermachers Biyi Bandele als deutsche Erstaufführung. Erzählt wird der Einbruch des Biafra-Krieges in den Alltag und das Leben der Zwillingsschwestern Olanna und Kainene in den späten 1960er Jahren – mit Hollywood-Starbesetzung (u.a. Chiwetel Ejiofor/12 Years a Slave).

In einer Sondervorführung präsentiert AFRIKAMERA in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung die Kompilation AFRICAN METROPOLIS(14.11.). Die sechs Kurzfilme aus Abidjan, Kairo, Dakar, Johannesburg, Lagos und Nairobi erzählen Geschichten vom Leben in afrikanischen Metropolen. Der Regisseur Vincent Moloi ist zur Premiere anwesend. Das Kurzfilmprojekt entstand auseiner Initiative des Goethe-Instituts Südafrika und des Produzenten Steven Markovitz.

Unter dem Label African Shorts präsentierte AFRIKAMERA in den letzten Jahren Kurzfilme aus Ruanda, Mosambik und Madagaskar. In diesem Jahr stellt der künstlerische Leiter des Colours of the Nile International Film Festival (CONIFF), Hailé Biru Abraham, mit ETHIOCINEMA(14.11.) eine Auswahl von aktuellen Kurzfilmen aus Äthiopien erstmalig in Deutschland vor – wie ADAMT, die aktuelle Arbeit des äthiopischen Shootingstars Zelalem Woldemariam.

Auch der Samstag startet mit einer äthiopischen Produktion. DIFRET (Äthiopien 2013, 15.11.) erzählt die Geschichte der 14-jährigen Hirut Assefa, die auf dem Nachhauseweg von der Schule entführt und vergewaltigt wird. Das Mädchen erschießt ihren Peiniger und landet in der Todeszelle. Die Anwältin Meaza Ashenafi nimmt sich des Falls an, um für Hiruts Rechte zu kämpfen. Zeresenay Berhane Meharis sozialkritisches Drama gewann mehrere Publikumspreise, u.a. beim Sundance Festival und beim Berlinale Panorama 2014.

Im Zentrum des aus vier Kurzfilmen bestehenden Programms junger Regisseure aus Afrika und der afrikanischen Diaspora, THIS IS MY AFRICA(15.11.), stehen Figuren und Geschichten, die eng mit der afrikanischen Erzähltradition verbunden sind, neue Welten zu erschaffen, Bestehendes neu zu interpretieren oder Utopien zu entwickeln. So erzählt Cédric Ido in TWAAGA (Burkina Faso/Frankreich 2013) die Geschichte vom kleinen Manu, der im revolutionären Burkina Faso des Jahres 1985 seine Leidenschaft für Comicsuperhelden in den Alltag zu übertragen versucht. In Anwesenheit des Regisseurs.

InEXAMEN D'ÉTAT (Demokratische Republik Kongo/Frankreich 2014, 15.11.) begleitet Dieudo Hamadi eine Gruppe von kongolesischen Jugendlichen in Kisangani durch ihr Staatsexamen. Die Kamera ist bei den Vorbereitungen dabei und auch dann, wenn die jungen Leute wieder einmal aufgrund von unbezahlten "Lehrergebühren" auf der Straße sitzen. Berlinpremiere.

In Tunis sorgte vor einigen Jahren die Geschichte von einem Rasierklingenmann auf einem Motorrad für Angst und Schrecken, der im Vorbeifahren die Gesäße von Frauen aufschlitzte. Ist "Le Challat" ein einsamer Krimineller, ein urbaner Mythos oder ein Produkt politischer oder fanatischer Gruppen? In ihrer Mockumentary LE CHALLAT DE TUNIS(Tunesien/Frankreich 2014, 16.11.) macht sich die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania auf die Suche nach der Wahrheit. Berlinpremiere.

GRISGRIS(Tschad/Frankreich 2013, 16.11.)erzählt von einem jungen Fotografen, der nachts trotz seines gelähmten Beins als Animateur in den Clubs von N'Djamena arbeitet. Als er die junge, melancholische Prostituierte Mimi trifft, ändert sich sein Leben schlagartig. Der Film von Mahamat Saleh Haroun zeichnet das Porträt eines durch Armut und Ungerechtigkeit geprägten, aber auch hoffnungsvollen Afrikas, voller Energie und Solidarität. GRISGRIS lief 2014 im Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes.

Das Festival schließt mitDAKAR TROTTOIRS (Senegal 2013, 16.11.) vonHubert Laba Ndao. Die Liebe zwischen den beiden Jugendlichen Siirou und Salla ist von ihrer Kindheit auf der Straße gezeichnet. Ihre Träume und Sehnsüchte sind für sie das einzige Mittel, um sich der harten Realität zu stellen, der sie auf dem "Trottoir" Dakars begegnen. In Anwesenheit des Regissurs. (ms/fw)
Weitere Informationen unter www.afrikamera.de