Di 29.09.
11:45
Regie
Christine und Kurt Rosenthal
1970-1975
Kino
Arsenal
zu dem KalenderZu Gast: Carolina Cappa, Julio César Gonzales Oviedo, Daniel Meiller, Markus Ruff, Moderation: Alexandra Schneider, Marc Siegel
MADE IN USA ist ein experimenteller Dokumentarfilm über das Leben in Chile vor und nach dem Militärputsch von 1973, der die Regierung von Salvador Allende stürzte. Aus der Perspektive eines jungen Arbeiters schildert der Film die entscheidende Rolle, die der US-Geheimdienst CIA beim Sturz der Regierung der Unidad Popular spielte. Der Film, eine Collage aus animierten Fotografien, entstand mithilfe eines optischen Kopiergeräts; dieses war kurz nach der Ankunft von Kurt und Christine Rosenthal in Südamerika – wo sie 26 Jahre lang lebten – von Deutschland nach Peru transportiert worden. Die angewandte Technik knüpft an den Stil an, den sie zuvor in Filmen wie STORYBOARD (1970), Maria Martinez Lopez (1971) und Für deutsche und ausländische Arbeiter (1973) entwickelt hatten. MADE IN USA wurde 1975 auf den 21. Kurzfilmtagen in Oberhausen gezeigt und dort mit dem Preis der Jugendfilmjury ausgezeichnet. Trotz dieser Auszeichnung und der Existenz zweier Tonfassungen – einer spanischen und einer deutschen, die ursprünglich für die Auswertung in unterschiedlichen Regionen gedacht waren – fand der Film nur geringe Verbreitung. Die vorliegende digitale Neuabtastung entstand an der Elías Querejeta Zine Eskola im Rahmen des Forschungsprojekts „Second Hand: Reuse and Deviations of Ibero-American Cinema“.
Anhand der Schilderung eines Migranten aus Cusco porträtiert der Kurzfilm LA PARADA einen der wichtigsten Knotenpunkte des informellen Handels in Lima. Inmitten von Märkten, Straßenhändlern, Werkstätten und den Straßen von Tacora beobachtet der Film die Arbeit, die prekären Lebensumstände und die Überlebensstrategien einer migrantischen Bevölkerung, die die Stadt verändert, während sie versucht, sich dort ein Leben aufzubauen.
Für den Restaurierungsprozess wurden die bei der Deutschen Kinemathek archivierten Original-16-mm-Negative sowie eine im Arsenal aufbewahrte 16-mm-Kopie der deutschen Fassung verwendet.
Filme:
Made in USA, Peru, BRD 1975, 47 Min., DCP, OmeU
Storyboard, BRD 1970, 9 Min., 16mm, ohne Dialog
La Parada, Peru 1974, 10 Min., digital file, OmeU
Carolina Cappa ist Filmarchivarin, Professorin und Forscherin. Sie beschäftigt sich mit der Bewahrung und Restaurierung lateinamerikanischer und nicht-kommerzieller Filme und arbeitet dabei mit zahlreichen Archiven und Universitäten zusammen. Derzeit ist sie Leiterin der Forschung an der Elías Querejeta Zine Eskola (EQZE) im Baskenland.
Julio César Gonzales Oviedo ist Postdoktorand an der Universidad de los Andes (Kolumbien), wo er das Projekt Counter-Visualities of Care: Gemeinschaftsarchive, visuelle Kultur und politische Ökologie in den Anden-Páramos leitet. Er ist Mitglied der Forschungs- und Kreativgruppe für Visual Studies and Moving Images an der PUCP sowie des Seminars für Social, Solidarity and Popular Economy an der UNMSM (Peru) und beschäftigt sich mit visueller Kultur, Gemeinschaftskommunikation, politischer Organisation und der Schaffung von Gemeingütern.
Alexandra Schneider ist Professorin für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zu ihren aktuellen Forschungsschwerpunkten zählen: dezentrierte Filmhistoriografie, Medienarchäologie und kritische Mediengeschichte. Sie ist außerdem Principal Investigator in der DFG Research Training Group 3064, ‘Technologies of Witnessing’. Zu ihren jüngsten Publikationen zählt Children Reinventing Cinema. Snapshots from the 21(st) Century, erschienen 2025 bei Meson Press und gemeinsam mit Wanda Strauven verfasst.
Marc Siegel ist Professor für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt konzentriert sich auf anti-palästinensischen Rassismus. Er ist Herausgeber des zweisprachigen Buches What’s Underground About Marshmallows? Texte by and about Jack Smith (Alexander Verlag, 2026) und Mitherausgeber von Serge Daney and Queer Cinephilia (meson press, 2024). Er ist Mitglied des in Berlin ansässigen Künstlerkollektivs CHEAP und des Vereins palästinensischer und jüdischer Akademiker*innen im deutschsprachigen Raum (PJA).
Gefördert durch:

