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Filmstill aus dem Film „QUEBRANTE“ von Janaina Wagner. Ein großer Mondballon wird auf einem Pickup auf einer sonnigen Straße transportiert.
Janaina Wagner, QUEBRANTE (Still) © Janaina Wagner

Mo 19.02.
13:00

Das Kurzfilmprogramm besteht aus den folgenden Filmen:

THE PERFECT SQUARE
QUEBRANTE
FOR HERE AM I SITTING IN A TIN CAN FAR ABOVE THE WORLD
HERE WE ARE

Gesamtlänge ca. 69 Min.

  • Regie

    Gernot Wieland

  • Deutschland, Belgien / 2024
    8 Min. / OmeU

  • Originalsprache

    Englisch

The Perfect Square

Gernot Wieland arbeitete zwölf Jahre lang mit einem Tiertrainer zusammen, der Vögeln das Fliegen in Kreisen oder Quadraten beibrachte. Der Film konzentriert sich zunächst auf die Vögel selbst; das auf die ein- und ausfliegenden Vögel reduzierte Bild deutet an, wie man sein eigenes flackerndes Bewusstsein und seine Wahrnehmung wahrnehmen könnte. Die Flüchtigkeit des Versuchs, fliegende Vögel im Bild festzuhalten, verstärkt den Wunsch zu überprüfen, ob die Vögel tatsächlich im Kreis fliegen. Während das von der Kamera eingefangene indexikalische Bild von der Schwierigkeit zeugt, den Vögeln etwas auf Kommando beizubringen, beschwört der Titel des Werks selbst die intellektuelle Reinheit geometrischer Formen, die von der analytischen Philosophie als überlegen angesehen werden, um die Gesetze der Natur zu beschreiben. All dies bedeutet, dass Wesen, die einem Befehl nicht gehorchen, eine Definition eines „Anderen“ sein könnten.
Der Film bezieht sich auch auf eine experimentelle Untersuchung, die Kandinsky 1923 durchführte. Er war davon ausgegangen, dass es direkte Entsprechungen zwischen Grundfarben (Gelb, Rot, Blau) und Formen (Dreieck, Quadrat, Kreis) gibt. Auf diese Weise geht The Perfect Square der Frage nach, wie ästhetische und soziale Normen unsere Gesellschaft und unser künstlerisches Schaffen sowie das westliche Weltbild beeinflussen und kontrollieren.
Maxwell Stephens

  • Regie

    Janaina Wagner

  • Brasilien / 2024
    23 Min. / OmeU

  • Originalsprache

    Portugiesisch

QUEBRANTE

Als filmischer Gegenzauber durchquert QUEBRANTE die Höhlen, Ruinen und Phantasmagorien der transamazonischen Fernstraße Transamazônica und porträtiert deren Steine und Geister. Der Film spielt im kleinen Städtchen Rurópolis (Pará) – die ersten, als Basis für die beim Straßenbau eingesetzten Arbeiter*innen errichtete Siedlung, die am Highway gebaut wurde. Er folgt Frau Erismar, die in der Region als „Höhlenfrau“ bekannt ist. Die pensionierte Lehrerin war die erste, die die Höhlen der Region entdeckte. Nur mit einer Kerze und einem an die Hosen gebundenen Feuerzeug ausgerüstet, betrat sie die dunklen, unbekannten Löcher und erforschte die Ausmaße der Tunnel.
Die Transamazônica war ein immenses nationales Propagandaprojekt und Teil der Fortschritts- und Entwicklungsbemühungen Brasiliens. Die Planung und Umsetzung begannen während der Militärdiktatur, die von 1964 bis 1985 andauerte. Noch heute wirkt die Straße wie eine frische Narbe im zerstörten Traum der Geschichte des Landes.
QUEBRANTE ist ein Zwiegespräch zwischen dem Mond und den Steinen, lose inspiriert von Robert Smithsons Projekt The Truly Underground Cinema (1971) und Maya Derens Film The Very Eye of Night (1958).

  • Regie

    Gala Hernández López

  • Frankreich / 2024
    18 Min. / OF

  • Originalsprache

    Englisch

for here am i sitting in a tin can far above the world

Der experimentelle Zwei-Kanal-Film untersucht die Verbindungen zwischen Kryptokultur und Kryogenik – zwei spekulative Technologien, für die Zukunft zum wirtschaftlichen Rohstoff wird, den es auszubeuten gilt. Durch Collagen von YouTube-Videos, Archivbildern und 3D-Animationen werden Bezüge zwischen Finanzspekulation, spekulativer Science-Fiction und der Vorhersage und Kontrolle der Zukunft beleuchtet.
Eine unsichtbare Erzählerin erforscht die Fantasien, die Kryptowährungen transportieren, und berichtet von ihren intimen Träumen und Ängsten. Sie begleitet uns auf einer traumhaften, poetischen, historischen und futuristischen audiovisuellen Reise und bringt die Figur des US-amerikanischen Extropianisten und Cypherpunks Hal Finney ins Spiel, eine Schlüsselfigur in der Geschichte von Bitcoin. Seit 2014 ist Finney zudem Kryogenik-Patient. Im Traum der Erzählerin integriert Finney nach einer zukünftigen Großen Depression einen Teil der Gesellschaft, der sich in einem Zustand des Scheintods bzw. in subsidierter Biostase hat versetzen lassen, um die Erholung der Wirtschaft zu beschleunigen.
Die „Scheintod“-Erfahrung des kurzfristigen Schwebens nutzt der Film für Überlegungen zu einer Epoche der Geschichte, die von einem hohen Grad an Unsicherheit geprägt ist. Hervorgerufen wird diese durch die beschleunigte Disruption neuer Technologien und die vielfältigen Auswirkungen des Anthropozäns. Schwebt die Menschheit in der Ungewissheit? Oder befinden wir uns im freien Fall?

  • Regie

    Chanasorn Chaikitiporn

  • Thailand / 2023
    20 Min. / OmeU

  • Originalsprache

    Thai, Englisch

Here We Are

Eine Haushälterin bekommt von ihrer Tochter einen Film zugesandt, der Archivaufnahmen aus Thailand zur Zeit des Kalten Krieges sowie Bilder des heutigen Bangkoks zeigt. Er ruft in der Mutter Erinnerungen an Anekdoten hervor, die sie von der Frau, für die sie arbeitet, gehört hat, und regt sie an zu erzählen, wie sie selbst in die Hauptstadt kam. Here We Are beschreibt die Gegenwart im Spiegel der Vergangenheit und zeigt, wie das Erbe der Kolonialisierung fortbesteht und heute zur Normalität geworden ist.

Gefördert durch:

  • Logo des BKM (Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien)
  • Logo des Programms NeuStart Kultur