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Wie könnte es anders sein: Auch in diesem Sommer zeigen wir in alter Tradition die Filme von Andrej Tarkowskij, beginnend mit seinem ersten Film KATOK I SKRIPKA (Die Walze und die Geige, UdSSR 1960), den wir zusammen mit seinem letzten, in Schweden gedrehten Film OFFRET (Das Opfer, 1986) zeigen. (1.8.) Danach folgen IWANOWO DETSWO (Iwans Kindheit, UdSSR 1962; 2. & 3.8.), ANDREJ RUBLJOW (UdSSR 1966–69; 4. & 6.8.), SOLARIS (UdSSR 1971/72; 14.8.), SERKALO (Der Spiegel, UdSSR 1975; 8. & 9.8.), STALKER (UdSSR 1980; 11. & 13.8.) und NOSTALGHIA (Italien 1983; 12. & 16.8.).

Doch in diesem Jahr gibt es auch eine Besonderheit: Wir freuen uns, den litauischen Künstler Deimantas Narkevicius begrüßen zu dürfen, der 2005 als Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Berlin zu Gast war. Erst kürzlich war in der DAAD-Galerie sein jüngster Film REVISITED SOLARIS zu sehen, den wir nun im Arsenal präsentieren. Nach einer anschließenden Diskussion mit Narkevicius zeigen wir Tarkowskijs SOLARIS.

Deimantas Narkevicius hat mit Donatas Banionis jenen Schauspieler ausfindig gemacht, der in der berühmt gewordenen "Solaris"-Verfilmung von Andrej Tarkowskij aus dem Jahre 1972 den Hauptdarsteller des auf einen Roman von Stanislaw Lem zurückgehenden Film in der Rolle des Kelvin spielt. Banionis lebt heute in der Nähe von Vilnius in Litauen, der Heimat von Narkevicius. In zahlreichen Gesprächen der beiden entstand die Idee, die Quintessenz dieses legendären Science-Fiction-Films in heutiger Form und vor allem mit den Stilmitteln von Deimantas Narkevicius neu zu verfilmen. Entstanden ist dabei eine Art von filmischer Collage. Zwischen schwarz-weißen Landschaftsfotografien, die um 1900 in der Gegend von Anapa auf der Krim aufgenommen wurden, zeigt Narkevicius dokumentarische Sequenzen einer ehemaligen russischen Fernsehstation, die ihrerseits in ihrer reinen Architektur surreal wirkt. (Inzwischen ist dieses Gebäude bereits abgerissen). Die stumme Figur des alten Schauspielers Donatas Banionis steht im Mittelpunkt des sparsamen Geschehens, in dem Deimantas Narkevicius selbst auftaucht. Revisited Solaris erscheint somit wie ein filmischer Besuch von surrealen Orten einer anderen Welt, die zugleich immer auch sehr real sind. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD. (14.8.)

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