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Filmstill aus dem Film „Grandmamauntsistercat“ von Zuza Banasińska. Fünf Krankenpfleger*in tragen Kittel und schauen in die Kamera. Eine von ihnen lächelt, während die anderen vier, die ebenfalls Gesichtsmasken tragen, beide Hände vor die Brust halten. Im Hintergrund ist eine große Maschine zu sehen.
Zuza Banasińska, GRANDMAMAUNTSISTERCAT (Still) © Educational Film Studio in Łódź, Zuza Banasińska

Fr 16.02.
16:00

Das Kurzfilmprogramm besteht aus den folgenden Filmen:

DETOURS WHILE SPEAKING OF MONSTERS
GRANDMAMAUNTSISTERCAT
I DON’T WANT TO BE JUST A MEMORY

Gesamtlänge ca. 61 Min.

  • Regie

    Deniz Şimşek

  • Deutschland, Türkei / 2024
    18 Min. / OmeU

  • Originalsprache

    Türkisch

detours while speaking of monsters

Ein 4000 Jahre altes Seeungeheuer ist in der heutigen Türkei unsichtbar gemacht worden. Sein Mythos geht zurück auf die Armenier*innen und Kurd*innen rund um den See Van, eine Region, die Zeuge ethnischer Säuberungen gegen beide Völker wurde. Dennoch bleibt das Monster auf eine Art am Leben: in den Erzählungen der Einwohner*innen. Es wehrt sich dagegen, gänzlich in Vergessenheit zu geraten. In dieser blauen Landschaft an der Kreuzung zwischen mythologischen, politischen und persönlichen Sphären werden unterschiedliche Formen der Auslöschung verdeckt. Unterdessen sind alte Gottheiten sauer auf uns; und ich bin sauer auf meinen Vater.

  • Regie

    Zuza Banasińska

  • Niederlande, Polen / 2024
    23 Min. / OmeU

  • Originalsprache

    Polnisch

Grandmamauntsistercat

Der aus Archivmaterial des Lehrfilmstudios in Łódź zusammengesetzte Film erzählt die Geschichte einer matriarchalen Familie. Die Erzählerin ist ein Kind, das sich mit der Reproduktion ideologischer und repräsentativer Systeme auseinandersetzt. Das ursprünglich zu Lehr- und Propagandazwecken im kommunistischen Polen produzierte Filmmaterial wird in einen autofiktionalen Erinnerungsort verwandelt. Dabei werden die wissenschaftlichen Filme nun selbst zum Untersuchungsgegenstand.
Im Zentrum des Films stehen vielfältige Überlegungen zu Verwandtschaft und Identität, denn die kindliche Erzählerin muss sich im System binärer Geschlechterrollen zurechtfinden. Die klassische slawische Hexenfigur Baba Jaga wird dabei zu einer prähistorischen Göttin aus der Zeit des Matriarchats umgedeutet. Die Frauen der Familie finden im Archiv ein Zuhause und nehmen an einem Prozess der Selbst- und Weltgestaltung teil, der die oft sexistischen und anthropozentrischen Bilder in Werkzeuge der Freiheit und des Widerstands verwandelt.

  • Regie

    Sarnt Utamachote

  • Deutschland / 2024
    20 Min. / OmeU

  • Originalsprache

    Englisch, Spanisch

I Don’t Want to Be Just a Memory

Mitglieder der queeren Community Berlins betrauern gemeinsam den Verlust einiger Freund*innen, deren Tode mit Drogenmissbrauch und der allgemeinen Krise mentaler Gesundheit im Zusammenhang stehen, sowie den Verlust sicherer urbaner Räume. Die Arbeiten an diesem Film wird für den Freund*innenkreis zum Mittel der Heilung. Sie teilen persönliche Gegenstände und Geschichten miteinander und äußern ehrliche Kritik an der Clubszene. Wie fluoreszierende Pilze strahlen sie gemeinsam ihr Licht aus, als stützendes und sorgendes Netzwerk, das tote Körper und Erinnerungen in eine kollektive Struktur verwandelt und zukünftiges Leben erhält.

Gefördert durch:

  • Logo des BKM (Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien)
  • Logo des Programms NeuStart Kultur