Di 29.09.
17:00
Kino
Arsenal
zu dem KalenderDer Freiheitskampf der Menschen im Lateinamerika der 1960/70er Jahre war ein wiederkehrendes Thema politisch engagierter Filmfestivals beiderseits der Mauer. Die daraus erwachsene Verbindung zwischen Leipzig, Ost-Berlin und West-Berlin bezeugen die analogen Filmmaterialien des militanten Kinos aus Ländern wie Argentinien, Chile oder Kuba, die sich heute im Archiv des Arsenals und im Bundesarchiv befinden. Dieser besonderen Geschichte der Präsentation, des Vertriebs wie der Sicherung von Filmen, die auch aufgrund ihrer ästhetischen Radikalität große Aufmerksamkeit in der Welt des Kalten Krieges erhielten, widmet sich die diesjährige Retrospektive von DOK Leipzig, Kino und Kampf. Lateinamerika zwischen Ost und West. Das Projekt basiert auf einer in der Form erstmaligen Kooperation zwischen Arsenal Filminstitut, Bundesarchiv, DEFA-Stiftung und DOK Leipzig. Florian Wüst gibt Einblick in das Konzept der Retrospektive, diskutiert die Bedeutung der historischen wie aktuellen Beziehungen zwischen den beteiligten Institutionen und stellt ausgewählte Kurzfilme vor, die in Leipzig zu sehen sein werden.
Wua-lings Projekt steht im Zusammenhang mit ihrer Mitarbeit im Kollektiv Arkebara. Dabei handelt es sich um ein von Archivarinnen geleitetes Kollektiv, das die audiovisuelle Archivierung im Globalen Süden in den Mittelpunkt stellt. Es ging aus Gesprächen zwischen den brasilianischen Archivarinnen Luiza Rosado und Laura Batitucci hervor und wurde später um die indische Filmemacherin Janhavi Asthana erweitert. Angesichts gemeinsamer struktureller Herausforderungen in unseren jeweiligen Archivkontexten – darunter ungleiche Ressourcenverteilung, ökologische Belastungen und politische Instabilität – stellen wir uns die Frage, wie wir unsere normativen Archivierungspraktiken und experimentellen Methoden angesichts dieser Herausforderungen gemeinsam neu denken können.
Florian Wüst arbeitet als Filmkurator, Künstler und Verleger in Berlin. Er kuratiert Filmprogramme und Ausstellungen für internationale Kunstinstitutionen, Kinos und Festivals. Wüst hat bereits mehrfach mit dem Arsenal Filminstitut zusammengearbeitet, unter anderem bei Wer sagt, Beton brennt nicht? Hast du’s schon mal probiert? Westberliner Film in den 80er Jahren (2006) und Living Archive – Archivarbeit als zeitgenössische künstlerische und kuratorische Praxis (2013). Er ist Kurator der diesjährigen Retrospektive der DOK Leipzig.
Wua-Ling Wu ist eine unabhängige Forscherin, die ihren Master-Abschluss in Film+Photography Preservation and Collections Management an der Toronto Metropolitan University gemacht hat. Ihr Einstieg in die Welt der audiovisuellen Branche begann mit der Filmproduktion und entwickelte sich anschließend durch ihre beruflichen Tätigkeiten beim Taiwan Film & Audiovisual Institute, beim Canadian Filmmakers Distribution Centre und bei der Cinemateca Portuguesa – Museu do Cinema in den Bereich der Erhaltung des audiovisuellen Kulturerbes weiter.
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