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Der Krieg in der autonomen Republik Tschetschenien hat das Land physisch wie psychisch verwüstet und auch die russische Gesellschaft tiefgreifend negativ verändert. Auch wenn in Europa dieser Konflikt weit weg erscheint und verdrängt wird, so bleibt er für den Westen dennoch nicht folgenlos: Tschetschenische Flüchtlinge bilden einen Großteil der Asylsuchenden, vor allem in den neuen EU-Ländern; der Krieg und die daraus entstehenden Menschenrechtsverletzungen werfen zwingende Fragen über das Verhältnis zu Russland auf; ferner wird der Konflikt in einen größeren Kontext der Auseinandersetzung mit dem Islam gesetzt.

Der regionale Schwerpunkt Tschetschenien beim Menschenrechtsfilmfestival ONE WORLD BERLIN hat die Auswirkungen des Krieges thematisiert, aber auch „jenseits des Krieges“ auf die reichhaltige tschetschenische Kultur geschaut. Am 16.1. werden zwei Filme des Festivals wegen des grossen Interesses nachgespielt. LIEBER MUSLIM... (2005) von Kerstin Nickig ist eine Dokumentation der schwierigen Situation tschetschenischer Flüchtlinge in Polen am Beispiel einer Familie, deren Mutter fiktive Briefe an ihren vierjährigen Sohn Muslim schreibt. MUTTER COURAGE IN TSCHETSCHENIEN (2004) von Peter Krüger ist ein Videotagebuch der Inszenierung von Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“ mit einer Gruppe aus tschetschenischen und inguschetischen Schauspielern im Nationaltheater von Nazran/Inguschetien. Ergänzend zeigen wir Aufnahmen der verwüsteten Stadt Grosny und bisher unveröffentliche Filmaufnahmen von Proben zu „Kassandra in Berlin“, nach Texten von „Die Troerinnen“ des Euripides. (16.1.)

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