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Found Futures 2: Olena Honcharuk, Anastasiya Verlinska: Ukrainische Animationsfilme / Caroline Fournier, Tamer El Said: Amateurfilme aus Ägypten, Belgien und der Schweiz / Tamer El Said: Cimatheque Cairo - Letters from the Archive

So 27.09.
17:00

100-jähriges Jubiläum des ukranischen Animationsfilms 2027 und LINOLEUM Animation Festival
Präsentation von Olena Honcharuk, Anastasiya Verlinska

Im Vorfeld des 100-jährigen Jubiläums des ukrainischen Animationsfilm im Jahr 2027 bringt LINOLEUM Animationsschaffende, Pädagog*innen, Archivar*innen, Kulturinstitutionen und Branchenexpert*innen zusammen, um eine gemeinsame Vision für die Feierlichkeiten zu entwickeln. Im Laufe des Jahres 2026 untersuchten thematische Fokusgruppen das ukrainische Animationserbe, Bildungsaspekte, neue Technologien, zeitgenössische Produktionen sowie Möglichkeiten zur Einbindung des Publikums im In- und Ausland. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für ein umfassendes Jubiläumsprogramm, das Filmvorführungen, Ausstellungen, Bildungsinitiativen, Forschungsarbeiten, Digitalisierungs- und Restaurierungsprojekte sowie Aktivitäten umfasst, die die Geschichte und Zukunft der ukrainischen Animation sowohl in der Ukraine als auch international stärker sichtbar machen wollen.

Eine Sammlung von Amateurfilmen und filmbezogenen Artefakten an der Schnittstelle zwischen ägyptischem, belgischem und schweizerischem Kulturerbe
Präsentation von Caroline Fournier, Tamer El Said

Im Jahr 2020 erhielt die Cinémathèque suisse von der Enkelin Henri Naus’ eine Sammlung von Amateurfilmen und Fotos, die von ihm – einem belgischen Unternehmer, der eine Zuckerfabrik in Ägypten leitete – aufgenommen worden waren. Nach dem Tod ihrer Mutter entschied sich die Enkelin – selbst ehemalige Gemälderestauratorin und sich des Werts dieser Filme bewusst –, die Sammlung einem Filmarchiv zu übergeben. Das Erbe von Henri Naus ist sowohl Teil des belgischen als auch des ägyptischen Kulturerbes. Die Cinémathèque suisse digitalisierte einige der Filme sowie sämtliche Fotos und Dokumente in Sichtungsqualität und stellte das Material der Cimatheque (Kairo) und der Cinémathèque royale de Belgique zur Verfügung. Dieses Gemeinschaftsprojekt zielt darauf ab, dieses gemeinsame Erbe besser zu verstehen und die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit in den Bereichen Archivierung, Erforschung, Herstellung und Zugänglichmachung zu verdeutlichen. Es behandelt Themen wie die Rolle von Amateurfilmen im historischen Kulturerbe, die Bewahrung von Schmalfilmformaten und Mischtechniken, die Komplementarität von Film- und filmbezogenen Sammlungen sowie die Restitution und Bewahrung transnationalen Erbes, das einen kolonialen Bezug hat.

Cimatheque Cairo – Letters from the Archive
Präsentation von Tamer El Said

Letters from the Archive war ein kreativer Workshop, der den Filmischen Brief als Form des persönlichen Erzählens in den Mittelpunkt stellte – geprägt durch breitere gesellschaftspolitische Kontexte. Ausgehend vom Werk des kamerunischen Filmemachers Jean-Marie Teno und des sudanesischen Filmemachers Hussein Shariffe brachte der Workshop acht aufstrebende Filmschaffende aus Kamerun, Ägypten und der sudanesischen Gemeinschaft in Ägypten zusammen, um die theoretischen und ästhetischen Möglichkeiten des Filmischen Briefs zu erkunden. Unter Verwendung von Materialien aus verschiedenen Archiven entwickelten die Teilnehmenden eigene, auf Archivmaterial basierende Werke und untersuchten dabei, wie Archivbilder durch persönliche Ansprache neu genutzt und in einen neuen Kontext gesetzt werden können. Als Ergebnis des Workshops entstanden acht Kurzfilme, die das Format des Filmischen Briefs mit Archivmaterial verbinden. Die Filme befinden sich derzeit in der Endphase der Postproduktion.

Anastasiya Verlinska arbeitete zehn Jahre lang als Projektmanagerin bei der FILM.UA Group. 2014 kam sie zum LINOLEUM Animation Festival und wurde 2016 dessen Direktorin. Sie kuratiert Filmvorführungen, entwickelt Bildungsprogramme und wirkt als Expertin für die Ukrainische Kulturstiftung, die Staatliche Filmagentur der Ukraine sowie RES-POL an der Kulturpolitik mit und unterstützt so die evidenzbasierte Entwicklung von Kultur- und Medienpolitik in der Ukraine.

Caroline Fournier ist seit 2024 Leiterin der Abteilung für das kulturelle Erbe der Cinémathèque suisse, nachdem sie zunächst die Abteilung für Filmkonservierung und -restaurierung leitete und anschließend die Filmsammlungen. Im Jahr 2014 verteidigte sie erfolgreich ihre Doktorarbeit über mehrfache Fassungen im spanischen FilmKino an der Universität Paris III. Sie ist aktives Mitglied der Technischen Kommission sowie des Exekutivkomitees der FIAF.

Tamer El Said ist Filmemacher und Produzent und lebt in Berlin und Kairo. Seine Filmografie umfasst 17 Filme, die regionale und internationale Auszeichnungen erhielten. Er gründete 2007 die unabhängige Filmproduktionsfirma Zero Production in Kairo. El Said ist außerdem Mitgründer und gemeinsamer künstlerischer Direktor von Cimatheque – Alternative Film Centre in Kairo, sowie Kodirektor des archivbasierten interdisziplinären Projekts Rewind Forward und Kulturpartner von UNREST.

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