D'ANNUNZIOS HÖHLE / D'ANNUNZIO'S CAVE (2005, je 52 Minuten) von Heinz Emigholz, Tondesign von Frank Kruse. Lifestyle als Autobiografie: The Fabulous World of Gabriele d'Annunzio (1863–1938). Er befasste sich 17 Jahre lang mit der Gestaltung des Vittoriale am Gardasee und funktionierte die von ihm konfiszierte Villa des Kunsthistorikers Heinrich Thodes zu seiner eigenen Kultstätte um. Am 24. Juni 2002 fand dort eine kinematografische Jam-Session statt. Irene von Alberti, Elfi Mikesch, Heinz Emigholz und Klaus Wyborny filmten gleichzeitig, aber unabhängig voneinander, die Räume der Villa und erzeugten so das zehnstündige Ausgangsmaterial für den Film. Alle SprecherInnen im Film sind computergenerierte Stimmen. Man beachte den unterschiedlichen emotionalen Ausdruck der deutschen und englischen Computerstimmen. (11.12.)
THE FOUNTAINHEAD (1949) von King Vidor, Kinematografie von Robert Burks. Ein Architektur-Thesen-Thriller der besonderen Art: Bauhaus-Epigone bombt Ornamente von ihm nicht genehmen Gebäuden. Gezeichnet wird ein neurotischer Kreis von Avantgardisten, der aus muffiger Konsequenzlogik heraus anfängt, Bomben zu legen, und in einem seltsam deutschen Cocktail aus Ehrgeiz, Besserwisserei und Idealismus die nach der Bombardierung errichtete Baracke als Sexsymbol verkauft. Vidor ließ alle Subtexte unkontrolliert überkochen und ergötzte sich an dem kurzgedachten Brei, den die Klarheitsideale der gestalterischen Moderne evozierten. (18.12.) (Heinz Emigholz)

