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Fieberträume – Die Filme von Nicolas Roeg

„Roegs Filme sind für mich immer die einzigen Filme der Welt, die auf einen zurollen wie Flüssigmagma den Hang eines Vulkans herunter. So gefährlich, so heiß, so faszinierend schön manchmal, so irritierend in ihrer unterschiedlichen Ästhetik, so frei, ebenso verführerisch wie gewalttätig.“ (Dominik Graf)

Nicolas Roeg (1928–2018) begann seine Karriere in den britischen Filmstudios, wo er sich langsam zum Kameramann hocharbeitete und für die Bildgestaltung einiger ikonischer Filme der 60er Jahre verantwortlich zeichnete (u.a. Petulia, Fahrenheit 451). Sein Debüt als Regisseur, der gemeinsam mit Donald Cammell 1968 gedrehte PERFORMANCE, schlug mit Wucht in die Filmbranche ein. Entsetzt von diesem Film, hielt ihn das Studio zwei Jahre lang zurück, die ­Presse attackierte ihn scharf. Auch wenn die Rezeption von Roegs ersten, in den 60er und 70er Jahren entstandenen Filmen oft von Verständnislosigkeit geprägt war, sind sie längst kanonisiert und werden immer wieder aufs Neue vielfältigen Deutungen unterzogen. Den späteren Filmen wurde weniger Aufmerksamkeit zuteil. Sie sind formal weniger ausgeklügelt und konventioneller erzählt. Roegs Themen wiederum änderten sich kaum: die existenzielle Verlorenheit des Menschen in der modernen Gesellschaft, vielfältige Obsessionen, die mangelnde Fähigkeit zu erfüllenden Beziehungen. Vor allem aber zeichnen sich seine Filme durch komplexe Montagesequenzen aus, in denen die räumliche und zeitliche Ordnung aufgehoben und neu zusammengesetzt wird. Sein fragmentarisches Erzählen folgt selten einem linearen Handlungsverlauf, es umkreist vielmehr Themen, während abrupte Ortswechsel und Zeitsprünge Assoziationen in Gang setzen. Seine Filme sind reich an bedeutungsvollen Details und Anspielungen, deren Sinn sich manchmal erst beim wiederholten Sehen erschließt. Obwohl im Genre-Mainstream angesiedelt, fordern sie diesen mit ihrer experimentellen Machart radikal heraus. In ihnen ist buchstäblich alles möglich. Sie erkundem weniger die Wirklichkeit denn Möglichkeitsräume und Wunschträume und sind dabei oft so verstörend wie ihre Protago­nist*in­nen auf der ständigen Suche nach Halt. (Annette Lingg)

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