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Symposium Panel 10: Unarchiving Paranational Cinema

Logo in verschiedenen Blautönen und schwarz des Festivals Archival Assembly, mit dem Titel "Archive, otherwise", dem Datum und Ort.

Mi 30.09.
14:45

  • Kino

    Arsenal

    zu dem Kalender
  • Panelteilnehmer*innen: ParaNational Team, Karina Griffith, Petra Belc Krnjaić, Brigitta Kuster, Volker Pantenburg, Nikola Radić, Philip Widmann

Wenn ein Film keinem „nationalen“ Kino zugeordnet werden kann, wer ist dann für seine Archivierung und Bewahrung zuständig? Die Dominanz nationaler Kriterien in der Archivpraxis führt oft dazu, dass Filme ohne „Pass“ vernachlässigt werden. Das Konzept des „paranationalen Kinos“, wie wir es im Projekt „Paranational Cinema – Legacies and Practices“ verstehen, rückt das Kino jenseits des Nationalen in den Mittelpunkt: Filmschaffen und damit verbundene Praktiken, die nationale Rahmenbedingungen – welche wiederum Produktion, Verbreitung und Bewahrung von Filmen prägen – überschreiten, unterlaufen oder zeitlich vor bzw. nach ihnen angesiedelt sind.

Das Panel erörtert den den konzeptionellen Rahmen und die methodischen Herausforderungen, die mit dem Präfix „para“ verbunden sind, anhand von drei Filmen aus dem Arsenal-Archiv oder mit engem Bezug zu ihm: Dušan Makavejevs Nevinost bez zaštite (1968), Skip Normans Cultural Nationalism (1969) und Assja Djebars La Zerda et Les Chants de l’oubli (1982). Wie verhandeln diese Filme Fragen von „Nation“ und Zugehörigkeit – sei es durch ihre Form, ihren Diskurs oder die ihnen zugrundeliegenden materiellen Bedingungen? Zeugt die Geschichte der Filmkopien – einschließlich Aspekten wie Untertiteln, Sprachversionen und Formaten – davon, dass sie sich nicht auf einen einzigen nationalen Kontext reduzieren lassen?

ParaNational Team

Karina Griffith ist Professorin für Intersektionale Bild- und Medientheorie an der Universität der Künste Berlin (UdK). In ihrer Dissertation Flânoirie: The Moving Images of Black German Cinemas analysierte sie Schwarze deutsche Filmwerke von den 1960er Jahren bis heute und identifizierte dabei filmische Strategien affektiver Darstellung durch Schnitt, mise en scène und Kameraführung. In 2021 trat sie dem Kuratorenteam der Sektion Forum Expanded der Berlinale bei.

Petra Belc Krnjaić ist Wissenschaftlerin, Kuratorin und Dozentin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf Amateur- und Experimentalfilm, feministische Filmgeschichtsschreibung sowie audiovisuelle Archive. Sie hat zahlreiche Publikationen zur jugoslawischen Filmkultur veröffentlicht und mehrere Archivierungs- und Restaurierungsprojekte zum Erbe des Amateurfilms geleitet. Sie unterrichtet Filmtheorie und Avantgarde-Filmpraktiken an der Universität Klagenfurt und an der VERN’ University in Zagreb.

Brigitta Kuster ist Kulturwissenschaftlerin und Künstlerin, und interessiert sich vor allem für Bild- und Filmwissenschaft, (Post-)Kolonialismus sowie Migrations- und Grenzforschung. Sie ist Professorin für Kulturtheorie und Filmwissenschaft mit Schwerpunkt auf Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Grenze filmen. Eine kulturwissenschaftliche Analyse audiovisueller Produktionen an den Grenzen Europas (2018) und Choix d’un passé. Transnationale Vergegenwärtigungen kolonialer Hinterlassenschaften (2016).

Volker Pantenburg ist Professor für Filmwissenschaft an der Universität Zürich. 2015 Mitbegründer des Harun Farocki Instituts, Berlin. Seit 2024 leitet er das SNF-Projekt Paranational Cinema – Legacies and Practices. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Bücher über Harun Farocki, Robert Kramer und Cinematographic Objects. Im Rahmen des Projekts Paranational Cinema befasst er sich mit den Filmen von Skip Norman sowie dem Begriff der Diaspora.

Nikola Radić schreibt derzeit am Institut für Filmwissenschaft der Universität Zürich seine Doktorarbeit über Landschaften und Architektur im postjugoslawischen nicht-fiktionalen Film und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Projekt Paranational Cinema – Legacies and Practices. Zusammen mit Nace Zavrl ist er Mitherausgeber des Sammelbands Archivism and Appropriation in Post-Yugoslav Cinema, der in Kürze bei Routledge erscheinen wird.

Philip Widmann ist Forscher, Programmierer und Filmemacher und arbeitet derzeit als Postdoktorand im Projekt Paranational Cinema – Legacies and Practices an der Universität Zürich. Er hat den Sammelband Film Undone – Elements of a Latent Cinema (2024) herausgegeben. Sein Buch Landschaft als Methode erscheint demnächst bei b_books.

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